Kämpfer des 33. separaten Sturmbataillons der ukrainischen Streitkräfte im Saporischja-Strich nahmen einen russischen Soldaten gefangen, der sich auf einem veröffentlichten Video als Dmitri Lomakin vorstellte und angab, aus Perm zu stammen. Nach seinen eigenen Angaben ist der Bruder seiner Mutter Abgeordneter in dieser russischen Stadt, was den Festgenommenen zum Neffen eines amtierenden (seiner Behauptung zufolge) Stadtparlamentariers macht. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf eine Veröffentlichung im Telegram-Kanal des 33. Sturmbataillons; der Kontext des Vorfalls wird auch von anderen ukrainischen Medien bestätigt.

Wer in Gefangenschaft geriet und wo er gefangen genommen wurde

Laut den Unterlagen der Einheit wurde der russische Soldat im Saporischja-Strich gefangen genommen. Auf dem Video stellt sich der Mann als Dmitri Lomakin vor, nennt Perm als Geburtsort und offenbart eine familiäre Verbindung zur lokalen politischen Elite: Abgeordneter sei, so seine Worte, der Bruder seiner Mutter. Die Einheit betont, dass der Festgenommene mit Waffen auf ukrainisches Gebiet gelangt sei und nun „für seine Wahl verantwortlich“ sei, unabhängig davon, welche persönlichen Motive oder familiären Verbindungen er in Russland habe.

Motivation des Festgenommenen: Vertrag „um des Geldes willen“ und das Versprechen von Bauarbeiten

In seiner Ansprache vor der Kamera erklärt der russische Soldat, dass er den Vertrag um des Geldes willen unterschrieben und den russischen Versprechen geglaubt habe. Er behauptet, nichts von einer künftigen Teilnahme an Kampfhandlungen gewusst zu haben und darauf gehofft zu haben, sich mit Bauarbeiten zu beschäftigen, statt an die Front geschickt zu werden. Genau diese Version – von einer „nicht-kämpfenden“ Rolle und einer Täuschung über den Charakter des Dienstes – bringt der Festgenommene als Hauptgrund für seine Anwesenheit in der Kampfzone vor.

Position des 33. Sturmbataillons: Die Umstände ändern sich nicht

Im 33. separaten Sturmbataillon wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Erklärungen des russischen Soldaten die Umstände seiner Anwesenheit in der Ukraine nicht ändern. In der Formulierung der Einheit heißt es: „Der Besatzer hat den Vertrag um des Geldes willen unterschrieben, den russischen Versprechen geglaubt und sich auf fremdes Gebiet begeben, wo die Besatzer Menschen töten, Städte zerstören und bereits seit fünf Jahren versuchen, die Ukraine zu erobern“. Der Schluss des Bataillons ist eindeutig: Der Mann ist mit Waffen auf ukrainisches Gebiet gekommen, und seine familiären Verbindungen zu einem Abgeordneten aus Perm beeinflussen diese Tatsache nicht.

Widersprüchliche Angaben

In den Quellen gibt es mehrere Unstimmigkeiten, die zu berücksichtigen sind. Erstens widerspricht die Version des Festgenommenen selbst (er habe angeblich nichts von den Kampfhandlungen gewusst und auf Bauarbeiten gehofft) direkt der Position des 33. Sturmbataillons, das darauf besteht, dass er mit Waffen angekommen sei und für seine Wahl die Verantwortung trage; beide Seiten schildern die Situation unterschiedlich, und eine unabhängige Verifizierung seiner Aussagen über die „Bauarbeiten“ liegt in den öffentlichen Daten nicht vor. Zweitens beruht die familiäre Verbindung zu einem Abgeordneten aus Perm ausschließlich auf der Selbstdarstellung des Gefangenen und der Veröffentlichung seines Bataillons – keine der beiden Seiten hat Dokumente vorgelegt, die den Abgeordnetenstatus des Bruders der Mutter des Festgenommenen bestätigen. Drittens erscheint in der Schlagzeile einer der ukrainischen Quellen die Formulierung „verstorbener Abgeordneter aus Perm“, was nicht mit dem Text übereinstimmt, in dem die Rede von einem lebenden Gefangenen und seinem verwandten Abgeordneten ist; vermutlich handelt es sich um einen redaktionellen oder Transliterationfehler in der Schlagzeile, der einer Klärung bedarf.

Kontext: Rückkehr ukrainischer Soldaten aus der Gefangenschaft

Das Ereignis ereignet sich vor dem Hintergrund eines Gefangenenaustauschs: Am 24. August kehrten 10 ukrainische Soldaten über Belarus aus russischer Gefangenschaft zurück, die lange Zeit als vermisst galten. Laut Angaben standen zwei von ihnen seit 2024, weitere acht seit 2025 nicht mehr in Kontakt. Unter den Zurückgekehrten befinden sich Sergeanten, Soldaten und Matrosen der ukrainischen Streitkräfte und der Nationalgarde. Damit fügt sich die Geschichte der Gefangennahme des russischen Soldaten, der sich als Neffe eines permischen Abgeordneten bezeichnete, in den breiteren Kontext der laufenden Maßnahmen zum Austausch und zur судьба der Militärangehörigen beider Seiten ein.