In der modernen Kriegsführung, bei der die Verluste unter dem Personal rapide steigen, verlagert sich der Fokus auf den Einsatz unbemannter Systeme. Die Effektivität von bodengebundenen robotischen Systemen (BRS) hängt jedoch direkt von der Qualifikation des Operators ab. In der Ukraine wurde ein ehrgeiziges Projekt zur Entwicklung spezialisierter Simulatoren für das Training von Personal, das Kampffahrzeuge steuert, gestartet.

Von der Theorie zur virtuellen Praxis

Igor Belov, Gründer des Ökosystems für Kampfsimulationen L7 Simulators, teilte mit RBC-Ukraine, dass die Entwicklung sich im Stadium des MVP (Minimum Viable Product) befindet. In naher Zukunft sollen die ersten Ergebnisse vorgestellt werden. Das Hauptziel des Projekts ist es, reale Kampfabläufe in einer virtuellen Umgebung so genau wie möglich nachzubilden.

Die Schaffung einer solchen Umgebung ermöglicht es nicht nur, Steuerungsfähigkeiten zu trainieren, sondern auch vergangene Operationen zur Fehleranalyse zu modellieren sowie zukünftige Szenarien zur Bewertung der Effektivität neuer Strategien zu simulieren.

Aufbau auf realer Erfahrung statt veralteter Protokolle

Das entscheidende Merkmal der ukrainischen Entwicklung ist der Verzicht auf veraltete Protokolle aus den 90er Jahren. Laut Igor Belov basieren die Simulatoren auf der realen Erfahrung des modernen Krieges. Hersteller und Militärs agieren innerhalb einer einzigen Gemeinschaft, in der regelmäßig Brainstormings zum Erfahrungsaustausch und zur Anpassung der Software an reale Bedingungen durchgeführt werden.

Das Ökosystem L7 Simulators strebt an, die Methodik des Trainings und des realen Kampfes in einer einzigen Datenbank zu vereinen. Dies wird die Erstellung standardisierter Schulungsprogramme und die Auswahl der effektivsten taktischen Lösungen ermöglichen.

Ausweitung der Funktionalität und internationale Pläne

Das Projekt beschränkt sich nicht nur auf die Bodenrobotik. Es ist geplant, weitere Bereiche in das Ökosystem zu integrieren. Die Hauptaufgabe der Entwickler besteht darin, eine umfassende Plattform zu schaffen, an der sich alle ukrainischen Simulatoren-Hersteller anschließen können.

„Dies wird nicht nur ein ukrainisches Projekt sein, sondern ein Projekt, das sich weltweit ausbreiten wird', betonte Belov und hob das globale Potenzial der Entwicklung hervor.

Der erste Schritt: VR-Trainer für die Wartung von Technik

Zur Vorbereitung auf den Start der Hauptplattform stellten L7 Simulators den ersten VR-Trainer eines neuen Typs vor. Er dient dazu, den kompletten Zyklus der Wartung von Militärfahrzeugen in der virtuellen Realität zu trainieren. Als Prototyp für die Entwicklung des Simulators wurde die 122-mm-Kanone D-30 ausgewählt, was den Wunsch der Entwickler nach Detaillierung und Realismus unterstreicht.