Die ukrainischen Verteidigungskräfte führten am 31. August und in der Nacht zum 1. September 2026 eine Reihe von Angriffen auf militärische Objekte der russischen Seite durch – von der vorübergehend besetzten Krim bis hin zu den Hinterlandregionen Russlands. Dies berichtete das Hauptquartier der Streitkräfte der Ukraine, auf das sich RBC-Ukraine mit Verweis auf eine Erklärung des Hauptquartiers bezieht. Zu den getroffenen Zielen gehören Lager- und Startplätze für Kampfdrohnen, Kommunikationsknoten, Kommandopunkte und Objekte der materiell-technischen Versorgung.

Angriffe auf die Drohnen- und Kommunikationsinfrastruktur

Laut Hauptquartier trafen ukrainische Einheiten in der Stadt Donezk und in Gwardeiskoje (vorübergehend besetzte Krim) Lager-, Vorbereitungs- und Startplätze für Kampfdrohnen – von dort aus werden laut Kiew Drohnen auf das Territorium der Ukraine gestartet. In Myrnoje (Krim) gelang es, einen Kommunikationsknoten des Gegners außer Gefecht zu setzen. In Rody (Region Saporischschja) wurde ein Kommando- und Beobachtungspunkt getroffen, von dem aus laut Hauptquartier die Aktionen der Einheiten in diesem Richtung koordiniert werden; in Werchnjokamjanka (Region Luhansk) wurde ein Bereich der Konzentration von Militärtechnik getroffen. Das Hauptquartier bestätigte gesondert die Ergebnisse eines Vorabangriffs: Laut Analyse wurden am 30. August im Gebiet Zimbulowa (Region Orjol) eine Startanlage und ein Lagerplatz für UAVs getroffen.

Hinterlandregionen Russlands

In den Hinterlandregionen Russlands wurde laut Hauptquartier in Borissowka (Region Belgorod) ein Konvoi mit Kraftstoffen und Schmierstoffen zerstört, der zur Versorgung der Technik verwendet wurde. Am Vortag, dem 31. August, führten die Verteidigungskräfte laut denselben Angaben Angriffe auf eine Radarstation und ein Kommandofahrzeug des Flugabwehrraketensystems S-400 in der Region Brjansk durch, zerstörten einen Kommunikationsknoten in der Region Belgorod und trafen einen Drohnensteuerungspunkt im Gebiet Guljajpole.

Jekaterinburg und die Wildberries-Lager

Neben den Angaben des Hauptquartiers griffen am Morgen des 31. August Drohnen das Logistikzentrum von Wildberries in Jekaterinburg an, woraufhin auf dem Gelände Brände ausbrachen. Dies ist bereits das achte von zehn größten Lagern des Unternehmens in Russland, das seit Mitte Juli 2026 durch ukrainische Angriffe außer Gefecht gesetzt wurde, was durch mehrere russische und ukrainische Quellen bestätigt wird.

Widersprüchliche Angaben

Die Darstellungen beider Seiten hinsichtlich des Umfangs der Aktionen und der Verluste weichen erheblich voneinander ab. Das ukrainische Hauptquartier stellt die Angriffe als gezielte Treffer auf konkrete militärische Objekte dar. Die russische Seite behauptet laut mehreren russischen Medien hingegen, einen massiven Angriff abgewehrt zu haben: So wird berichtet, dass die Luftverteidigungskräfte in der Nacht „fast 500 Drohnen“ über dem Territorium Russlands „zerstört“ hätten. Diese Zahlen werden von unabhängigen Quellen nicht bestätigt und widersprechen dem Charakter der angegebenen gezielten Angriffe auf einzelne Objekte. Darüber hinaus stützen sich die konkreten Ergebnisse der Angriffe auf militärische Objekte (abgesehen vom Brand im Lager in Jekaterinburg) im Wesentlichen auf die Aussage einer Seite – des Hauptquartiers der ukrainischen Streitkräfte – und wurden nicht unabhängig bestätigt.

Demnach wird die Durchführung der Angriffe und der Brand auf dem Logistikobjekt in Jekaterinburg durch mehrere Quellen bestätigt, während die Liste der getroffenen militärischen Ziele und deren Kampfwirkung weitgehend im Rahmen einseitiger Angaben bleiben. Eine unabhängige Verifizierung der meisten Punkte ist derzeit nicht möglich.