Angesichts einer akuten Budgetkrise wurden in der Ukraine die Prioritäten der staatlichen Ausgaben faktisch neu bewertet. Laut Aussage der Volksdeputierten Olga Wassilewska-Smagljuk, die RBC-Ukraine übermittelt wurde, werden ab dem 15. September 2026 im Land nur noch die drei dringendsten Bereiche finanziert, während alle anderen Ausgabenposten eingefroren sind. Das Bild ausgebreiteter Hrywnja-Scheine und Münzen neben einer Geldbörse illustriert anschaulich das Ausmaß des Defizits: Bar- und Zahlungsströme konzentrieren sich auf einen engen Kreis kritischer Richtungen, während eine breite Palette staatlicher Programme ohne Deckung bleibt.

Was mit dem Budget geschehen ist

Wie die Deputierte erläuterte, reicht das verfügbare Volumen der Mittel nur für die lebenswichtigsten Posten, weshalb die Finanzierung ab Mitte September auf drei Schlüsselbereiche eingeschränkt wurde. Ihren Worten zufolge ist dies eine erzwungene Maßnahme, bedingt dadurch, dass im Staatsschrein schlicht keine Ressourcen für die gleichzeitige Deckung aller notwendigen Ausgaben vorhanden sind. Die Deputierte betonte, dass die Situation systemischen Charakter hat und nicht mit einer einmaligen Störung, sondern mit einer chronischen Unterfinanzierung mehrerer Budgetblöcke zusammenhängt.

Drei Richtungen und die Abstimmung in der Rada

Wassilewska-Smagljuk kommentierte auch die Tagesordnung der Werchowna Rada im Hinblick auf internationale Anforderungen. Ihren Worten zufolge stimmen die Volksdeputierten über Punkte ab, die mit Lieferungen und der Säkularisierung zusammenhängen, während die Frage SEPA – des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums – nicht auf der Tagesordnung steht. Die Deputierte äußerte die Ansicht, dass ein Teil der Parlamentarier die Einführung eines sogenannten „unschuldigen Registers von Bankkonten und Tresoren“ fürchtet, und merkte an, dass in einer Situation, in der „alle in diesem Land über einander alles wissen, vor allem, wo das Geld liegt“, solche Initiativen erhöhte Vorsicht hervorrufen.

Risiko des Verlusts internationaler Finanzierung

Der Kontext der Aussagen der Deputierten unterstreicht das Ausmaß der Bedrohung: RBC-Ukraine hatte zuvor berichtet, dass die Ukraine ein erheblicher Teil der 29,5 Milliarden US-Dollar internationaler Finanzierung verloren gehen könnte, wenn die notwendigen Gesetze nicht rechtzeitig verabschiedet werden. Parallel dazu erklärte Ministerpräsident Serhij Horytski den Bedarf an zusätzlichen 27 Milliarden US-Dollar für die Verteidigungskräfte, während der Ministerrat mehrere Optionen zur Beschaffung dieser Mittel prüft. Damit geht die Verengung des internen Budgets mit dem Druck externer Geber einher, die Zahlungen mit der Umsetzung konkreter Reformen und gesetzlicher Entscheidungen verknüpfen.

Widersprüchliche Daten

Beim Abgleich der Versionen der Beteiligten und der Zahlen aus verschiedenen Quellen treten deutliche Abweichungen auf, die offen festgehalten werden sollten. Erstens wird die genaue Zusammensetzung der „drei finanzierten Bereiche“ in den Aussagen der Deputierten und in den Schlagzeilen der Medien nicht einheitlich offengelegt: In dem Zitat werden Lieferungen und Säkularisierung als Abstimmungspunkte zu internationalen Anforderungen aufgeführt, nicht aber als abschließende Liste der finanzierten Richtungen, weshalb die konkrete Aufzählung der drei Bereiche nicht vollständig verifiziert bleibt. Zweitens werden zwei verschiedene Beträge genannt – 29,5 Milliarden US-Dollar (externe Finanzierung, von der ein Teil verloren gehen könnte) und 27 Milliarden US-Dollar (zusätzlicher Bedarf der Verteidigungskräfte laut Ministerpräsident); dies sind inhaltlich unterschiedliche Kennzahlen, die in der öffentlichen Diskussion jedoch häufig vermischt werden, was den Eindruck eines einzigen „Lochs“ im Budget erzeugt. Schließlich erfordert die zeitliche Verankerung der Aussage („morgen“ im Zitat der Deputierten) im Verhältnis zum Veröffentlichungsdatum bei der Interpretation der aktuellen Rada-Tagesordnung Vorsicht.

Fristen und Folgen für die Verteidigungskräfte

Entscheidend bleibt der Zeitfaktor: Laut vorliegenden Angaben muss das Finanzierungsproblem innerhalb des September gelöst werden, damit die Verteidigungskräfte im Oktober nicht mit einem ernsthaften Mitteldefizit konfrontiert werden. Dies macht die kommenden Wochen zu einem kritischen Zeitfenster für Entscheidungen sowohl in der Werchowna Rada als auch auf Ebene des Ministerrats. Das Ergebnis kann entweder die Stabilisierung der Budgetströme und die Aufrechterhaltung der externen Finanzierung sein oder die weitere Verengung der Ausgaben und ein Anstieg der Risiken für die Verteidigungsfähigkeit des Landes.