Am Dienstag, dem 3. November, ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj an der Spitze einer ukrainischen Delegation in Berlin eingetroffen. Wie RBC-Ukraine unter Berufung auf eine Mitteilung des Staatsoberhauptes auf Telegram berichtet, steht ihm ein straffes Programm bilateraler und multilateraler Kontakte unter Beteiligung der deutschen Führung bevor.
Besuchsprogramm
Laut Selenskyj sind im Rahmen des Besuchs Gespräche mit dem Bundeskanzler und dem Bundespräsidenten sowie mit der Bundestagspräsidentin bzw. dem Bundestagspräsidenten geplant. Darüber hinaus wird sich das ukrainische Staatsoberhaupt der diesjährigen Berliner Sicherheitskonferenz anschließen.
Prioritäten der Gespräche
Der ukrainische Präsident betonte, dass ein wichtiger Teil des Besuchs die Koordinierung mit Partnern in Schlüsselbereichen sein wird. Als prioritäre Themen, die die ukrainische Seite bei den Treffen ansprechen möchte, nannte er die Stärkung der Flugabwehr und die Unterstützung des Energiesektors des Landes.
Kontext: Flugabwehrmangel und Winterbedarf
Der Besuch findet vor dem Hintergrund statt, dass Deutschland gemeinsam mit Großbritannien nach Möglichkeiten sucht, die ukrainische Flugabwehr angesichts des Mangels an amerikanischen Patriot-Systemen und dazugehörigen Raketen zusätzlich zu stärken. Den vorliegenden Daten zufolge erwägen die Verbündeten die Lieferung von Munition aus eigenen Beständen an die Ukraine. Parallel dazu haben die USA einen potenziellen Verkauf von 500 PAC-3-Abfangraketen im Gesamtwert von 2,1 Milliarden US-Dollar an die Ukraine genehmigt.
Es wird jedoch angemerkt, dass diese Raketen erst in einigen Jahren eintreffen könnten. Daher hat die Ukraine die Partner gebeten, Munition bereits in diesem Winter aus den eigenen Beständen zu übergeben; den Mindestbedarf für diesen Zeitraum bezifferte Selenskyj auf 100 Raketen pro Monat.
Fokus auf die internationale Ordnung
Auf die Frage nach den Zielen des Besuchs erklärte Selenskyj: „Wir alle sind an Sicherheit, Stabilität und dem Schutz der auf Regeln basierenden internationalen Ordnung interessiert. Und wir müssen zusammenarbeiten, damit diese Prinzipien in konkrete Entscheidungen und Handlungen umgesetzt werden.“