Der amtierende Außenminister der Ukraine, Andrii Sybiha, äußerte scharfe Kritik am Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), nachdem die Organisation eine Erklärung zu Opfern unter Kindern in der Konfliktzone veröffentlicht hatte. Der Leiter des ukrainischen Außenministeriums erklärte, dass die Formulierungen im UNICEF-Bericht vom 4. August 2026 den entscheidenden Kontext ausgelassen hätten: Alle Todesfälle von Kindern seien eine direkte Folge des aggressiven Krieges Russlands gegen die Ukraine.
Vorwürfe der Schaffung einer falschen Gleichwertigkeit
Laut Sybiha habe UNICEF, indem es Statistiken über getötete und verletzte Kinder ohne eine klare Angabe des kausalen Zusammenhangs mit den Handlungen des russischen Staates lieferte, einen falschen Eindruck der Gleichwertigkeit der Konfliktparteien erweckt. „Es ist äußerst bedauerlich, dass die Organisation in ihrer Erklärung den wichtigsten Punkt ausgelassen hat: All diese Todesfälle von Kindern sind eine direkte Folge des aggressiven Krieges Russlands gegen die Ukraine', betonte der Minister in einem vom ukrainischen Außenministerium verbreiteten Kommentar.
Das offizielle Kiew besteht darauf, dass jegliche Verallgemeinerungen, die den Aggressor nicht hervorheben, die Verantwortung für Kriegsverbrechen faktisch verwässern. Sybiha forderte die internationale Gemeinschaft und humanitäre Organisationen auf, die Handlungen Russlands zu verurteilen und ein Ende der Ermordung unschuldiger Zivilisten zu fordern.
Widersprüchliche Daten
In seiner Erklärung wies Andrii Sybiha auf schwerwiegende faktische Fehler im UNICEF-Bericht hin, die sowohl die Situation auf dem Territorium Russlands als auch in der Ukraine betreffen. Insbesondere wendete der Minister auf Ungenauigkeiten bei der Beschreibung des Vorfalls in Krasnodar hin. Nach Angaben der ukrainischen Seite habe UNICEF nicht berücksichtigt, dass die Opfer in der russischen Region die Folge des Absturzes eines Drohnen waren, der laut Berichten von der russischen Flugabwehr abgeschossen wurde, und nicht eines direkten Treffers auf zivile Objekte.
Darüber hinaus wies Sybiha auf einen Mangel an grundlegender Faktenprüfung bezüglich der Opfer in der Ukraine hin. Der Außenminister stellte fest, dass in der Erklärung der Organisation falsche Zahlen genannt werden: In der Oblast Dnipropetrowsk starben sieben und nicht drei Kinder aus einer Familie. Sybiha fügte einen weiteren tragischen Fall hinzu: „Und gestern hat Russland noch ein weiteres unschuldiges ukrainisches Kind getötet – einen dreijährigen Jungen in der Oblast Kiew“.
Kontext der Tragödie in Radschune
Ein zentrales Ereignis, das Kontroversen über die Genauigkeit der Daten auslöste, war die Tragödie im Dorf Radschune bei Krywyj Rih. In der Nacht zum 30. Juli 2026 traf eine russische ballistische Rakete ein Privathaus, in dem eine Großfamilie wohnte. Bei dem Angriff kamen die Eltern und ihre Kinder ums Leben. Genau über diese Opfer, so Sybiha, wurde in der Erklärung gesprochen, in der nach Ansicht Kiews die Daten zur Anzahl der getöteten Kinder verzerrt wurden.
Der ukrainische Diplomat betonte, dass es sich nicht nur um statistische Ungenauigkeiten, sondern um Kriegsverbrechen Russlands handle, die eine sofortige Verurteilung durch internationale Institutionen erfordern.