Das spanische Migrationsrecht hat wesentliche Änderungen erfahren, die direkt Hunderttausende Ukrainer betreffen, die in dem Land Schutz suchen. Das spanische Ministerium für Soziales und Migration hat neue Anweisungen genehmigt, wonach die Zeit, die im Land mit dem Status des vorübergehenden Schutzes verbracht wurde, nun offiziell auf die Dauer des rechtmäßigen Aufenthalts angerechnet wird.
Wesentliche Änderung der Migrationspolitik
Am 22. Juni genehmigte das Ministerium die Anweisungen SEM 2/2026. Diese Entscheidung verändert den Ansatz zur Integration von Flüchtlingen grundlegend. Bisher wurde die Zeit des vorübergehenden Schutzes beim Wechsel zu anderen Aufenthaltsarten faktisch „nicht gezählt': Die Person musste die Frist neu beginnen. Nun zählt jedes Jahr, das unter dem Dach des vorübergehenden Schutzes in Spanien verbracht wurde, für den Antragsteller.
Für die Erteilung einer Daueraufenthaltserlaubnis in Spanien sind fünf Jahre rechtmäßigen Aufenthalts erforderlich. Die Neuerung ermöglicht es Ukrainern, dieses Ziel deutlich schneller zu erreichen, als sie ursprünglich geplant hatten.
Möglichkeiten zur Legalisierung und Beschäftigung
Gemäß den neuen Regeln können Ukrainer Anträge auf Aufenthaltserlaubnisse direkt aus Spanien stellen, ohne das Land verlassen zu müssen. Als Gründe für die Erteilung des Status können dienen:
- Beschäftigung und selbstständige Tätigkeit;
- Ausbildung an Bildungseinrichtungen;
- Familienzusammenführung;
- Sonstige Gründe, die im Migrationsrecht vorgesehen sind.
Separat ist in den Dokumenten die Möglichkeit des Zugangs zur nationalen Daueraufenthaltserlaubnis festgelegt. Wichtig ist zu beachten, dass eine Person, die einen neuen Aufenthaltstitel erhält, offiziell vom Status des vorübergehenden Schutzes zurücktreten muss, der in der gesamten Europäischen Union bis zum 4. März 2027 gültig ist.
Regionale Initiativen und die Realität des Lebens
Spanien hat bereits die Bereitschaft zu unkonventionellen Lösungen zur Hilfe für Umsiedler gezeigt. So wurde beispielsweise früher über den Ort Arenillas berichtet, der allen, die bereit waren, umzuziehen und zur Wiederbelebung der Gemeinde beizutragen, die nur vierzig Einwohner zählte, kostenlose Unterkunft und Arbeitsplätze anbot.
Experten und Migranten selbst erinnern jedoch daran, dass das Leben in Europa nicht immer einfach ist. Die Geschichte einer Ukrainerin, die nach Italien gezogen ist, widerlegt die Vorstellung vom Umzug als „automatischem Ticket' in ein wohlhabendes Leben. Die tatsächlichen Einkommen und Ausgaben entsprechen oft nicht den Erwartungen, die vor der Abreise entstanden sind. Dennoch geben die neuen Regeln in Spanien Hoffnung auf eine stabilere und langfristige Zukunft für diejenigen, die sich für dieses Land als Lebensort entschieden haben.