Die amerikanisch-ukrainische Firma Swarmer hat öffentlich die wichtigsten Parameter des Abkommens zur Übernahme des ukrainischen Herstellers von bodengebundenen roboterisierten Systemen (BRS) Ratel Robotics offengelegt. Der Deal umfasst bis zu 224 Millionen US-Dollar. Die Einzelheiten wurden auf einer Pressekonferenz von Alex Fink, Präsident und Geschäftsführer von Swarmer in den USA, sowie Eric Prince, Chairman des Vorstands des Unternehmens, vorgestellt, berichtet RBC-Ukraine. Laut dem Medium sollen nach Abschluss des Deals mehr als 300 Mitarbeiter des ukrainischen Herstellers zum fusionierten Unternehmen wechseln, während der Gründer und Geschäftsführer von Ratel Robotics, Taras Ostaptschuk, seine Position behält und sich direkt Fink unterordnen wird.

Warum Ratel Robotics zum Übernahmeziel wurde

Laut Alex Fink liegt die strategische Attraktivität von Ratel Robotics in einem einzigartigen Modell der Nachfragebildung: Das Unternehmen verfügt über keine eigene Vertriebsabteilung, keine GR-Unterabteilung und keine Lobbyisten. Die Nachfrage nach den Produkten wird von den Kampfverbänden an der Front selbst erzeugt, was das Unternehmen zu einem „sauberen' Technologie-Asset ohne Marketingkosten macht. Fink betonte zudem, dass die Nische der bodengebundenen roboterisierten Systeme im Jahr 2026 in jedem Unternehmen des Sektors um mehr als das Fünffache gewachsen sei, was das explosionsartige Interesse an dieser Waffengattung bestätige. Dabei hätten die Serienmodelle Ratel H und Ratel M bereits NATO-Standardnummern (NSN) sowie das Qualitätssiegel AQAP 2110, was den Zugang zu internationalen Verteidigungsmärkten ohne zusätzliche Zertifizierungsverfahren eröffne.

BRS als universelle Plattform für Drohnen und Luftabwehr

Fink hob die zentrale taktische Rolle der bodengebundenen roboterisierten Systeme hervor: Sie dienen als universelle Plattform zum Einsatz von Drohnen und sogar von Elementen der Luftabwehr näher an der Frontlinie. „BRS lösen das Problem, wie viel Zeit es dauert, viele Drohnen in der Nähe der Frontlinie einzusetzen', erklärte er. Die Software von Swarmer unterstütze bereits die Steuerung einer Schwarmgröße von bis zu 690 Drohnen gleichzeitig, was in Kombination mit der mobilen Bodenplattform Ratel ein mehrstufiges System für den autonomen Einsatz schaffe. Eric Prince fügte hinzu, dass eine diversifizierte Lieferkette die Verteidigungsgrundlage der Ukraine widerstandsfähiger mache, da sie die Abhängigkeit ausschließlich vom inländischen Produktion senke.

Was Swarmer dem ukrainischen Hersteller bietet

Fink erklärte, dass Swarmer bereit sei, Ratel Robotics Zugang zu einer vollwertigen Marketing-Infrastruktur, Vertriebsmannschaften auf drei Kontinenten, einer Compliance-Abteilung und den Kapitalmärkten der USA zu gewähren. „Wir sind ein potenzielles Mittel für Unternehmen mit hervorragender Technologie, um diese sofort mit einer Marketing-Maschinerie, Vertriebsmannschaften und einer Compliance-Abteilung zu verbinden', erklärte er. Laut ihm würden die Verträge von Ratel Robotics durch die Nachfrage der Verbände an der Front bestimmt, und das Abkommen mit Swarmer werde die Fähigkeit des Unternehmens, Aufträge auszuführen, dank zusätzlicher Finanzierung eher beschleunigen. „Wenn ein Unternehmen seinen Betriebskapitalbedarf nicht selbst finanzieren kann, kann dieses Abkommen helfen, seine Fähigkeit, die Nachfrage der Streitkräfte zu erfüllen, zu beschleunigen', erläuterte Fink.

Pläne für neue Deals: „Alle Optionen sind auf dem Tisch'

Swarmer bestätigte, dass der Deal mit Ratel Robotics nicht der einzige in den Plänen des Unternehmens sei. Fink berichtete, dass das Unternehmen gleichzeitig mit mehreren Zielen verhandle und das Format künftiger Deals unterschiedlich ausfallen könne. „Alle Optionen sind auf dem Tisch: Minderheitsbeteiligung, kleine Mehrheitsbeteiligung, vollständiges Eigentum, Joint Ventures, Lizenzierung', zählte er auf. Eric Prince merkte an, dass Swarmer sowohl offensive als auch defensive Technologien interessierten, was auf ein breites Spektrum potenzieller Übernahmen hindeute. Bis zum Abschluss des Deals könne Swarmer die Pläne zur Einführung der Produkte von Ratel Robotics auf dem US-Markt nicht offiziell kommentieren. Gleichzeitig führe Ratel Robotics eigenständig Verhandlungen mit Partnern im Rahmen des Programms Build With Ukraine, das vorwiegend europäische Länder umfasse.

Widersprüchliche Daten

In den bereitgestellten Quellen wurden keine wesentlichen Abweichungen in Zahlen und Formulierungen festgestellt. Alle vier Quellen (RBC-Ukraine, Delo, Minfin, 24tv) weisen einhellig auf eine Deal-Summe von bis zu 224 Millionen US-Dollar hin, bestätigen die Beteiligung von Alex Fink und Eric Prince an der Ankündigung und stimmen in der Einschätzung der Mitarbeiterzahl (mehr als 300 Personen) überein. Die einzige Präzisierung: In der Formulierung von RBC-Ukraine wird der Deal als „endgültiges Abkommen' beschrieben, während im Kontext der übrigen Quellen betont wird, dass der Abschluss des Deals noch nicht erfolgt ist und Swarmer die Pläne zur Einführung der Produkte auf dem US-Markt vor dessen Abschluss nicht kommentieren kann. Dies ist kein Widerspruch, sondern ein unterschiedliches Maß an Detaillierung des Vertragsstatus.