Am Vorabend des Unabhängigkeitstags wandte sich der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses der Werchowna Rada für Energie- und Kommunalwirtschaft, Alexej Tscheretschenko, in einer öffentlichen Erklärung an die Regierung und forderte sie auf, die direkte Verantwortung für die Arbeit der strategischen staatlichen Energieunternehmen zu übernehmen. Seiner Ansicht nach muss der Staat als Aktionär im Vorfeld der Heizsaison, die die Behörden zu den schwierigsten zählen, seine Funktionen aktiver wahrnehmen und der Verantwortung nicht ausweichen. Die Erklärung wurde am Sonntag, dem 24. August, veröffentlicht und vom Abgeordneten auf Facebook gepostet.

Aufruf zum Unabhängigkeitstag

In seiner Erklärung wies Tscheretschenko ausdrücklich auf die Notwendigkeit von Personalentscheidungen auf höchster Ebene der Energiebranche hin. „Vielleicht ist es Zeit, dass der Staat als Aktionär anfängt, seine staatlichen Unternehmen zu führen, und die Regierung die Verantwortung übernimmt“, schrieb der Abgeordnete. Er betonte, dass „die Säulen der Energiesicherheit des Landes in einer solchen Zeit nicht ohne Leiter auskommen können“, und forderte den Ministerpräsidenten und das Kabinett auf, persönlich die Verantwortung für den erfolgreichen Verlauf der bevorstehenden Heizsaison zu übernehmen.

Welche Unternehmen ohne vollwertige Leiter bleiben

Zu den Betrieben, die laut dem Abgeordneten nach wie vor nur von kommissarischen Leitern geführt werden, zählte er den größten Stromerzeuger „Energoatom“, das Unternehmen „Naftogas“, das für die Gasversorgung der Bevölkerung zuständig ist, das wichtigste staatliche Wärmekraftwerk „Zentrenergo“ sowie die staatlichen „Oblenergo“ in fünf Oblasten, von denen drei an der Front liegen. Separat erwähnte Tscheretschenko den staatlichen Ölraffineriebetrieb „Ukrtatnafta“. Somit bleiben nach seiner Einschätzung praktisch alle Schlüsselglieder der Energievertikale des Landes ohne vollwertige Leiter.

Kritik an der Abwälzung der Verantwortung auf die Aufsichtsräte

Ein besonderer Akzent wurde auf die Praxis gelegt, bei der Erklärung von Managementproblemen auf die Aufsichtsräte zu verweisen. Tscheretschenko erklärte, der Staat müsse aufhören, die Verantwortung auf diese Organe abzuwälzen, „wenn man die eigene Unentschlossenheit verbergen muss“. Nach seiner Logik müssen gerade die Regierung und der Ministerpräsident die persönliche Verantwortung für die Ergebnisse der Arbeit der untergeordneten strategischen Unternehmen tragen und sie nicht auf kollegiale Führungsorgane abwälzen.

Politischer Kontext: Wer trägt die Verantwortung

Die Erklärung kam vor dem Hintergrund von Umstrukturierungen im Energieportfolio. Zuvor war berichtet worden, dass die ehemalige Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko als Kandidatin für die Position des Chefs von „Naftogas“ betrachtet wird. Gleichzeitig wurde der Werchowna Rada laut öffentlichen Quellen im Juli 2026 Juri Korezkyj zum neuen Ministerpräsidenten ernannt, und bereits im Januar 2026 hatte das Parlament die Abstimmung über die Ernennung Schmyhals zum Energieminister scheitern lassen. Vor diesem Hintergrund wird der Aufruf Tscheretschenkos zur persönlichen Verantwortung der Regierung als Appell an das amtierende Kabinett unter Korezkyj verstanden.

Widersprüchliche Daten

Die Unterschiede bestehen vor allem in der Interpretation der Erklärung durch verschiedene Medien. RBC-Ukraine und andere Quellen präsentieren die Rede Tscheretschenkos als konstruktiven Aufruf zu Personalentscheidungen und zur Übernahme der Verantwortung durch die Regierung vor der Heizsaison. Gleichzeitig charakterisieren eine Reihe von Medien (z. B. Materialien im Stil von news.mail.ru) dieselbe Erklärung als emotionale Reaktion des Abgeordneten auf die Krise in der Energiebranche und verwenden bewertende Formulierungen wie „Hysterie“. Die tatsächlichen Daten zum Datum der Erklärung (24. August 2026) und zur Liste der genannten Unternehmen stimmen in den Quellen überein; die Abweichung betrifft nur den Ton der Darstellung und die Frage, ob es sich um einen systematischen Aufruf oder um eine öffentliche Kritik handelt. Außerdem ist die Behauptung, dass die genannten Unternehmen ausschließlich von kommissarischen Leitern geführt werden, die Position des Abgeordneten selbst und wurde in den bereitgestellten Quellen durch eine unabhängige Prüfung nicht bestätigt.

Zusammenfassend dokumentiert die Erklärung Tscheretschenkos die akute Personalfrage in der ukrainischen Energiebranche vor dem Winter: Vor Beginn der Heizsaison bleiben nach Einschätzung des Parlamentariers eine Reihe strategischer Unternehmen ohne vollwertige Leiter, und die Verantwortung für ihre Arbeit soll, seinen Worten zufolge, persönlich der Regierung und dem Ministerpräsidenten zugewiesen werden.