Die nächtliche massive Attacke mit ballistischen Raketen auf die ukrainische Hauptstadt und die Oblast Kiew führte zu Schäden an der Eisenbahninfrastruktur und zwang die „Ukrzaliznytsja“, den Betrieb von Vorort- und Regionalzügen operativ umzustellen. Stand 20. August betreffen die Änderungen Fahrten in den Oblasten Kiew, Tschernihiw und Sumy sowie Verzögerungen in der Oblast Dnipropetrowsk. Das Unternehmen warnte, dass im Laufe des Tages aufgrund der anhaltenden Luftbedrohung weitere Anpassungen des Fahrplans möglich seien.

Routenänderungen in Richtung Kiew

Heute, am 20. August, verkehren die Vorortzüge Nr. 6903 und Nr. 6905 Nischyn – Bobryk auf einer geänderten Route statt der gewohnten Richtung Nischyn – Kiew, sowie Nr. 6902 und Nr. 6906 Bobryk – Nischyn statt Kiew – Nischyn. Entsprechend angepasst wurden die Regionalfahrten Nr. 893 Konotop – Bobryk statt Konotop – Kiew und Nr. 894 Bobryk – Nischyn statt Kiew – Nischyn. Damit wurde für eine Reihe von Zügen der Bahnhof Bobryk und nicht die zentralen Bahnhöfe der Hauptstadt zum Endpunkt.

Gestrichene Fahrten und Verzögerungen in der Oblast Dnipropetrowsk

In diesem Zeitraum können die Züge Nr. 6909 und Nr. 6911 Nischyn – Kiew-Wolynskyj sowie Nr. 6910 Kiew-Wolynskyj – Nischyn die planmäßige Fahrt nicht durchführen. Parallel wurden aus Sicherheitsgründen in der Oblast Dnipropetrowsk zwei Vorortzüge verzögert: Die Fahrt Nr. 6501 Pjatychatky – Krywyj Rih verließ den Bahnhof Pjatychatky mit einer Verspätung von 1 Stunde und 8 Minuten, und der Zug Nr. 6008 Pjatychatky – Dnipro – mit einer Verspätung von 43 Minuten. Die „Ukrzaliznytsja“ betont, dass der Betrieb auf einzelnen Abschnitten erst nach Beendigung der Luftbedrohung wieder aufgenommen wird.

Sicherheitsregeln für Passagiere

Die Eisenbahner erinnerten daran, dass bei erhöhter Gefahr der Zug angehalten werden kann und die Passagiere in diesem Fall die Evakuierungsregeln einhalten müssen: sofort zum nächsten Schutzraum begeben oder einen sicheren Abstand zur Eisenbahninfrastruktur einhalten. Das Unternehmen ruft dazu auf, mögliche zusätzliche Verzögerungen und Routenänderungen im Laufe des Tages zu berücksichtigen und die aktuellen Mitteilungen des Verkehrsträgers zu verfolgen.

Kontext: Folgen des nächtlichen Angriffs

Wie zuvor berichtet, wurden infolge des massiven Angriffs mit ballistischen Raketen auf die Hauptstadt ein Kinderkrankenhaus und Wohnhäuser beschädigt. Auch die Oblast Kiew wurde getroffen: Die Besatzer griffen Browary an, wo ein Mann getötet wurde, und die Gemeinde blieb ohne Strom. In mehreren Stadtteilen Kiews wurde ebenfalls ein Stromausfall festgestellt – die Energieversorger klären die Ursachen. Genau diese Infrastrukturschäden waren der Grund für die Umleitung eines Teils der Zugfahrten.