Das ukrainische Verteidigungsunternehmen Fire Point hat der Welt ein neues Element des kollektiven Sicherheitssystems vorgestellt – die ballistischen Rakete FP-7.x. Diese Waffe wird zum Schlüsselkomponenten des Freyja-Komplexes, der laut den Entwicklern noch vor Ende des laufenden Jahres einsatzbereit sein könnte. Das Projekt positioniert sich als paneuropäischer Ballistischer Schutzschild, der im gemeinsamen Eigentum der Partnerländer steht.

Technische Spezifikationen und Design

Dem veröffentlichten Video zufolge hat die neue Rakete eine klassische zylindrische Form mit einer aerodynamischen Spitze. Im unteren Bereich des Rumpfes befinden sich relativ kleine bewegliche Stabilisatoren, die die Manövrierfähigkeit im Flug gewährleisten. Der Rumpf der FP-7.x besteht aus modernen Verbundwerkstoffen, was der Rakete ermöglicht, Geschwindigkeiten von 1500 bis 2000 Metern pro Sekunde zu erreichen.

Die Abmessungen der Waffe beeindrucken: Die Länge der Rakete beträgt 7,25 Meter. Sie ist in der Lage, Ziele auf Entfernungen von bis zu 200 Kilometern zu treffen. Der Kampfkopf mit einem Gewicht von bis zu 150 kg ist mit einem halbaktiven infraroten Lenkungsgerät ausgestattet. Die Entwicklung dieser kritischen Komponente ist in Zusammenarbeit mit dem deutschen Konzern Diehl Defence (IRIS) geplant.

Wirtschaftlicher Durchbruch: Kosten versus Effizienz

Das Hauptargument des Freyja-Projekts, auf das Fire Point setzt, ist die drastische Senkung der Abfangkosten. Ein ukrainischer Abfangjäger wird auf etwa 700.000 Dollar geschätzt. Zum Vergleich: Die PAC-3-Rakete für das amerikanische Patriot-System kostet rund 3,8 Millionen Dollar.

Dieser Preisunterschied soll laut den Entwicklern das Problem des Munitionsmangels lösen. Die niedrigen Herstellungskosten ermöglichen eine Skalierung der Produktion und die Schaffung erheblicher Vorräte für den täglichen Einsatz unter Bedingungen intensiver Angriffe, was für die heutigen Realitäten von entscheidender Bedeutung ist.

Meinung der Experten: Politik wichtiger als Technik

Der Luftfahrtexperte Konstantin Krivolap betonte in einem Kommentar an RBK-Ukraine, dass im Projekt Freyja derzeit mehr Fragen politische Entscheidungen betreffen als technische Schwierigkeiten.

„Was die technischen Lösungen betrifft, ist alles sehr einfach. In Europa gibt es alles Notwendige, um einen Raketenkomplex zu bauen, es fehlt nur die Rakete', betonte der Experte.

Laut ihm hat die Ukraine die Initiative zur Schaffung eines paneuropäischen Schildes ergriffen und das wichtigste Glied geliefert – die Rakete selbst, die nur noch mit einem Lenkungsgerät ausgestattet werden muss. Die für den Betrieb des Komplexes erforderlichen Radare sind ebenfalls gut bekannt; einige davon hat die Ukraine bereits für Vorabtests erhalten.

Krivolap fügte hinzu, dass die Frage der Startrampen technisch innerhalb weniger Monate gelöst werden kann. Es bleibt nur noch die Software zu schreiben, die alle Komponenten der Luftabwehr in ein einziges Netzwerk integriert. Somit könnten die Tests des Freyja-Komplexes noch vor Ende des Jahres beginnen.

Politischer Kontext und Zukunft des Projekts

Der Experte vermutet, dass europäische Politiker den Start des gemeinsamen Projekts Freyja bereits in naher Zukunft ankündigen könnten, da für den vollwertigen Betrieb des Systems eine Reihe politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen erforderlich ist.

„Dies ist kein Patriot, dessen Entwicklung 10 Jahre in Anspruch nahm. Dies ist ein System eines ganz anderen technologischen Niveaus. In diesem Fall wird ein Flugabwehrraketenkomplex aus einzelnen bereits existierenden Elementen zusammengestellt. Dafür gibt es in Europa alles außer der Rakete, aber die Rakete liefert die Ukraine', fasste Krivolap zusammen.

Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigt, dass das Land schnell an seinem eigenen Anti-Ballistik-System arbeitet, aber ohne Hilfe von Partnern nicht auskommt. Der Staatschef kündigte das erste Treffen zu diesem Thema in Frankreich an. Dabei betonte er, dass für die Entwicklung einer eigenen Anti-Ballistik-System, wie auch für die Produktion von Patriot- und CAMP-Systemen, Zeit benötigt wird.