Am 27. Oktober gaben die thailändischen Behörden die Sperrung und Beschlagnahmung von Vermögenswerten im Wert von 35,8 Milliarden Baht — umgerechnet etwa 1 Milliarde US-Dollar — bekannt. Die Maßnahme erfolgte im Rahmen von Ermittlungen gegen ein transnationales Geldwäschenetzwerk, an dem laut Ermittlern der südafrikanische Geschäftsmann Benjamin Mauerberger, auch bekannt als Ben Smith, und sein kambodschanischer Partner Yim Lik beteiligt waren. Dies berichtete ein Korrespondent der Vietnam News Agency in Bangkok. Die Operation gehört zu den größten in der Geschichte der thailändischen Finanzaufsicht und erstreckte sich über mehrere Gerichtsbarkeiten.

Geldtransfer-Schema

Nach Angaben der thailändischen Königlichen Polizei, der Behörde zur Bekämpfung der Geldwäsche (AMLO) und der Börsenaufsichtsbehörde (SEC) wird der kriminellen Vereinigung vorgeworfen, Erträge aus Straftaten über Banken in Kambodschan und Investmentfonds in Singapur transferiert zu haben. Anschließend, so die Ermittler, wurde das Geld für den Kauf von Aktien von Unternehmen verwendet, die an der Börse von Thailand (SET) notiert sind. Damit seien die illegalen Kapitalströme über den Wertpapiermarkt des Landes legalisiert worden.

Was genau beschlagnahmt wurde

Zu den beschlagnahmten Vermögenswerten nannten die Ermittler Aktien von Unternehmen wie Bangchak, VGI und der MFC Fund Management Company im Gesamtwert von 14,8 Milliarden Baht. Neben Wertpapieren umfasste die Liste der beschlagnahmten Güter Immobilien, Yachten, Luxusautos sowie Barmittel auf Bankkonten. Das Gesamtvolumen der eingefrorenen Vermögenswerte beläuft sich nach Behördenangaben auf rund 35,8 Milliarden Baht.

Profil der Hauptfigur

Den Ermittlungsergebnissen zufolge war Mauerberger zuvor die Tätigkeit als Börsenmakler in Neuseeland untersagt worden. Danach zog er nach Bangkok und knüpfte nach Angaben der Ermittler Verbindungen zu mehreren Beamten. Es wird darauf hingewiesen, dass er und seine thailändische Ehefrau das Land im September 2025 — vor Beginn der Razzia gegen den illegalen Wertpapierhandel — verlassen hatten, was nach Ansicht der Behörden seine Festnahme erschwert habe.

Festnahmen und internationale Fahndung

Die thailändischen Behörden haben Haftbefehle gegen sieben Verdächtige wegen Geldwäsche, Beteiligung an organisierter Kriminalität und Verstößen gegen das Wertpapiergesetz erlassen. Sechs von ihnen, die sich derzeit im Ausland aufhalten, wurden auf die Red Notice-Liste von Interpol gesetzt. Die Ermittlungen dauern an: Ziel der Behörden sei es, die beschlagnahmten Vermögenswerte zurückzufordern und Entschädigungen an geschädigte Anleger zu zahlen.