US-Präsident Donald Trump hat eine für das Wochenende geplante Wahlkampfveranstaltung in Salina im US-Bundesstaat Kansas abgesagt, bei der er gemeinsam mit dem republikanischen Senator Roger Marshall auftreten sollte. Umfragen zufolge steckt Marshall unerwartet in einem engen Rennen um seine Wiederwahl, doch laut Trump selbst war genau das der Grund für die Absage: "Ich fahre nicht nach Kansas, weil es bei ihm sehr gut läuft." Statt eines persönlichen Auftritts wird der Präsident eine Telefonkonferenz mit den Wählern des Staates abhalten.

Frage zur Gesundheit löst Konflikt aus

Bei einem Briefing auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews nach seiner Rückkehr aus South Carolina wurde der Präsident von einem Journalisten gefragt, ob die Absage der Reise mit seinem gesundheitlichen Zustand oder Erschöpfung durch den dichten Terminkalender zusammenhänge. Die Frage löste eine scharfe Reaktion aus: Trump erklärte, der Reporter „folge ihm bereits seit zwei Wochen“ und müsse daher „sehen, dass sich der Präsident perfekt fühlt“. Seinen Angaben zufolge war der einzige Grund für die Absage seine persönliche Entscheidung, nicht nach Kansas zu reisen, da er am nächsten Tag nach Florida fliegt.

"Bring dich in Form"

Das Gespräch nahm eine persönliche Note an, als Trump den Journalisten als „widerlich“ bezeichnete und ihm riet, „sich in Form zu bringen“, da er „schrecklich aussehe“. Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund, dass der Präsident diesen Monat fast täglich bei Veranstaltungen auftritt, um die Republikaner vor den Zwischenwahlen am 3. November zu unterstützen. Bei mehreren kürzlichen Terminen hatte er selbst eingeräumt, dass seine Stimme aufgrund der ständigen Reisen heiser geworden sei.

Kampagnenkontext: Wahlen am 3. November

Der Wahlkampf vor den Midterms wird von einer Reihe aufsehenerregender Entscheidungen des Weißen Hauses begleitet. Insbesondere hat Trump zum ersten Mal seit über 20 Jahren keine OSZE-Beobachter zur Überwachung des Wahlprozesses eingeladen, was von mehreren Ländern scharf kritisiert wurde. Finanzielle Unterstützung erhalten die Republikaner von dem Milliardär Elon Musk, der bereits rund 366 Millionen Dollar für den Wahlkampf 2026 bereitgestellt hat. Außenpolitisch bezeichnet Trump die Verhandlungen mit Iran als „produktiv“ und verspricht, vor dem Wahltag keine Angriffe auf das Land zu fliegen.

Bedeutung der Absage für den Wahlkampf

Die Absage der Kundgebung in Kansas ist ein bemerkenswerter Vorfall im Vorfeld des 3. November, an dem die Republikaner ihre Kontrolle über den Kongress verteidigen müssen. Der Bundesstaat Kansas gilt traditionell als Swing State, und die Anwesenheit des Präsidenten bei einer Kundgebung mit Marshall hätte den Verlauf des Rennens beeinflussen können. Die Ersetzung des persönlichen Auftritts durch eine Telefonkonferenz verringert zwar den medialen Effekt, ermöglicht es jedoch, die formelle Unterstützung für den Senator ohne persönliche Anwesenheit des Staatsoberhaupts aufrechtzuerhalten.