In einem Informationsfeld, das selbst vor dem Hintergrund eines andauernden Krieges immer wieder von Narrativen über eine unvermeidliche Versöhnung zwischen der Ukraine und Russland durchzogen wird, erheben sich auch kategorische Stimmen, die die Möglichkeit eines solchen Szenarios grundsätzlich ablehnen. Eine davon ist der bekannte Schauspieler und TV-Moderator Alexei Suchanow, der in einem exklusiven Interview für das Projekt Wave von RBC-Ukraine erklärte, warum er Gespräche über ein friedliches Zusammenleben mit dem heutigen Russland für sinnlos hält. Das Originalmaterial wurde auf dem Portal Styler (RBC-Ukraine) veröffentlicht.

«Das Gebiet ist für immer gestrichen»

Die zentrale Aussage Suchanows klingt unmissverständlich: «Für mich persönlich ist das Gebiet auf der Weltkarte mit dem Namen Russische Föderation für immer gestrichen». Der Moderator betont, dass seine Position nicht abstrakt ist: Er wurde in Russland geboren und hat einen erheblichen Teil seines Lebens dort verbracht, weshalb er, wie er sagt, die Mentalität und die historischen Besonderheiten des Landes gut kenne. Gerade diese persönliche Erfahrung erlaube es ihm, laut Suchanow, Schlüsse über die Unmöglichkeit qualitativer Transformationen der russischen Gesellschaft und des russischen Staates zu ziehen.

Das historische Argument: Aufblitzen ohne Entwicklung

Stützend auf eine historische Rückschau formuliert Suchanow seine zentrale These: «Ich wurde dort geboren, ich weiß: Sie können sich nicht ein für alle Mal heilen. Es gab in der Geschichte des sogenannten Russlands keinen einzigen Fall, in dem es sein eigenes Entwicklungspotenzial unter Beweis gestellt hätte. Es gab Aufblitzen, aber sie waren von kurzer Dauer». Nach seiner Einschätzung sind solche «historischen Schwankungen» ein direkter Beleg dafür, dass die Russische Föderation a priori als demokratischer Staat funktionsunfähig ist, und er resümiert: «Über Demokratie wird dort überhaupt nicht gesprochen, dort hat es nie eine Demokratie gegeben!».

Taten statt Worte

Die Kategorizität der Worte des Moderators wird durch biografische Entscheidungen untermauert, die er selbst im Interview nennt. So sei er bereits 2012 nach Kiew übergesiedelt, um dort zu arbeiten, und habe mit Beginn der russischen Aggression 2014 endgültig die «Seite der Wahrheit» gewählt. Suchanow merkt an, dass er die ukrainische Sprache erlernt, in seinen Sendungen vollständig auf die Kommunikation auf Russisch verzichtet, die Kontakte zu seinen in Russland lebenden Verwandten, die er als «von der Propaganda vergiftet» betrachtet, abgebrochen und seinen russischen Reisepass öffentlich vernichtet habe. Vor dem Beginn des großangelegten Einmarsches habe er, wie er selbst berichtet, offiziell die ukrainische Staatsbürgerschaft erhalten.

Kontext und Charakter des Materials

Wichtig ist zu berücksichtigen, dass die Publikation den Charakter eines Interviews hat und bewertende Urteile enthält, die gemäß dem ukrainischen Recht weder widerlegt noch auf ihre Richtigkeit hin bewiesen werden müssen. Die Redaktion von Styler legt ihrerseits ausdrücklich dar, dass sie die Ansichten der Autoren der Veröffentlichungen nicht teilen muss. Die genannten Thesen sind daher als persönliche Position einer öffentlichen Person zu betrachten und nicht als Feststellung überprüfbarer Fakten über den Zustand des russischen Staates.