Die Stylistin Jana Markowska hat in einem Video für ihren Instagram-Kanal eine Reihe beliebter Kleidmodelle analysiert und erklärt, warum man manche von ihnen nicht ausschließlich wegen ihrer Trendaktualität kaufen sollte. Auf ihrer Liste finden sich sowohl Retro-Modelle als auch aktuelle Hits von Laufstegen und sozialen Medien. Die zentrale Botschaft der Expertin lautet, dass ein effektvolles Bild auf einem Foto nicht immer Komfort im Alltag und eine lange Tragbarkeit des Kleidungsstücks im Kleiderschrank bedeutet.

Transparente Kleider: Effekt vs. Komfort

Transparente Kleider tauchen regelmäßig auf Laufstegen, roten Teppichen und in sozialen Medien auf. Laut Markowska kann ein solches Modell jedoch eine sorgfältige Auswahl von Unterwäsche, einem Unterkleid oder weiteren zusätzlichen Schichten erfordern. Statt eines leichten, entspannten Looks denkt die Trägerin ständig darüber nach, wie transparent der Stoff ist und ob er unnötige Aufmerksamkeit auf sich zieht. Deshalb rät die Stylistin vor dem Kauf nicht nur darauf zu achten, wie das Kleid auf Fotos aussieht, sondern auch, wie oft man es tatsächlich tragen kann.

Asiatischer Stil und Baby-Doll: Stücke für wenige Anlässe

Der nächste Trend, der für den Alltagskleiderschrank vielleicht zu spezifisch sein kann, sind Kleider im asiatischen Stil mit Stehkragen und charakteristischen Schlaufenknöpfen. Solche Details verleihen dem Look sofort eine bestimmte Stilistik, was die Kombination mit anderen Stücken erschwert, und das Outfit wird leicht zu einem „Stück für wenige Anlässe“, nach dem der Look schnell langweilt. Ein ähnliches Problem haben Kleider im Baby-Doll-Stil mit kindlichen Details – großen Kragen, Schleifen, üppigen Silhouetten und dem Fokus auf „Püppchenhaftigkeit“. Im wirklichen Leben brauchen sie oft kontrastierende Elemente, die den übermäßig romantischen oder kindlichen Charakter ausgleichen, sonst wirkt der Look zu kindlich und das Kleid verliert seine Vielseitigkeit.

Samt und große Blumenprints: Risiko der Überladung

Samt bezeichnet die Stylistin als besonders tückendes Material: Es wirkt von sich aus schon ausdrucksstark, sodass zusätzliche Dekoration, ein gefalteter Schnitt oder viele Akzente den Look leicht überladen und ein modernes Outfit zu theatralisch oder altmodisch machen. Wenn man sich für ein Samtkleid entscheidet, sollte man dem Material den Hauptakzent überlassen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen große Blumen über die gesamte Fläche des Kleides: Ein großflächiger Print zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich und wird zum Hauptelement, wodurch Schuhe, Accessoires und sogar das Aussehen der Person in den Hintergrund treten. Die Stylistin rät, im Voraus darüber nachzudenken, ob sich ein solches Stück leicht in den Kleiderschrank integrieren lässt.

Extrem kurze Kleider: Trend im Abwärtstrend

Separat wies Markowska auf extrem kurze Kleider hin, die mit der Ästhetik der 2000er Jahre assoziiert werden und in letzter Zeit aktiv in die Mode zurückgekehrt sind. Laut der Stylistin ist ihre Popularität derzeit allmählich rückläufig, weshalb der Kauf eines sehr kurzen Kleides nur wegen eines Trends eine schlechte Investition in den Kleiderschrank sein kann. Die Expertin betont, dass man nicht jedem viralen Trend hinterherjagen sollte, sondern vor allem bewerten sollte, wie sehr das Stück zum persönlichen Stil passt und ob es nach dem Ende der Saison noch aktuell bleibt.

Widersprüchliche Daten

Hier ist der Unterschied in der Bewertung der Trenddynamik anzumerken. Einerseits beschreiben mehrere Mode-Reviews des Sommers 2026 die Rückkehr von Stücken aus den 90ern und 2000ern auf den Höhepunkt der Popularität, einschließlich kurzer Silhouetten. Andererseits behauptet Markowska selbst, dass gerade der Trend zu extrem kurzen Kleidern derzeit abflaut. Somit bleibt die Frage, ob ein bestimmter Trend „im Aufwind“ oder „im Abwind“ ist, diskutabel und hängt davon ab, welchen Marktsegment und welchen geografischen Kontext die jeweilige Quelle berücksichtigt.

Der wichtigste Rat: Vielseitigkeit ist wichtiger als Viralität

Die abschließende Empfehlung der Stylistin lautet: Ein Stück nicht nur deshalb zu kaufen, weil es gerade massenhaft in sozialen Medien auftaucht. Ein auffälliger Trend kann Aufmerksamkeit erregen, aber das bedeutet noch nicht, dass er eine gute Investition in den Kleiderschrank wird. Vor dem Kauf sollte man sich fragen, zu was man das Kleid tragen kann, wie oft man es tatsächlich anziehen wird und ob es in den gewohnten Stil passt. Gerade Vielseitigkeit und die Möglichkeit, verschiedene Looks zu schaffen, helfen, Stücke zu vermeiden, die nach wenigen Anlässen im Schrank verstauben. Das Material wurde auf Basis einer Publikation des Unterhaltungsprojekts Styler von RBC-Ukraine erstellt.