Der Dienstag, der 8. September 2026, wurde zu einem weiteren angespannten Tag für den Luftraum der Moldau. Laut Angaben des Verteidigungsministeriums des Landes, auf die sich RBC-Ukraine bezieht, drang ein Kampfdrohnen vom Typ „Schahed“ in den Himmel der Republik ein – dieselbe Klasse von Geräten, mit denen Russland Angriffe auf das ukrainische Territorium führt. Der Vorfall wurde am Tag verzeichnet, und als Vorsichtsmaßnahme beschränkten die Behörden die Flüge für mehrere Stunden im zentralen Teil des Landes.
Chronologie des Eindringens
Dem Statement des moldauischen Verteidigungsministeriums zufolge überquerte die Drohne die Staatsgrenze aus der Ukraine heraus um etwa 16:20 Uhr Ortszeit in der Nähe des Ortes Slawjanosserbka und bewegte sich anfangs in Richtung Bender. Das Gerät wurde von den Luftraumüberwachungssystemen der Nationalen Armee beobachtet. Bis 16:32 Uhr bewegte sich die Drohne, laut Angaben des Ministeriums, in Richtung der Hauptstadt – Chișinău – und wurde um 16:36 Uhr in der Nähe des Ortes Balanesti entdeckt. Die Flugbahn verlief somit über einen erheblichen Teil des Staatsgebiets.
Reaktion der Behörden und Schließung des Luftraums
Zu Sicherheitszwecken wurde um 16:30 Uhr der zentrale Teil des moldauischen Luftraums vorübergehend für den Luftverkehr gesperrt. Die Einschränkungen galten, bis die Drohne die Staatsgrenze verließ: Danach, wie das Ministerium mitteilte, wurden die Verbote sofort aufgehoben und der zivile Luftverkehr wieder aufgenommen. Das Verteidigungsministerium fügte hinzu, dass in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern die Überwachung des Luftraums zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit fortgesetzt werde.
Widersprüchliche Angaben
Hier gehen die Versionen auseinander. Die offizielle moldauische Formulierung, die über RBC-Ukraine übermittelt wurde, betont, dass die Drohne „die Staatsgrenze verließ“ und die Einschränkungen danach aufgehoben wurden – der Schwerpunkt liegt also auf dem Verlassen des moldauischen Luftraums durch die Drohne. Gleichzeitig beschreiben eine Reihe ukrainischer und regionaler Medien (darunter 24tv und slovoidilo) eine längere Flugbahn: Laut ihren Angaben flog der „Schahed“ auf dem Transitweg durch die Moldau in den Luftraum Rumäniens ein und kehrte dann zurück, wo er abstürzte. Eine Version verzeichnet also nur die Überschreitung der moldauischen Grenze und das Verlassen des Landes durch das Gerät, die andere – einen zusätzlichen Flug in den rumänischen Luftraum und den anschließenden Absturz. Bis ein einheitliches offizielles Bestätigung der genauen Flugbahn und des Absturzorts vorliegt, sind beide Szenarien als teilweise nicht zusammenpassend zu betrachten.
Kontext: Serie von Vorfällen
Das Eindringen vom 8. September ist kein Einzelfall. Kürzlich, während eines weiteren russischen Angriffs auf die Ukraine, wurde im Luftraum der Moldau ein Luftobjekt registriert, das den Sektor der Transnistrien durchquerte. In der Nacht vom 27. August drangen nach einem massiven Schlag auf das ukrainische Territorium fünf Drohnen in die Moldau ein – wobei sie die Grenze erst nach Abschluss des Angriffs überquerten. Bereits zuvor, am 17. August, drang eine russische Drohne vom Typ „Bandierol“ in die Republik ein: In der Nähe des Ortes Talmașa im Rajon Ștefan Vodă gab es eine Explosion, und nach dem Absturz der Drohne brach ein Feuer aus. Ein separater Vorfall mit einem an „Schahed“ erinnernden Gerät wurde auch im Mai 2026 verzeichnet. Die Gesamtheit dieser Ereignisse zeichnet ein stabiles Bild wiederholter Eindringungen in den moldauischen Luftraum vor dem Hintergrund der Kampfhandlungen in der Nachbarschaft.
Position Chișinăus
Die moldauischen Behörden betonen konsequent, dass die Sicherheit der Bürger und die Stabilität des Luftraums Priorität haben: Bei jedem verdächtigen Objekt wird zeitnah eine vorübergehende Sperrung der Flugzonen verhängt, und nach dessen Wegzug werden die Einschränkungen aufgehoben. Das Ministerium erklärt zudem, dass die Überwachung des Luftraums gemeinsam mit internationalen Partnern fortgesetzt werde. Vor dem Hintergrund der steigenden Zahl von Vorfällen rücken der Schutz des Luftraums der Republik und die Koordination mit den Nachbarstaaten und Sicherheitspartnern in den Vordergrund.