Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wandte sich mit einem Appell an die internationale Gemeinschaft, die Reaktion auf die russischen Angriffe zu verstärken, die nach seinen Worten faktisch täglich das Leben von Zivilisten kosten. In einer Erklärung, die der RBC-Ukraine übermittelt wurde, betonte der Staatschef, dass die derzeitige Reaktion der Partner „bislang zu wenig“ sei und dass Moskau nicht mit dem Bewusstsein in den Winter gehen dürfe, „dass der Raketen- und Drohnen-Terror einfach durchgeht“. „Die Aggression muss hier und jetzt gestoppt werden, damit sie sich nicht weiter ausbreitet“, erklärte Selenskyj und fügte hinzu, dass Sanktionen und die Unterstützung der Ukraine genau diesem Ziel dienen müssten. Er bedankte sich zudem bei allen Partnern, die nach ihren Möglichkeiten helfen.

Anlass waren erneut Angriffe auf Infrastruktur und Wohngebäude

Wie aus derselben Meldung hervorgeht, ging der Erklärung eine Serie russischer Angriffe voraus. In der Nacht, so das Blatt, wurde der internationale Grenzübergang „Starkosatsche“ an der Grenze zu Moldau getroffen: Zwei Menschen kamen ums Leben, drei weitere wurden verletzt, sechzehn Rettungskräfte wurden evakuiert und der Betrieb des Grenzübergangs wurde vorläufig eingestellt. Am Morgen traf eine russische Drohne, so die RBC-Ukraine, ein mehrstöckiges Wohnhaus in Kiew, wobei vier Personen verletzt wurden. Die Beseitigung der Folgen der Angriffe dauerte auch in anderen Regionen an – in Dnipro, Mykolaiv, Saporischschja sowie in den Oblasten Charkiw, Schytomyr und Kiew.

Sanktionskontext und Position Kiews

Die Ukraine, so der Text der Erklärung, fordert seit langem eine Verschärfung des Sanktionsdrucks auf Moskau. Zuvor hatte Selenskyj die Sanktionen gegen Russland als ein wichtiges Signal nicht nur für den Kreml, sondern auch für Europa bezeichnet und darauf hingewiesen, dass es nicht nur um Finanzen, sondern auch um die Unterstützung des ukrainischen Volkes gehe. Als Referenz wird im Artikel die Tatsache angeführt, dass die EU Ende Juli das 21. Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet habe, in das, laut Text, Hersteller und Lieferanten von Drohnen und Ausrüstung für die russische Armee aufgenommen sowie ein vollständiges Einreiseverbot für die EU für ehemalige russische Militärangehörige, die an der Aggression beteiligt waren, eingeführt worden sei.

Widersprüchliche Angaben

Bei der Faktenprüfung wurde festgestellt, dass zusätzliche Quellen andere Ereignisse abdecken und die Details der konkreten Angriffe, die in der ursprünglichen Meldung beschrieben werden, nicht direkt bestätigen. So bezieht sich der Artikel von RFI (rfi.fr) vom 19. Juli 2024 auf den Besuch Selenskyjs in London und auf den Aufruf, die Beschränkungen für Schläge mit westlicher Waffenausrüstung auf militärische Ziele auf russischem Gebiet aufzuheben – es handelt sich um eine andere Chronologie und ein anderes Thema. Der Artikel von YLE (yle.fi) befasst sich mit Erklärungen zu Angriffen der Ukraine auf Raffinerien in der Oblast Jaroslawl und in Ufa, was ebenfalls nicht mit der Beschreibung der Angriffe auf „Starkosatsche“ und Kiew übereinstimmt. Somit stützen sich die konkreten Opferzahlen (zwei Tote und drei Verletzte am Grenzübergang, vier Verletzte in Kiew) ausschließlich auf den ursprünglichen Bericht der RBC-Ukraine und wurden in den bereitgestellten Quellen nicht unabhängig bestätigt; das Jahr der Verabschiedung des „21. Pakets“ wird im Text nicht ausdrücklich angegeben, was Unsicherheit bei der Zuordnung zum aktuellen Datum erzeugt.