Das ukrainische Gesundheitsministerium hat eine aktualisierte Liste medizinischer Dienste vorgestellt, die Patienten vollständig in digitaler Form in Anspruch nehmen können – ohne Papierbescheinigungen, Stempel und Wartezeiten. Dies erklärte Gesundheitsminister Viktor Ljaschko und betonte, dass die Digitalisierung bereits ein gewohnter Bestandteil des Alltags der Ukrainer geworden ist. Nach seinen Worten ist das zentrale Ziel der Reform, die Duplizierung von Daten, unnötige Behördengänge der Bürger und bürokratische Hürden aus den medizinischen Prozessen zu beseitigen, die zuvor sowohl Patienten als auch medizinischem Personal Zeit kosteten.
Patientenkonto: Arztwahl und Deklaration online
Zentrales Element des digitalen Ökosystems bleibt das „Patientenkonto“ – ein einheitliches Portal, über das der Bürger seinen Hausarzt auswählen und eine Online-Deklaration einreichen kann, die ihn an einen bestimmten medizinischen Fachangestellten bindet. Dort kann der Patient zudem jederzeit seine gültige Deklaration einsehen und bei Bedarf seine persönlichen Daten aktualisieren. Damit entfällt die Notwendigkeit, die Poliklinik persönlich zu besuchen, um den zugeordneten Arzt zu benennen oder zu ändern.
Remote-E-Rezept und Preisvergleich für Arzneimittel
Eine weitere gefragte Funktion ist die fernmündliche Ausstellung eines elektronischen Rezepts (E-Rezept). Wie Ljaschko jedoch präzisierte, ist die Online-Ausstellung nur dann möglich, wenn der Zustand des Patienten dies zulässt und der behandelnde Arzt eine entsprechende Entscheidung trifft. In der Beilage zum E-Rezept befindet sich ein QR-Code, der in den nationalen Preisverzeichnis führt. Über diesen kann der Patient bis zu drei wirtschaftlich günstigste Optionen für den Erwerb der verordneten Medikamente auf eigene Kosten finden, was es ermöglicht, die Preise in verschiedenen Apothekenketten zu vergleichen und zu sparen.
Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und der Service „jMaljatko“
Das ärztliche Attest über vorübergehende Arbeitsunfähigkeit erstellt der Arzt nun direkt im elektronischen Gesundheitssystem (e-Health). Anschließend wird die Information automatisch an den ukrainischen Pensionsfonds zur Erstellung einer elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (E-Krankmeldung) übermittelt, sofern der Patient eine versicherte Person ist. Papierbescheinigungen, Stempel und Unterschriften für die Ausstellung dieses Dokuments sind nicht mehr erforderlich. Dasselbe Prinzip gilt auch für den Service „jMaljatko“: Auf Grundlage des ärztlichen Attests über die Geburt trägt der Arzt die Daten in das e-Health-System ein, die Eltern erhalten die Nummer des Geburtstattests (MBN), woraufhin die erforderlichen Informationen automatisch zwischen den staatlichen Informationssystemen ausgetauscht werden, ohne dass die Bürger tätig werden müssen.
Widersprüchliche Daten
In den vorliegenden Quellen wurden keine wesentlichen Widersprüche zwischen den Aussagen des Gesundheitsministeriums und den Daten von RBC-Ukraine festgestellt. Die einzige Einschränkung betrifft die Bedingungen für die fernmündliche Ausstellung des E-Rezepts: Der Minister betont, dass diese nicht in allen klinischen Fällen möglich ist, sondern ausschließlich bei Zulässigkeit der Fernbeobachtung und Entscheidung des Arztes. Dies ist kein Widerspruch, sondern eine Präzisierung der Anwendungsgrenzen des Services, die für eine korrekte Information der Patienten wichtig ist.
Kontext und Perspektiven
Die vorgestellte Liste der Dienste ist Teil eines umfassenderen Programms zur Digitalisierung des Gesundheitswesens, das die Ukraine vor dem Hintergrund anhaltender Herausforderungen bei der Sicherstellung der Zugänglichkeit medizinischer Versorgung umsetzt. Nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums verkürzt der Übergang zum papierlosen Format die Verwaltungslast der medizinischen Einrichtungen und erhöht die Transparenz der Prozesse. Für die Patienten bedeutet dies, dass eine Reihe routinemäßiger Verfahren – von der Arztzuordnung bis zur Ausstellung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – nun nur noch Minuten in Anspruch nimmt und kein physisches Erscheinen in der Poliklinik erfordert.