Schweden beabsichtigt, der Ukraine zehn schnelle Küstenwachboote zu übergeben. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf eine Erklärung der schwedischen Regierung. Die Schiffe werden direkt an den Staatlichen Dienst für Notfallsituationen der Ukraine (DSNS) übergeben und werden, laut Quelle, in dem technischen Zustand übergeben, in dem sie sich derzeit befinden.

Rettungsoperationen und Entminung

Wie erläutert wird, sollen die Boote den Rettungskräften bei Operationen auf dem Wasser helfen und die Fähigkeiten der Ukraine im Schleppen, Entminen und Transport stärken. „Schweden unterstützt die Ukraine auf vielen Ebenen und stärkt nun die maritimen Fähigkeiten der Ukraine noch weiter“, erklärte der schwedische Minister für Zivilschutz Karl-Oskar Bolin. Damit wird nicht nur der militärische, sondern auch der zivile und humanitäre Bestandteil der Hilfe erweitert.

Technischer Zustand und Übergebungsbedingungen

Besonders hervorgehoben wird, dass alle zehn Schiffe in ihrem derzeitigen technischen Zustand übergeben werden. Das bedeutet, dass die Boote an den DSNS ohne Zusagen für eine Generalsanierung oder Modernisierung übergeben werden und ihre Einsatzbereitschaft von den Wartungsmöglichkeiten der ukrainischen Seite abhängen wird. Für den Notfalldienst ist dies dennoch eine schnelle Möglichkeit, den Bestand an Wasserfahrzeugen zu ergänzen, die für den Einsatz im Schwarzen Meer und auf inneren Wasserwegen benötigt werden.

Im Kontext der europäischen Unterstützung

Die Entscheidung Stockholms fügt sich in den allgemeinen Strom der europäischen Unterstützung für Kiew ein. Laut italienischen Medienbereitschaften bereiten Italien und Frankreich für die Ukraine ein neues Paket militärischer Hilfe vor, das laut Berichten vier neueste SAMP/T-NG-Batterien, Aster-30-Abfangraketen und sieben Langstreckenradare umfassen soll. Außerdem hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj zuvor erklärt, dass die Ukraine zusätzliche Raketen für Patriot-Systeme, Crotale-Systeme und AIM-Raketen erhalten habe.

Gefrorene russische Vermögenswerte

Gleichzeitig rief Schweden zusammen mit den Niederlanden, Spanien und Polen die EU-Kommission auf, die Arbeit an der Übertragung der gefrorenen russischen Vermögenswerte an die Ukraine wieder aufzunehmen, und schlug vor, Mechanismen zu entwickeln, die das belgische Veto umgehen. Dieser Schritt wird als Teil einer umfassenderen finanziellen und logistischen Unterstützung betrachtet, zu der nun auch ein maritimer Bestandteil in Form von Küstenwachbooten hinzukommt.