Der Messenger Telegram verschwand für einige Stunden weltweit aus dem App Store. Auslöser war die Reaktion von Apple auf illegale Inhalte, die von Nutzern der Plattform veröffentlicht wurden. Das Unternehmen entzog die App sofort, doch nach der schnellen Arbeit des Telegram-Teams wurde der Zugang wiederhergestellt.
Grund der Sperrung und Reaktion von Apple
Apple bestätigte offiziell die vorübergehende Sperrung. Laut Unternehmensvertretern ergab die Prüfung Materialien, die die Richtlinien des App Store direkt verletzten. Die App wurde in den Katalog zurückgenommen, sobald die Entwickler von Telegram die illegalen Inhalte entfernt und das Konto des Übeltäters gesperrt hatten.
Die Geschichte wiederholt sich
Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich bereits 2018. Auch damals unterbrach Apple vorübergehend den Zugang zum Messenger aufgrund unzulässiger Inhalte. Die Wiederherstellung des Dienstes erfolgte erst nach einer Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen seitens Telegram.
Position von Telegram
Das Team des Messengers erklärte eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Inhalten mit Minderjährigen. Vertreter des Dienstes, der monatlich über eine Milliarde aktive Nutzer zählt, berichteten von der Sperrung von fast 338.000 Gruppen und Kanälen, die mit unrechtmäßigen Inhalten in Verbindung standen.
In Telegram kommentierten die Maßnahmen der Apple-Moderatoren öffentlich und äußerten die Hoffnung, dass ähnliche strenge Löschstandards auf alle anderen Apps im Store angewendet werden.
Kritik von Tim Sweeney
Die Situation wurde kritisch vom Leiter von Epic Games, Tim Sweeney, bewertet, der seit langem gegen die Unternehmenspolitik von Apple vorgeht. Aus seiner Sicht schafft die vorübergehende Sperrung einer App mit einer Milliardennutzerbasis aufgrund illegaler Handlungen eines einzelnen Nutzers einen gefährlichen Präzedenzfall.
Sweeney merkte an, dass bei Anwendung solcher strenger Kriterien jeder große Kommunikationsdienst, einschließlich des eigenen Messengers von Apple — iMessage, — einer Entziehung bedroht sein könnte.
Internationaler Druck
Telegram steht unter erhöhter Beobachtung internationaler Aufsichtsbehörden. Im Vereinigten Königreich untersucht die Behörde Ofcom Fälle der Verbreitung verbotener Inhalte, obwohl die Vertreter des Dienstes behaupten, dass sie dank automatischer Erkennungsalgorithmen die öffentliche Verbreitung solcher Materialien praktisch beseitigt haben.
Zudem verhängte der australische Online-Regulator Anfang des Jahres eine Geldstrafe gegen die Plattform wegen verzögerter Reaktion auf Anfragen zu Maßnahmen gegen illegale Inhalte.