Das Wettrüsten im Weltraum hat seine Richtung geändert. Während SpaceX traditionell mit Raketen und Satelliten in Verbindung gebracht wird, unternimmt das Unternehmen von Elon Musk einen beispiellosen Sprung in den Bereich der künstlichen Intelligenz. Laut taiwanischen Quellen hat SpaceX bei dem taiwanischen Riesen Foxconn einen Auftrag über etwa 52 Milliarden Dollar platziert. Es geht um die Lieferung von rund 13.000 KI-Serverracks des Typs NVIDIA GB300 – der Flaggschiff-Hardware für das Training von neuronalen Netzen.
Ein Maßstab, der die Branche verändert
Die Details des Vertrags beeindrucken nicht nur durch den Betrag, sondern auch durch die Fristen. Die Lieferungen sollen im vierten Quartal 2026 beginnen und bis zum ersten Quartal 2027 andauern. Der Preis für ein solches Serverrack wird auf 4 Millionen Dollar geschätzt. Insgesamt umfasst der Auftrag 936.000 Grafikprozessoren von NVIDIA. Offen bleibt vorerst die Frage, ob Foxconn den gesamten Auftrag allein bekommt oder ob SpaceX die Beschaffung auf mehrere Hersteller verteilt; allein die Tatsache eines solchen Auftragsvolumens verändert jedoch bereits die Kräfteverhältnisse.
Dieser Vertrag hat strategische Bedeutung für Foxconn. Das taiwanische Unternehmen plant, bis Ende 2026 rund 40 Prozent des weltweiten Marktes für KI-Server zu erobern. Wichtig ist, dass dieser riesige Auftrag von SpaceX nicht in den aktuellen Prognosen des Unternehmens enthalten ist, was bedeutet: Die tatsächlichen Ergebnisse von Foxconn könnten die Erwartungen der Analysten deutlich übertreffen. Darüber hinaus hat Foxconn dank dieses Vertrags die etablierte Duopolstellung von Dell und Supermicro durchbrochen, die diesen Segment dominierten.
Architektur der Rechenleistung: Colossus
Der Auftrag für neue Hardware ist nur die Spitze des Eisbergs. SpaceX baut aktiv Infrastruktur für die Datenverarbeitung auf. Stand Mai 2026 unterstützte das erste Rechenzentrum des Unternehmens, Colossus 1, bereits mehr als 220.000 Grafikprozessoren von NVIDIA. Dieser Hardwarepark ist auf die Modelle H100, H200 und rund 30.000 KI-Beschleuniger des Typs GB200 verteilt.
Das zweite Rechenzentrum, Colossus 2, zeigt noch beeindruckendere Dimensionen. Es verfügt derzeit über mehr als 550.000 GPUs, aufgeteilt auf die Beschleuniger GB200 und die neuesten GB300. Eine derartige Konzentration von Rechenressourcen ermöglicht es SpaceX nicht nur, eigene Projekte voranzutreiben, sondern die Kapazitäten auch zu monetarisieren, indem sie an externe Unternehmen vermietet werden.
Ein neues Geschäftsmodell: Vermietung von Rechenleistung
Im Vorfeld des Börsengangs schloss SpaceX eine Reihe von Großverträgen über Cloud-Dienste ab. Einer der wichtigsten Partner ist Google. Das Unternehmen erhielt Zugang zu Rechenkapazitäten, die 110.000 NVIDIA-GPU entsprechen, sowie zu CPUs, Speicher und anderen Komponenten. Der Wert dieses Deals beträgt 920 Millionen Dollar pro Monat.
Ein noch größerer Vertrag wurde mit der Muttergesellschaft von Starlink und dem KI-Entwickler Anthropic unterzeichnet. SpaceX stellte Zugang zu 220.000 NVIDIA-GPU bereit, einschließlich der Modelle H100, H200, GB200 und anderer. Dieser Deal wird auf 1,25 Milliarden Dollar pro Monat, also 15 Milliarden Dollar pro Jahr, geschätzt.
Strategie der Ressourcenverteilung
Interessanterweise sind die Vereinbarungen an bestimmte Rechenzentren gebunden, was deren Nutzung bestimmt. Der Deal mit Anthropic ist an das Rechenzentrum Colossus 1 gekoppelt. Die vielfältige Mischung aus GPUs an dieser Standort macht ihn weniger attraktiv für das Training zukünftiger Versionen von Grok AI; daher nutzt xAI nur 11 Prozent aller verfügbaren FLOPs (Gleitkommaoperationen pro Sekunde). Gleichzeitig ist der Deal mit Google überwiegend mit dem leistungsstärkeren und homogeneren Rechenzentrum Colossus 2 verbunden.
Die Liste der Partner von SpaceX beschränkt sich nicht auf den privaten Sektor. Im Juni 2026 unterzeichnete das Unternehmen einen weiteren Vertrag über Rechenleistung im Wert von 6,3 Milliarden Dollar für das Rechenzentrum Colossus 2. Partner bei diesem Abkommen war die mit dem Pentagon verbundene Firma Reflection. Dies bestätigt, dass die Recheninfrastruktur von SpaceX zu einem kritischen Vermögenswert nicht nur für kommerzielle KI, sondern auch für die Verteidigungsbedürfnisse der USA geworden ist.