Der Generaldirektor der Agentur für Verteidigungseinkäufe (AOZ), Arsen Schumadilow, hat offiziell seinen Rücktritt von seinem Amt eingereicht. Dies teilte er persönlich auf einer Pressekonferenz mit, auf der er vor Journalisten erschien.据 ihm zufolge wird sein letzter Arbeitstag als Direktor der Agentur der 31. August 2026 sein. Somit wird Schumadilow die Struktur verlassen, die er seit März 2025 leitete und in der er knapp über ein Jahr als Leiter der AOZ verbrachte.

Wer wird kommissarischer Direktor?

Schumadilow selbst nannte seinen Nachfolger: Im Status eines kommissarischen Generaldirektors der AOZ wird ihn Oleh Kljots ersetzen, der zuvor „Medizinische Einkäufe der Ukraine“ leitete. Diese Entscheidung bedeutet, dass die Übergangsphase in der Agentur, die für die Beschaffung von Waffen und militärischer Ausrüstung für die Streitkräfte der Ukraine zuständig ist, unter der Führung einer Person stattfinden wird, die bereits mit der Logik staatlicher Vergabeverfahren in verwandten Bereichen vertraut ist.

Formaler Grund und realer Konflikt rund um die Beschaffung

Einem RBC-Ukraine-Quelle in der Verteidigungsindustrie zufolge steht der Rücktritt des AOZ-Chefs in direktem Zusammenhang mit der Situation rund um die Vergabeverfahren. In der Branche entstand ein Problem aufgrund der nicht implementierten neuen Verfahren: Das Verteidigungsministerium versuchte, von direkten Käufen zu Ausschreibungen nach taktisch-technischen Anforderungen (TTA) überzugehen. Das neue System wurde jedoch nie eingeführt, und das alte Verfahren funktioniert faktisch bereits nicht mehr. Infolgedessen kam es zu einer gegenseitigen Verschiebung der Verantwortung: Das Verteidigungsministerium wirft der AOZ Untätigkeit vor, während die Agentur erklärt, bereit zu sein, Ausschreibungen durchzuführen, aber auf die erforderlichen TTA des Verteidigungsministeriums wartet.

Widersprüchliche Informationen

Die Versionen der Rücktrittsgründe weichen voneinander ab. Einerseits nennt Schumadilow selbst seinen Rücktritt eine „persönliche und wohlüberlegte Entscheidung“, was auf einen persönlichen und nicht erzwungenen Charakter des Schritts hindeutet. Andererseits behauptet eine Quelle in der Verteidigungsindustrie, die mit der Situation vertraut ist, dass der AOZ-Chef gerade wegen eines systematischen Stillstands bei der Waffenbeschaffung und gegenseitiger Vorwürfe zwischen der Agentur und dem Verteidigungsministerium geht. Somit koexistieren die öffentliche Rhetorik der „persönlichen Entscheidung“ und die Hintergrundversion des „Konflikts rund um die Verfahren“, und eine endgültige Einordnung der Rücktrittsgründe zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lässt sich nicht eindeutig bestätigen.

Kontext der Ernennung und frühere Positionen

Arsen Schumadilow übernahm im März 2025 die Leitung der Agentur für Verteidigungseinkäufe; ernannt wurde er vom damaligen Verteidigungsminister Rustem Umerow. Vor seiner Arbeit in der AOZ leitete Schumadilow „Medizinische Einkäufe der Ukraine“ und den Staatlichen Operator für Nachschub. Seine Ernennung erfolgte vor dem Hintergrund eines Konflikts um die frühere AOZ-Leiterin Marina Bezrukova: Umerow beschloss, ihre Befugnisse nicht zu verlängern, trotz einer Entscheidung des Aufsichtsrats. Die Agentur für Verteidigungseinkäufe ist eine spezialisierte Struktur des Verteidigungsministeriums, die für die Beschaffung von Waffen und militärischer Ausrüstung für die Streitkräfte der Ukraine zuständig ist.

Kritik innerhalb des Systems und Position der Anti-Korruptionsbehörden

Anschließend geriet Schumadilow selbst in die Kritik. Er entließ seinen Stellvertreter, den ehemaligen Direktor des Nationalen Anti-Korruptionsbüros (NABU), Artem Sytnyk, und schaffte das von ihm geschaffene Kontrollsystem für Beschaffungen ab, das den Kauf von Waffen außerhalb der AOZ verhindern sollte. Das Zentrum zur Bekämpfung von Korruption kritisierte diese Entscheidungen und vermutete, dass damit versucht wurde, eine „bequeme und loyale Kontrolle über die Agentur“ sicherzustellen. In der AOZ selbst wurde die Entlassung Sytnyks mit der Notwendigkeit einer Optimierung der Arbeit begründet. Vor diesem Hintergrund beendet der Rücktritt des Generaldirektors eine schwierige Phase in der Geschichte der Agentur, die durch Führungswechsel und Streitigkeiten über die Mechanismen der Kontrolle der Verteidigungseinkäufe geprägt war.