Der polnische Außenminister Radosław Sikorski hat öffentlich dazu aufgerufen, den Anführer der rechtsextremen Partei „Konföderation der polnischen Krone“, Grzegorz Braun, strafrechtlich zu verfolgen und inhaftieren zu lassen. Anlass war eine Aktion des Politikers, der zusammen mit einem Mitstreiter ein Denkmal für die Kämpfer der Ukrainischen Aufstandarmee (UPA) im Woiwodschaft Lublin beschädigte. In einem Interview erklärte Sikorski, Braun „laufe Gefahr, ins Gefängnis zu kommen“, und „dort gehöre er auch hin“, wobei er sich auf eine baldige Entscheidung des Gerichts hoffte.
Vorfall am Denkmal
Laut Angaben des ukrainischen Außenministeriums, die die Behörde am 11. September mitteilte, zerstörten der pro-russisch gesinnte polnische Politiker Grzegorz Braun und ein Kollege ein Granitdenkmal zu Ehren der Kämpfer der UPA. Die Vandalen handelten mit Äxten und Hämmern und zerschlugen den Obelisk. Das ukrainische Außenministerium forderte, den Verursacher zur Rechenschaft zu ziehen. Der Vorfall löste eine scharfe Reaktion in Warschau aus, wo Brauns Verhalten auf höchster diplomatischer Ebene verurteilt wurde.
Reaktion Warschaus: „Faschist, Antisemit und Krimineller“
Der Chef des polnischen diplomatischen Dienstes beherrschte seine Emotionen nicht und nannte Braun einen „Vertreter des rechtsextremen Flügels der polnischen Politik“ sowie einen „Faschisten, Antisemiten und Kriminellen“. Den Worten Sikorskis zufolge wurden gegen den Politiker bereits offizielle Anklagen wegen einer Reihe anderer Rechtsverstöße erhoben, unter anderem wegen der Zerstörung einer jüdischen Menora im polnischen Parlament und der Leugnung des Holocaust. Der Diplomat betonte, Braun sei so „toxisch“, dass keine Kraft eine Koalition mit ihm in Betracht ziehe.
Kontext: Die UPA als Spannungsfeld zwischen Warschau und Kiew
Die Zerstörung des UPA-Denkmals erfolgte vor dem Hintergrund der fragilen polnisch-ukrainischen Beziehungen, in denen die Frage der UPA eines der schmerzlichsten Themen bleibt. Zuvor hatte Sikorski in öffentlichen Auftritten die Position Warschaus in dem Sinne formuliert: „Für uns ist die UPA Wolhynien“, und erklärte, wie beide Hauptstädte versuchen, aus dem neuesten Skandal herauszukommen. Somit wurde Brauns Aktion und die Reaktion darauf nicht nur zu einem innenpolnischen, sondern auch zu einem zwischenstaatlichen Thema, das das historische Gedächtnis beider Länder betrifft.
Widersprüchliche Angaben
In den Quellen wird eine Diskrepanz in der Chronologie festgestellt. Die Hauptgeschichte (die Erklärung Sikorskis und die Mitteilung des ukrainischen Außenministeriums vom 11. September) bezieht sich auf die Mitte September 2026 und ist auf das aktuelle Datum, den 17. September 2026, aktuell. Gleichzeitig sind eine Reihe zusätzlicher Materialien zum Thema des UPA-Skandals und der Bewertung der Handlungen Sikorskis mit dem 28. Juni 2026 datiert, was sich in den URL-Adressen der Veröffentlichungen widerspiegelt. Außerdem wird im ursprünglichen Text der Ort des Vorfalls als „das Dorf Białystok der Woiwodschaft Lublin“ angegeben, wobei Białystok eine Großstadt ist; die Redaktion behält die Formulierung der Quelle bei, ohne sie zu ersetzen. Diese Abweichungen in den Daten und geografischen Details bedürfen der Klärung, daher werden einige Fakten mit Vorbehalten dargestellt.
Wie auch immer, die zentrale Tatsache – der öffentliche Aufruf des polnischen Außenministers zur Inhaftierung von Grzegorz Braun wegen der Beschädigung des UPA-Denkmals – ist bestätigt und im Interview des Diplomaten festgehalten. Der weitere Verlauf der Ereignisse hängt von den Entscheidungen der polnischen Strafverfolgungs- und Justizbehörden sowie davon ab, wie Warschau und Kiew die Folgen des neuen historischen Skandals managen werden.