Ukrainische Universitäten rüsten sich für das neue Studienjahr unter Bedingungen, bei denen selbst jene Einrichtungen, die Studierende wieder in die Hörsäle zurückholen, nicht bereit sind, auf Fernunterricht vollständig zu verzichten. Laut einer Übersicht von RBC-Ukraine, die Hochschulen in Kiew, Lwiw, Odessa und Dnipro erfasste, dominieren im Studienjahr 2026/2027 zwei Szenarien: das überwiegend Präsenzformat und das gemischte (hybride) Modell. Dabei hängt der endgültige Unterrichtsmodus in den meisten Einrichtungen direkt von der Sicherheitslage ab und kann während des Semesters оперативно angepasst werden.
Regionale Spezifika: Wo Präsenz, wo Hybrid
Das Bild variiert je nach Stadt erheblich. In Kiew und Dnipro überwiegen gemischte Lernmodelle, während die meisten befragten Universitäten in Lwiw und Odessa sich auf das Präsenzformat konzentrieren. So plant die Nationale Iwan-Schulz-Universität Odessa den Lehrprozess in Präsenzform durchzuführen und betont, dass zertifizierte Schutzräume in den Gebäuden seit dem Studienjahr 2022/2023 in Betrieb sind und während Luftalarmen genutzt werden, was es ermöglicht, den Bildungsprozess unter Berücksichtigung der Sicherheit zu gestalten. Andere Hochschulen in Odessa und Lwiw kündigen ebenfalls ein überwiegend Präsenzformat an und behalten sich das Recht vor, bei Bedarf Fernunterrichtstechnologien einzusetzen.
Was online geht und was im Hörsaal bleibt
Das nachhaltigste Muster des Jahres ist die Aufteilung nach Art der Veranstaltungen: Vorlesungen bleiben häufiger im Fernunterricht, während praktische, laborbezogene und seminarische Veranstaltungen in Präsenzform durchgeführt werden. Genau zu diesem Format müssen in erster Linie medizinische und technische Universitäten übergehen, bei denen die Praxis nicht vollständig digitalisiert werden kann. In einigen Einrichtungen wird der Bachelorstudiengang auf die Vollzeitform (Präsenz) umgestellt, während dem Masterstudiengang ein gemischter Vollzeit-Fernunterricht oder ein vollständig online-basierter Modus angeboten wird. Für Studierende im Fernstudium wird das gemischte Format unter Nutzung von Fernunterrichtstechnologien gemäß einem individuellen Studienplan zur Hauptform.
Wie sich konkrete Universitäten vorbereiten
An der Nationalen Universität Kiew bleibt das Präsenzstudium das Grundformat für Studierende im Vollzeitstudium; einzelne Vorlesungen, Seminare und Beratungen können jedoch unter Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien durchgeführt werden, und bei Bedarf wird der Zeitplan оперативно angepasst. Die Nationale Universität für Bauwesen und Architektur Kiew sieht mehrere Formen der Bildung vor – Vollzeit, Fernstudium, Abendschule, Fernunterricht und duales Studium: Die Vollzeitform wird etwa 84 % der Studierenden abdecken, das hybride Format ist vor allem für Studierende der oberen Semester, Masterstudierende, Doktoranden und ausländische Studierende vorgesehen, während die Fernstudienform nur für zehn Bildungsprogramme verfügbar ist (Wirtschaft, Management, Marketing, Informationstechnologie usw.). Die Nationale Wirtschaftsuniversität Kiew Vadym Hetman plant ein gemischtes Format: Vorlesungen online, praktische Veranstaltungen im Hörsaal für den Bachelorstudiengang, Masterstudiengang – im Online-Modus. An der KPI, an der mehr als 15.000 Personen im Bachelorstudiengang lernen, hält die Leitung es aus Sicherheitsgründen für riskant, alle gleichzeitig ins Offline-Format zu überführen: Das Studienjahr wird im Hörsaal stattfinden, aber die Vorlesungen werden online abgehalten, während die praktischen Veranstaltungen in Präsenzform stattfinden werden.
Sicherheit und Flexibilität: Optionen für Soldaten und Studierende im Ausland
Ein Schlüsselfaktor bei der Planung bleibt die Sicherheit. Die Hochschulen betonen, dass die Formate je nach Lage und Empfehlungen der zuständigen staatlichen Organe überarbeitet werden, und dass bei einer Änderung der Situation der Lehrplan оперативно angepasst wird. Einige Einrichtungen behalten die Online-Option für Studierende, die ihren Wehrdienst in den Streitkräften der Ukraine leisten, sowie für diejenigen, die gezwungenermaßen im Ausland sind. Die Verfügbarkeit zertifizierter Schutzräume in den Gebäuden, wie im Fall der Odessaer Nationalen Universität Iwan-Schulz, ermöglicht es, Präsenzveranstaltungen mit Schutzmaßnahmen während Luftalarmen zu kombinieren.
Widersprüchliche Daten
In den Aussagen der Hochschulen und in der Übersicht selbst gibt es Unstimmigkeiten in der Formulierung. So erklärt eine der Universitäten, dass das Studienjahr „offline, also im Hörsaal stattfinden wird“, präzisiert jedoch gleichzeitig, dass „die Vorlesungen online stattfinden werden, die praktischen Veranstaltungen jedoch in Präsenzform“ – dies ist formal ein Widerspruch zwischen dem Begriff „offline“ und der Beibehaltung von Fernvorlesungen. Darüber hinaus wird in der Übersicht im Kontext der Vorbereitung auf das Studienjahr 2026/2027 auf Pläne für das Studienjahr 2025/26 verwiesen (gemischtes Format für den Bachelorstudiengang, online für den Masterstudiengang), was Verwirrung in der Chronologie stiftet. Schließlich ist ein Teil der Auszüge der Übersicht (z. B. Aussagen über ein „Offline-Format unter Nutzung von Fernunterrichtstechnologien für Vorlesungen“ und über ein „gemischtes Format unter Berücksichtigung der Sicherheitslage“) nicht immer eindeutig einem bestimmten benannten Universitätsnamen zugeordnet, sodass eine genaue Zuordnung jedes Modus zu einer einzelnen Universität anhand einer einzigen Quelle nicht vollständig bestätigt werden kann.