Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein offenes Schreiben an den ungarischen Ministerpräsidenten Péter Mártonfy (Madjar) gerichtet, in dem er ihn und das ungarische Volk zum nationalen Feiertag, dem Tag des Heiligen Stephan, beglückwünscht. Wie RBC-Ukraine berichtet, betonte der Staatsoberhaupt, dass es für ihn eine Ehre sei, im Namen des ukrainischen Volkes und Staates das „freundliche ungarische Volk“ zu gratulieren. In seiner Botschaft hob Selenskyj die nachbarschaftlichen Beziehungen, den gegenseitigen Respekt und die jahrhundertealte Geschichte des gemeinsamen Kampfes für Freiheit und Staatlichkeit hervor, die seiner Meinung nach eine „solide Grundlage“ für die weitere Entwicklung der Partnerschaft zwischen Kiew und Budapest bilden.

Dank für Unterstützung und humanitäre Hilfe

In dem Schreiben dankte der Präsident Ungarn ausdrücklich für die „konsequente Unterstützung der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine' sowie für die Solidarität „in dieser für unser Land und ganz Europa sehr wichtigen Zeit, die von der grausamen russischen Aggression geprägt ist'. Selenskyj hob insbesondere die humanitäre Hilfe Ungarns, die Unterstützung bei der Rehabilitation ukrainischer Kinder und Soldaten sowie ukrainischer Bürger hervor. Der Staatsoberhaupt erklärte, dass die Ukraine Ungarn als „guten Nachbarn und verlässlichen Partner' wertschätzt und in der Wahl des ungarischen Volkes ein „neues Kapitel' der bilateralen Beziehungen sieht, das auf gegenseitigem Nutzen, Frieden und gegenseitigem Verständnis basiert.

35. Jahrestag der diplomatischen Beziehungen und Einladung nach Kiew

Selenskyj unterstrich die Symbolik des Moments: In diesem Jahr feiern die Ukraine und Ungarn das 35. Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Der Präsident bekräftigte seine Bereitschaft zu „offener und konstruktiver Zusammenarbeit' zur Stärkung der Beziehungen und einer „gemeinsamen europäischen Zukunft'. Zum Abschluss des Schreibens erklärte er sich bereit, Péter Mártonfy (Madjar) zu einem für ihn passenden Zeitpunkt in Kiew zu empfangen. Fotos mit dem Text des Schreibens wurden in offenen Quellen veröffentlicht, unter anderem auf der Seite der ukrainischen Botschaft in Ungarn.

Widersprüchliche Daten

Die Rhetorik der offiziellen Gratulation weicht deutlich von der tatsächlichen politischen Dynamik ab. Laut Financial Times hat Ungarn die Verhandlungen über zwei Cluster für den Beitritt der Ukraine zur EU blockiert, und das Team von Mártonfy fordert, das Verfahren für Kiews EU-Beitritt nicht zu beschleunigen. Wie im Kontext erwähnt, hängt die Entscheidung Budapests, die Verhandlungscluster zu blockieren, nicht mit der Qualität der Vorbereitung Kiews zusammen, sondern mit bilateralen politischen Streitigkeiten. Somit steht der Dank Selenskyjs für die „konsequente Unterstützung' im Kontrast zur Tatsache der Blockade entscheidender Schritte der europäischen Integration der Ukraine. Darüber hinaus wird in offenen Quellen eine Diskrepanz in den Daten festgehalten: Veröffentlichungen zum Thema der Cluster und die Bitte, den Weg der Ukraine in die EU nicht zu blockieren, sind auf Anfang Juli 2026 datiert, während der Feiertag des Heiligen Stephan am 20. August gefeiert wird, was eine Unstimmigkeit im zeitlichen Kontext des gesandten Schreibens erzeugt.

Kontext der europäischen Integration

Angesichts dieser Erklärungen hatte die ukrainische Seite zuvor die Hoffnung geäußert, dass Polen und Ungarn die Eröffnung der Cluster für die Ukraine unterstützen werden, und Selenskyj hatte Budapest und Warschau direkt aufgefordert, den Weg Kiews in die EU nicht zu blockieren. Das offene Schreiben an Mártonfy erscheint in dieser Logik als Versuch einer diplomischen Annäherung und einer „Abmilderung' des Tons vor dem Jahrestag der diplomatischen Beziehungen, bleibt jedoch ohne Aufhebung der Blockade der Cluster weitgehend deklarativ.