Am 6. September führte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Kiew nach drei Runden von Gesprächen mit den US-Sonderbeauftragten Steve Witkoff und Jared Kushner sowie mit europäischen Partnern einen Briefing durch, in dessen Zentrum die Frage des Donbas stand. Laut dem Staatsoberhaupt wurde dieser Punkt während der Gespräche selbst angesprochen und ist, aus Sicht der ukrainischen Seite, der Schlüssel der aktuellen Kriegsführung. „Die Frage des Donbas ist doch, mit allem Respekt, die Frage unserer Bürger, die im Donbas leben oder von dort aus gezwungen wurden zu gehen“, betonte Selenskyj und erweiterte die Debatte über die rein territoriale Agenda hinaus auf das Schicksal der Menschen, die auf diesen Gebieten weiterleben oder infolge der Kampfhandlungen gezwungen wurden, sie zu verlassen.
Der Donbas als Teil des Abnutzungskrieges
Der Präsident betonte, dass der Donbas nicht aus dem allgemeinen Kontext des Konflikts herausgerissen werden könne. „Die Frage des Donbas ist nicht nur die Frage des Donbas. Zwischen uns, so meine ich, ist dies die Frage dieses Krieges. Ein Krieg ums Überleben und um Abnutzung“, erklärte er. Seiner Einschätzung nach bleiben die Gebiete des Donbas eines der Ziele der russischen Seite, wobei diese Richtung für die Verteidigung der Ukraine von entscheidender Bedeutung bleibt. Selenskyj wies zudem darauf hin, dass die russischen Truppen ihre Präsenz im Osten verstärkt hätten, während die ukrainischen Streitkräfte den Gegner weiter zurückdrängten, und mutmaßte, dass nach den Wahlen in Russland eine Mobilmachung erfolgen könnte, die seiner Meinung nach mit der Verstärkung genau dieser Richtung zusammenhänge.
Eine starke Position auf dem Schlachtfeld als Voraussetzung für Diplomatie
Einen besonderen Akzent setzte Selenskyj auf die Rolle der militärischen Handlungen bei der Schaffung der Voraussetzungen für Verhandlungen. „Ohne eine starke Position auf dem Schlachtfeld, ohne eine starke ukrainische Position, würde es nur Ultimaten geben. So ist heute Diplomatie möglich“, erklärte er und verknüpfte die Möglichkeit eines Dialogs mit dem militärischen Gleichgewicht. Laut seinen Worten sei die Ukraine in den letzten 10–12 Monaten stärker geworden, auch wenn noch eine Reihe ernsthafter Herausforderungen bevorstünden, zu denen er die Winterzeit sowie die finanziellen Bedürfnisse des Staates zählte: Mittelengpässe, die Notwendigkeit, die Armee zu finanzieren, humanitäre Bereiche und die Produktion eigener Verteidigungsmittel.
Was als Nächstes kommt: neue Gespräche in den kommenden Wochen
Nach Abschluss des Treffens teilte Selenskyj mit, dass die Seiten mehrere neue Ideen besprochen hätten, die einer weiteren Ausarbeitung bedürften, und dass die Ukraine, die USA und Europa in den kommenden Wochen neue Gespräche führen könnten. Dabei lehnte er es ab, alle Details preiszugeben. „Geben Sie uns die Möglichkeit, dies zunächst tiefgehend zu analysieren, zu verstehen, welche Details, welche Schritte möglich sind und ob uns dies dem Frieden näherbringt, und dann werden wir mit der Gesellschaft sprechen“, sagte der Präsident. Erinnerung an den Tagesablauf: Am 6. September fanden in Kiew drei Runden von Gesprächen mit Vertretern der USA und europäischen Partnern statt, in denen mögliche weitere diplomatische Schritte und Bedingungen erörtert wurden, die das Ende des Krieges näherbringen könnten.