Die Spezialisten des Ukrainischen Zentrums für die Bewertung der Bildungsqualität (UczOko) arbeiten derzeit an der Entwicklung eines optimalen Modells zur Organisation des Nationalen Mehrfachfachtests (NMT) für das Jahr 2027. Wie die Direktorin des Zentrums, Tatjana Wakulenko, erklärte, besteht die Aufgabe darin, dass die Prüfung allen Herausforderungen der Kriegszeit gerecht wird. Ihren Worten zufolge schlug der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im August 2026 vor, einzelne Regeln des NMT zu ändern – insbesondere den Bewerbern eine Nachprüfung der Prüfung vor Beginn der Aufnahmekampagne zu ermöglichen. „Derzeit führen wir Beratungsgespräche mit Kollegen aus dem Ausschuss, mit dem Bildungsministerium… Wir ermitteln das optimale Modell zur Organisation einer bestimmten Aufgabe“, berichtete Wakulenko und betonte, dass es „einfach unmöglich sein wird, irgendeine zusätzliche Sitzung hinzuzufügen“.

Die Fächerliste bleibt unverändert

Die Direktorin des UczOko umriss die Position des Zentrums zum Inhalt der Prüfung eindeutig: Die Anzahl der Fächer und der Inhalt der Bewertung, die heute gelten, „entsprechen den Bedürfnissen und sollten beibehalten werden“. Nach ihrer Einschätzung „wäre bei einer Analyse dieser Fächerliste derzeit nichts abzulehnen“. Wakulenko erinnerte daran, dass die ukrainische Sprache und Mathematik Instrumente sind, die die Fähigkeit eines Menschen zum Lernen prüfen, während die Geschichte der Ukraine „eine fundamentale, weltanschauliche Sicht des Kindes und die Fähigkeit, auf dieser Grundlage eigene Ansichten zu formen“, darstelle, einschließlich der Fähigkeit, manipulative Informationen über den Ursprung der Nation zu erkennen. Das Wahlfach verbinde, ihren Worten zufolge, die Schule mit dem Universitätsstudium und gestalte den Schulplan: „Eine Verschiebung der Schwerpunkte nur auf die Pflichtfächer wäre ein enormer Verlust“.

Ein- oder zweitägiges Modell: technologische Bereitschaft und Logistik

Ein separater Block der Diskussion betrifft die Dauer der Prüfung. Wakulenko bemerkte, dass das UczOko bereits im vergangenen Jahr erklärt hatte, in der Lage zu sein, ein zweitägiges Bewertungsmodell zu gewährleisten: „Wir können dies technologisch und prozessual sicherstellen“. Die Entscheidung für das eintägige Modell wurde jedoch von einem Team von Spezialisten unter Berücksichtigung möglicher Risiken getroffen. Der entscheidende Faktor ist die Logistik: Die Kinder müssen unter schwierigen Bedingungen zu den temporären Prüfungszentren (TZP) gelangen, und für diejenigen, die gezwungenermaßen im Ausland sind, verschärft sich die Frage. In diesem Jahr umfasst das Netz der TZP 56 Städte und 32 Länder der Welt, jedoch gibt es in Ländern wie Frankreich oder Spanien nur wenige Zentren. „Wenn dort eine Mutter mit einem Jugendlichen ist, bedeutet das mindestens die Zahlung der Fahrkosten in beide Richtungen für zwei Personen. Im schlechtesten Fall – und mehr“, erläuterte Wakulenko. Genau aus diesen Herausforderungen heraus wurde das eintägige Modell gewählt. Dabei fügte sie hinzu: „Wenn es eine andere staatliche Entscheidung gibt, sind wir bereit, sie umzusetzen“.

Die Lektion des Jahres 2022: Warum es keine Wiederholung des „erzwungenen Bewertens“ geben wird

Im Hinblick auf mögliche Vereinfachungen bezog sich Wakulenko auf die Erfahrung des Jahres 2022, als auf das Wahlfach verzichtet werden musste und die Information über die Änderung des Modells erst im März verfügbar war. „Das bedeutet, dass der gesamte Bildungsprozess der vorherigen Jahre nicht an dieses Bewertungsmodell angepasst wurde“, stellte sie fest und bezeichnete diese Erfahrung als „erzwungenes Bewerten“. „Auf eine solche Flexibilität werden wir nicht mehr zurückgreifen. Denn eine solche Flexibilität wäre schädlich“, betonte die Direktorin des UczOko.

Nachprüfung und Fristen: Was am 8. September 2026 bekannt ist

Was die Anweisung des Präsidenten zur Nachprüfung betrifft, erklärte Wakulenko: „Wir werden diese Anweisung definitiv erfüllen. Und wir werden definitiv dafür sorgen, dass ein solches Modell eingeführt wird. Aber wir müssen verstehen, wie dies in unseren… wirklich möglich ist“ – den Satz vollendete sie im verfügbaren Fragment nicht. Gleichzeitig warnte die Expertin vor Risiken: „Leider bestehen zum 1. September Risiken, dass es am 1. September nicht so ein Angebot geben wird wie immer“. Die konkreten Fristen und der Mechanismus der Nachprüfung waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels nicht endgültig festgelegt.

Widersprüchliche Daten

In den bereitgestellten Quellen besteht eine gewisse Unstimmigkeit in der Betonung: Einerseits unterstreicht das UczOko die technologische Bereitschaft für das zweitägige Modell und erklärt, dass es „sicherstellen kann“, andererseits bleibt das faktisch geltende Modell eintägig, und der Wechsel zum zweitägigen Format wurde nicht als getroffene Entscheidung angekündigt. Außerdem geht es in einer der Quellen (Unian, 2026) um den Vorschlag, auf ein zweitägiges Format umzusteigen, während Wakulenko in einem Kommentar für RBC-Ukraine das eintägige Modell als bewusste Wahl und das zweitägige als technische Möglichkeit, aber nicht als Plan charakterisiert. Die Abgrenzung zwischen „technischer Bereitschaft“ und „getroffener Entscheidung“ in den öffentlichen Aussagen bleibt vage, was bei den Bewerbern eine falsche Erwartung einer Formatänderung erzeugen kann. Auch ist unklar, ob die Nachprüfung als separate Sitzung realisiert oder in den bestehenden Zeitplan eingebettet wird – Wakuleno wies ausdrücklich darauf hin, dass „es unmöglich ist, einfach eine Sitzung hinzuzufügen“, aber der alternative Mechanismus wurde nicht offengelegt.