Während eines strategischen Treffens mit ukrainischen Botschaftern definierte Wolodymyr Selenskyj neue Richtungen der Außenpolitik des Landes. Als oberste Priorität in der aktuellen geopolitischen Lage nannte der Präsident die Intensivierung der Beziehungen zur VR China. Nach Ansicht des Staatsoberhauptes hängt es von der Arbeit der Diplomaten in Peking ab, ob China seine Neutralität bewahrt oder auf die Seite Moskaus übergeht.
Die China-Frage: Der Preis der Untätigkeit
Selenskyj erklärte direkt, dass die Passivität Kiiews im Dialog mit Peking zu fatalen Folgen führen könnte. „Man muss den Dialog mit China suchen, wenn man nicht will, dass China die Russen vollständig unterstützt“, betonte der Präsident. Er warnte davor, dass es eine Bedrohung für die Ukraine darstellen würde, wenn Peking seine Zukunft ausschließlich durch die Brille der Beziehungen zu Moskau betrachten würde und andere Länder ausschließen würde.
Dieser Aufruf zum Handeln klingt besonders aktuell vor dem Hintergrund von Berichten westlicher Medien. Zuvor berichtete das Magazin The Economist, dass China die russische Kriegserfahrung auf ukrainischem Territorium aktiv untersucht. Laut Journalisten absolvieren chinesische Militärs Training auf Übungsplätzen in Russland, und Moskau teilt mit Peking nicht nur Technologien, sondern auch Daten zur Anwendung westlicher Waffen.
Neue Richtungen: Von den Philippinen bis nach Afrika
Neben der Arbeit mit China beauftragte der Präsident das Außenministerium und das Team des Präsidentenamts, die Strategie der Zusammenarbeit mit anderen Regionen zu überdenken. Selenskyj stellte fest, dass die Ukraine bereits gewisse Erfolge erzielt hat, beispielsweise bei der Normalisierung der Beziehungen zu den Philippinen, aber diese Arbeit Systematik und weitere Entwicklung erfordert.
Besonderes Augenmerk legte das Staatsoberhaupt auf Syrien. Laut Selenskyj durchläuft das Land nach dem Regimewechsel in Damaskus eine Transformationsphase. Die Ukraine gehörte zu den ersten Staaten, die die neue Führung anerkannten, und nun muss die Zusammenarbeit verstärkt werden, um diesen Erfolg zu festigen.
Auch Lateinamerika und Afrika stehen auf der Prioritätenliste. Der Präsident äußerte die Hoffnung, dass bald eine neue Strategie zur Entwicklung der Beziehungen zu afrikanischen Staaten vorgestellt wird, und die Präsenz Kiiews in Lateinamerika sollte sichtbarer werden.
Wiederherstellung und Verfeinerung
Selenskyj forderte die Diplomaten auf, nicht bei den erreichten Erfolgen stehen zu bleiben. „Wir müssen all das wiederherstellen, alles muss verfeinert werden“, fasste er zusammen und betonte die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes in der Außenpolitik. Unter Bedingungen, in denen traditionelle Bündnisse unter Spannung stehen, wird die Suche nach neuen Partnern zu einer Frage der nationalen Sicherheit.