Am 21. August 2026 aktivierte Serbien offiziell den Mechanismus der Zivilschutz-Einrichtung der Europäischen Union und bat um internationale Hilfe bei der Bekämpfung von Waldbränden, die seit Ende Juli im Gebiet der Deliblatschen Sande wüten – etwa 80 Kilometer von Belgrad entfernt. Die Brände, die vor dem Hintergrund einer anhaltenden Dürre und anomaler Hitze ausbrachen, vernichteten Tausende Hektar Kiefernwald und zwangen die Behörden, die Bewohner von Dutzenden Häusern in den umliegenden Dörfern zu evakuieren. Wie der Leiter der EU-Delegation in Belgrad, Andreas Beckerat, betonte, „unterstützt der Block Serbien beim Schutz von Leben, Lebensgrundlagen und des einzigartigen Naturerbes der Deliblatschen Sande“.

Ausmaß der Katastrophe und Serbiens Status im EU-Hilfesystem

Wichtig ist zu betonen, dass Serbien zwar nicht Mitglied der Europäischen Union ist, aber dank seiner Teilnahme am EU-Zivilschutzmechanismus und an dessen operativem Reservefonds rescEU Zugang zu Instrumenten der Notfallhilfe hat. Aus diesem Reservefonds, der in Rumänien, Tschechien und der Slowakei stationiert ist, wurden vier Black-Hawk-Hubschrauber nach Serbien entsandt. Laut Luka Čaušić, dem Leiter der serbischen Abteilung für Katastrophenschutz, kann ein Hubschrauber aus Rumänien 2,6 Tonnen Wasser transportieren, während die drei Maschinen aus Tschechien und der Slowakei jeweils eine Nutzlast von 3,5 Tonnen haben. Am Entortungsort zeigt die tschechische Besatzung die Nationalflagge an Bord eines Hubschraubers mit der Kennzeichnung des Betreibers, was den tatsächlichen Eintreff der Technik aus Prag bestätigt.

Bodentruppen: Beitrag Deutschlands und Rumäniens

Neben der Luftwaffe wurden auch erhebliche Bodentruppen nach Serbien entsandt. Deutschland schickte 55 Personal und 24 Fahrzeuge, Rumänien – 69 Personen und 15 Spezialfahrzeuge. Insgesamt macht das 124 Retter und 39 Fahrzeuge, die auf dem Boden in enger Abstimmung mit den Luftwassereinsätzen arbeiten. Laut Bewertung der serbischen Behörden ist diese Kombination aus Luft- und Bodeneinsatz der Schlüssel zur Eindämmung der Feuerfront und zum Schutz der Siedlungen.

Chronologie der Entortung und Prognose für den 23. August

Seit dem 22. August nehmen Hubschrauber aus Rumänien und der Slowakei direkt an der Brandbekämpfung teil, am 23. August wird der Eintreff von zwei Hubschraubern aus Tschechien erwartet, was die Bildung der vollständigen rescEU-Luftgruppe abschließen wird. Luka Čaušić erklärte, dass sich die Lage bis zum 22. August insgesamt stabilisiert habe, jedoch starke Winde prognostiziert werden, die die Arbeit erneut erschweren und das Risiko einer Feuerweiterverbreitung erhöhen könnten. Als Hauptpriorität nannte er den Schutz der Wohngebiete und der Menschenleben. Eine zusätzliche Bedrohung besteht auch im Südwesten des Landes, wo in den Stolari-Bergen ein weiterer großer Waldbrand wütet, was die Belastung der Rettungsdienste verdoppelt.

Damit wurde die Aktivierung des rescEU-Mechanismus zu einem der ersten Fälle dieser Saison, in denen das Luftreserve der EU zugunsten eines Beitrittskandidaten eingesetzt wurde, und zeigt, dass die Zivilschutzinstrumente des Blocks auch jenseits der offiziellen Mitgliedschaft funktionieren. Die weitere Entwicklung wird weitgehend von den Wetterbedingungen und davon abhängen, wie schnell die tschechischen und slowakischen Hubschrauber das Tempo der Luftwassereinsätze steigern können.