Die ukrainische Strategie zur Befreiung der Krim hat sich grundlegend gewandelt. Anstatt riskanter und blutiger Bodenangriffe, die historisch mit der Befreiung von Gebieten verbunden waren, hat das Kommando der Drohnensysteme den Weg der methodischen technologischen Ersticken des Gegners gewählt. Robert Browdy (Rufname Madjar), Befehlshaber der Drohnensysteme der Streitkräfte der Ukraine, enthüllte die Details dieser Strategie in einem Interview mit dem britischen Journalisten Kaolan Robertson.

Das Wesen des Ansatzes besteht darin, Bedingungen zu schaffen, unter denen die Aufrechterhaltung der russischen Militärgruppe auf der Halbinsel technisch unmöglich wird. Dies ist nicht nur eine Taktik, sondern ein Übergang zu einer neuen Paradigma der Kriegsführung, den Browdy als „Krieg der Technologie und Mathematik“ bezeichnete.

Energie und Treibstoff als Schlüsselverwundbarkeiten

Hauptziel der Angriffe hat sich von der Vernichtung von Personal auf die Zerstörung der Ressourcenbasis der Besatzer verschoben. Nach Angaben des Befehlshabers kann die moderne Kriegsmaschine ohne Strom und Treibstoff nicht funktionieren.

„Wir kümmern uns um Energieknoten, denn ohne Steckdose kommt man nicht weit, und jedes militärische Gerät benötigt viel Energie. Wir versorgen sie mit Treibstoff, denn ohne Treibstoff passiert praktisch nichts“, erklärte Madjar.

Regelmäßige Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Krim führen zu ständigen Stromausfällen, was sowohl die Arbeit militärischer Objekte als auch der zivilen Infrastruktur lähmt, die für die Aufrechterhaltung des Besatzungsregimes notwendig ist.

Seeblockade und Zerstörung der Logistik

Parallel zu den Angriffen an Land führen die ukrainischen Kräfte verheerende Angriffe auf die logistischen Ketten durch, die die Halbinsel mit dem Festland verbinden. Ein Schlüsselbereich ist die Zerstörung von Tankern auf dem Weg zur Krim.

Robert Browdi führte beeindruckende Statistiken zur Effektivität dieser Operationen an: „In drei Tagen haben wir bereits 21 Tanker mit Treibstoff auf dem Weg zur Krim verbrannt. In 72 Stunden werden wir weitere 121 verbrennen, und 221 werden wir verbrennen – wie viele es auch sein mögen, so viele werden wir verbrennen“.

Diese Taktik verwandelt das Schwarze Meer in ein Minenfeld für die russische Logistik. Zuvor hatten ukrainische Drohnen bereits die Kerch-Fähre gelähmt und fast die gesamte Flotte zerstört, die für die Lieferung von Gütern verantwortlich war. Dies bestätigt die These von Experten, dass die Krim allmählich zu einer Falle wird.

Psychologischer Effekt und „Beseitigung von Schädlingen“

Die Strategie von Browdi zielt nicht nur auf die physische Zerstörung von Ausrüstung ab, sondern auch auf die Schaffung unerträglicher Bedingungen für den Aufenthalt. Der Befehlshaber vergleicht diesen Prozess mit einer langwierigen, aber effektiven Beseitigung von „Schädlingen“ aus einem geschlossenen Raum.

„Wir schaffen Bedingungen, die den Aufenthalt auf der Halbinsel unerträglich machen“, betonte er. Die ständige Bedrohung durch Angriffe, der Mangel an Strom und Ressourcen führen bei der Bevölkerung und den Militärs zu einem „beständigen neuro-psychischen Störung“.

Der Hauptvorteil dieser Methode ist die Erhaltung des Lebens ukrainischer Soldaten. „Wir machen den Aufenthalt und die Funktionsfähigkeit der Kriegsmaschine dort unmöglich... ohne das Leben eines einzigen ukrainischen Soldaten zu opfern“, bemerkte Madjar.

Isolation als Realität

Experten, einschließlich des Leiters des Krimtatarischen Ressourcen-Zentrums Eskender Bariev, bestätigen, dass die vollständige Isolation der logistischen Wege dazu führen wird, dass die russische Gruppe ohne Treibstoff, Munition und Strom zurückbleibt. Die Folgen dieser Strategie sind bereits spürbar: In der Nacht zum 21. Juli gab es auf der Krim Explosionen, Brände und Teile der Halbinsel blieben ohne Strom.

Die Ukraine zeigt, dass die Befreiung eines Gebiets durch die systematische Zerstörung der Lebensgrundlage des Gegners möglich ist, wodurch seine Präsenz auf besetzten Gebieten wirtschaftlich und technisch unrentabel wird.