Zum Stichtag 15. September 2026 wurden in ukrainische Bildungseinrichtungen 88 % der geplanten Auflage der Lehrbücher für die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse geliefert. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf eine Veröffentlichung des Bildungs- und Wissenschaftsministeriums auf Facebook. Wie die Behörde betont, wurden diese Werte trotz regelmäßiger russischer Beschussaktionen gegen Verlage, Lager und Logistikketten erreicht, infolgedessen ein Teil der Auflage nach der Zerstörung der Produktionskapazitäten neu gedruckt werden musste.
Umfang des Drucks im Jahr 2026
Im aktuellen Schuljahr werden 13,5 Millionen Exemplare von Lehrbüchern für ukrainische Schülerinnen und Schüler gedruckt. Neue Bücher erhalten die Schülerinnen und Schüler der 4. und 9. Klassen, darunter auch Kinder mit besonderen Bildungsbedürfnissen. Für die Viertklässler sind mehr als 3,7 Millionen neue Lehrbücher vorgesehen, deren Hauptmenge bis zum 1. Oktober geliefert werden soll. Bis dahin können die Schüler die Ausgaben des Jahres 2021 nutzen, die bereits in den Bildungseinrichtungen vorhanden sind.
Warum Neuntklässler Priorität haben
Die priorisierte Versorgung der Neuntklässler erklärt sich dadurch, dass sie in diesem Schuljahr erstmals nach dem neuen Staatlichen Standard der grundlegenden Sekundarbildung im Rahmen der Reform „Neue ukrainische Schule“ lernen. Deshalb wurden Logistik und Druck für die 9. Klasse in den Vordergrund gestellt, und bis zum 15. September konnte 88 % des Bedarfs der Schulen gedeckt werden.
Schäden durch Angriffe und Nachdruck zerstörter Ausgaben
Das Bildungsministerium erklärte, dass die Druck- und Lieferfristen für einen Teil der Auflage aufgrund russischer Angriffe auf die Verlagskapazitäten angepasst wurden. Laut der Behörde wurden bereits 43 % der zerstörten Ausgaben neu gedruckt. Zuvor wurde berichtet, dass Russland im Sommer etwa 15 Millionen Bücher zerstört habe — das ist fast die Hälfte des jährlichen Druckumfangs. Die Verlage sind gezwungen, ihre Lager zu dezentralisieren und Investitionen für den Wiederaufbau zu suchen; in der Branche wird über einen möglichen Mangel an bestimmten Büchern, eine Verengung des Sortiments und steigende Preise berichtet. In diesem Zusammenhang wies Ministerpräsident Serhij Hordaschuk das Bildungsministerium an, die Schülerinnen und Schüler mit elektronischen Lehrbüchern zu versorgen; PDF-Versionen der neuen Ausgaben stehen bereits online für alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte zur Verfügung.
Widersprüchliche Daten
Die offiziellen Statistiken des Bildungsministeriums über die Lieferung von 88 % der Auflage für die 9. Klasse und den Nachdruck von 43 % der zerstörten Ausgaben gehen einher mit der anderen Seite des Bildes: Laut Medienberichten drohen Verlagen, die die Lehrbücher nicht rechtzeitig in die Schulen geliefert haben, Millionenstrafen. Das bedeutet, dass die verbleibenden 12 % der Auflage ungleichmäßig verteilt sind — ein Teil der Schulen ist bereits vollständig versorgt, während einzelne Regionen und Verleger die Fristen noch einholen. Somit schließt die Gesamtzahl von 88 % lokale Verzögerungen nicht aus, für die gegenüber den Lieferanten finanzielle Sanktionen verhängt werden können.
Die Situation zeigt, wie der militärische Druck auf die Infrastruktur des Buchverlags in praktische Aufgaben für Schulen und Ministerium übersetzt wird: vom Nachdruck und der Dezentralisierung der Lager bis zum beschleunigten Übergang zu elektronischen Formaten. Für die Viertklässler wird die Übergangszeit bis zum 1. Oktober teilweise durch die geltenden Ausgaben des Jahres 2021 kompensiert, und der Online-Zugang zu PDF-Versionen wird zum Sicherungsmechanismus für den Fall weiterer Störungen in der Logistik.