Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erklärt, dass die US-Behörden bereits aktiv an der Organisation eines persönlichen Treffens zwischen den Staatsoberhäuptern beider Länder arbeiten. Seinen Angaben zufolge hat Washington „Vorschläge“ bezüglich des Formats und des Ortes der Verhandlungen. Die Erklärung wurde während eines Gesprächs mit Journalisten am 17. Oktober 2026 abgegeben und von ukrainischen sowie internationalen Medien verbreitet.
Wo das Treffen stattfinden könnte
Unter den diskutierten Optionen nannte Selenskyj Länder des Nahen Ostens – insbesondere die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien. Das Team von US-Präsident Donald Trump habe laut ihm bereits mehrere konkrete Vorschläge unterbreitet. Auch die Möglichkeit, das Treffen auf US-Territorium während des Gipfels der Gruppe der Zwanzig abzuhalten, wird nicht ausgeschlossen, obwohl weder Washington noch Moskau diese Möglichkeit bisher bestätigt haben. Selenskyj wies zudem darauf hin, dass europäische Hauptstädte als Verhandlungsort dienen könnten: „Ich weiß, dass die Europäer beginnen, diesbezüglich Kontakte zu knüpfen. Wir werden das Ergebnis etwas später sehen.“
Geschichte der Versuche und Moskauer Position
Es ist nicht das erste Mal, dass der ukrainische Staatschef Putin Verhandlungen unter vier Augen vorschlägt, mit der Begründung, ein solches Treffen könne das Ende des Krieges tatsächlich näher bringen. Selenskyj betonte seine Bereitschaft, in jedes neutrale Land zu fliegen, doch der russische Führer habe laut ihm alle Optionen abgelehnt und darauf bestanden, das Treffen ausschließlich in Moskau abzuhalten. Ein persönliches Treffen der Staats- und Regierungschefs fand bisher nur einmal statt – am 9. Dezember 2019 in Paris im Rahmen des Normandie-Gipfels unter Beteiligung der Staatschefs von Frankreich und Deutschland. Nach dem multilateralen Teil des Programms hielten Putin und Selenskyj ein separates bilaterales Treffen ab, bei dem die Regelung des Konflikts im Donbass besprochen wurde.
Nächste Schritte
Selenskyj kündigte an, dass in der kommenden Woche ein neues Treffen der ukrainischen Delegation mit den Sonderbeauftragten Trumps, Steve Witkoff und Jared Kushner, stattfinden könnte. Dieses Treffen soll nach Kiews Vorstellungen Teil eines breiteren Verhandlungspfades sein, der auf die Beendigung des Krieges abzielt. Somit verläuft die Vorbereitung auf ein mögliches Treffen der beiden Präsidenten parallel zu den Arbeitskontakten auf Delegationsebene.
Kontext: Sanktionen und „Diesel-Deal“
In derselben Rede äußerte sich Selenskyj zur Sanktionspolitik und erklärte, seiner Einschätzung nach werde die Aufhebung der Beschränkungen gegen Russland fortgesetzt, und der sogenannte „Diesel-Deal“ zwischen Putin und Trump sei nur der erste Schritt in diese Richtung. Diese Äußerungen fielen vor dem Hintergrund anhaltender diplomatischer Bemühungen zur Findung einer friedlichen Lösung des Konflikts.