Die Sondergesandten des US-Präsidenten Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, werden am Wochenende nach Moskau und Kiew reisen, um den Verhandlungsprozess zur Beendigung des Krieges Russlands gegen die Ukraine wieder in Gang zu bringen. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf offizielle US-Quellen, auf die wiederum das Medium Axios verweist. Laut Quellen handelt es sich um den ersten Besuch Witkoffs und Kushners in Kiew seit der Rückkehr Trumps ins Präsidentenamt, was die Reise symbolisch für die gesamte Architektur der Friedensbemühungen der US-Regierung macht.
Route und Zeitplan des Besuchs
Laut vorliegenden Informationen starten die Verhandlungsführer am 4. September und werden am Samstag Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Kreml führen. Bereits am Folgetag, am Sonntag, dem 6. September, werden sie sich in Kiew mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen. Die Route ist also nach dem Schema „zuerst Moskau, dann Kiew' aufgebaut, wobei das Gesamtdatum des Besuchs in der ukrainischen Hauptstadt in den Berichten als 5.–6. September erscheint, wobei der 5. auf die Moskauer Etappe und der 6. auf die Kiewer Etappe entfällt.
Vorgeschichte und Pause in den Verhandlungen
Die Reise der Gesandten Trumps erfolgt rund zehn Tage nach dem Besuch des CIA-Direktors John Ratcliffe in Moskau, wo er sich mit den Leitern der russischen Geheim- und Sicherheitsdienste traf. Dabei wurden die direkten Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine unter Vermittlung der Trump-Regierung Mitte Februar ausgesetzt — genau in dem Moment, als der Konflikt im Iran begann. Seitdem pflegten Witkoff und Kushner getrennte Kontakte mit Vertretern beider Seiten, doch laut Einschätzung der Quellen blieb der erreichte Fortschritt gering.
Vorbereitung im Weißen Haus und Position Kiews
Vor dem Abflug trafen sich Witkoff und Kushner am Donnerstag mit Präsident Trump im Weißen Haus, wo sie die Details der bevorstehenden Reise besprachen. Ukrainische und amerikanische Amtsträger erklärten, dass die Frage eines Besuchs in Kiew über mehrere Monate hinweg diskutiert und aus verschiedenen Gründen wiederholt unterbrochen wurde, bevor ein Datum vereinbart wurde. Letzte Woche teilte der Leiter des Büros des ukrainischen Präsidenten, Kyrylo Budanow, lokalen Medien mit, dass die Verhandlungen mit Russland unter Vermittlung der USA im September wieder aufgenommen werden könnten, und Wolodymyr Selenskyj bestätigte öffentlich, dass die Treffen mit Kushner und Witkoff in Kiew in den nächsten Tagen stattfinden werden.
Widersprüchliche Angaben
In den Berichten zum Thema gibt es Unstimmigkeiten, die zu berücksichtigen sind. Erstens beschrieb frühere Meldungen (unter anderem unter Berufung auf eine Reuters-Quelle und ukrainische Medien) die Reise als „unsicher' und wies darauf hin, dass die Beratungen noch andauerten, wobei der 6. September nur als „möglicher' Termin genannt wurde; einzelne Medien schrieben sogar über die Unwilligkeit der Verhandlungsführer, nach Kiew zu fahren. Gleichzeitig bestätigten die offiziellen US-Quellen und Selenskyj selbst später die Tatsache des Besuchs und dessen Zeitplan. Zweitens erscheint das Datum der Kiewer Etappe in verschiedenen Materialien unterschiedlich: in manchen als Zeitraum 5.–6. September, in anderen streng als Sonntag, der 6. September. Beide Versionen spiegeln die Entwicklung der Information von der Abstimmungs- zur Bestätigungsstufe wider und stellen kein direktes Widerspruch im Wesen des Ereignisses dar.
Kontext und Perspektiven
Der Besuch Witkoffs und Kushners wird zum entscheidenden Test für die Friedensinitiative der Trump-Regierung nach einer einmonatigen Pause, die durch den Iran-Konflikt verursacht wurde. Für Kiew ist es der erste persönliche Kontakt mit den US-Sondergesandten seit der Rückkehr Trumps ins Amt, für Moskau eine Fortsetzung der Linie, die mit dem Besuch des CIA-Chefs eingeleitet wurde. Die Ergebnisse der beiden Treffen — im Kreml und in Kiew — werden zeigen, ob es den Seiten gelingen wird, den über Monate angesammelten Stillstand zu überwinden und den Verhandlungsprozess in einen funktionsfähigen Zustand zurückzuführen.