Laut der italienischen Zeitung La Repubblica hat die Regierung von Premierministerin Giorgia Meloni auf geschlossener Ebene bereits ein neues Paket militärischer Hilfe für die Ukraine genehmigt, das sich vor allem auf die Luft- und Raketenabwehr konzentriert. Die entsprechenden Beschlüsse sollen dem Bericht zufolge endgültig im dreizehnten „Hilfsdekret“ verankert werden. Die Debatte über das Paket fiel mit einem öffentlichen Signal Roms zusammen: Am 24. August erklärte Außenminister Antonio Tajani nach einem Gespräch mit dem ukrainischen Außenminister Andrej Sybiha, dass eine neue Lieferung vorbereitet werde.
Zusammensetzung des Pakets
Das Rückgrat des Pakets bilden Mittel der Luft- und Raketenabwehr. Es geht um vier Batterien des Typs SAMP/T NG, die auch ballistische Raketen abfangen können, sowie um die Abfangraketen Aster 30. Dazu sollen sieben Langstreckenradare hinzukommen – sechs französischer Produktion (Thales) und einer italienischen (Leonardo).
Französisch-italienische Kooperationsachse
Den Informationen von La Repubblica zufolge sind die Vereinbarungen das Ergebnis einer im Juli geschlossenen Übereinkunft zwischen Italien und Frankreich. Beide Länder produzieren gemeinsam die Systeme SAMP/T und die Raketen Aster 30, die zum Schutz vor Luft- und Raketenangriffen eingesetzt werden; daher erfolgt die Koordination der Lieferungen im Rahmen einer bilateralen Kooperationsachse.
Produktionslizenz
Paris und Rom können der Ukraine zudem die Genehmigung erteilen, die Abfangraketen Aster 30 N1BT direkt auf ukrainischem Gebiet zu produzieren. Dieser Schritt soll, wie die Zeitung anmerkt, die Abhängigkeit Kiews von Lieferungen fertiger Raketen aus Europa verringern und eine nachhaltige Versorgung der Luftabwehrsysteme sicherstellen.Munitionsengpass
Die Ukraine verfügt bereits über zwei SAMP/T-Batterien, die ihr von Italien und Frankreich übergeben wurden; laut La Repubblica haben sich die Systeme im Einsatz als wirksam erwiesen. Allerdings ist seit Sommer 2025 ein Problem mit der Munition entstanden: Die Bestände an Aster-30-Raketen in Paris und Rom sind auf ein Minimum geschrumpft. Nun soll die Produktion der Abfangraketen hochgefahren werden, und Italien soll einen Teil der Raketen bereits bis Oktober an die Ukraine übergeben, um sowohl die vorhandenen als auch die neu aufgestellten Systeme mit Munition zu versorgen.
Finanzierung
Der Gesamtwert des Pakets wird auf rund 3 Mrd. Euro geschätzt. Die Finanzierung soll laut dem Bericht aus Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Programms Ukraine Support Loan erfolgen. Italien hatte zuvor bereits seine Bereitschaft erklärt, die Unterstützung der Ukraine in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung zu verstärken.
Widersprüchliche Angaben
In den Quellen gibt es Abweichungen in der Formulierung zum Status des Beschlusses. Einerseits beschreibt La Repubblica das Paket als bereits „heimlich genehmigt“ von der Regierung Meloni; andererseits hat öffentlich nur der Außenminister am 24. August davon gesprochen und dabei angemerkt, dass das Paket „vorbereitet“ werde und die endgültige Verankerung im dreizehnten „Hilfsdekret“ erwartet werde. Das heißt, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung haben die Beschlüsse noch keinen endgültigen rechtlichen Status. Außerdem werden die Angaben zur Zusammensetzung des Pakets (vier Batterien, sieben Radare, rund 3 Mrd. Euro) in der Wiedergabe einer einzigen Quelle zitiert und von offiziellen Dokumenten Roms nicht bestätigt.