Sechs-Zonen-System statt einheitlichem Preis

Die „Ukrzaliznytsja“ führt ein grundlegend neues Preismodell für Vorortstrecken ein: Anstelle des bisherigen Ansatzes wird ein Sechs-Zonen-Tarifsystem eingeführt, bei dem der Fahrpreis direkt von der Entfernung der Fahrt abhängt. Die zentrale Regel lautet, dass der Fahrgast innerhalb jeder Tarifzone einen festen Betrag zahlt – der Preis ist also unabhängig davon, wie viele Kilometer genau innerhalb dieser Zone zurückgelegt werden. Das Unternehmen führt ein anschauliches Beispiel an: Fahrten über 51 km und über 90 km, die in dieselbe Zone fallen, kosten denselben Betrag – 55 Hrywnja. Geplant ist, das neue System schrittweise auf andere Regionen der Ukraine auszudehnen.

Geografie und Zeitplan der Einführung

Als erste traten die neuen Tarife am 15. September in den Oblasten Kiew, Tschernihiw und Schytomyr in Kraft. Die nächste Welle der Änderungen ist für den 22. September angesetzt: Ab diesem Datum gilt das Sechs-Zonen-System in den Oblasten Odessa, Dnipropetrowsk, Mykolajiw und Tscherkasy. Damit gestaltet das Unternehmen einen gestaffelten Übergang, der es ermöglicht, den Mechanismus zunächst in einzelnen Regionen zu erproben, bevor er auf das gesamte Netz der Vorortverkehre ausgeweitet wird.

Warum die Verkehre weiterhin verlustreich bleiben

Die „Ukrzaliznytsja“ weist ausdrücklich darauf hin, dass die Vorortverkehre weiterhin verlustreich sind, und genau dies sei das Hauptargument für die Tarifüberarbeitung. Als Gründe werden die Nichtzahlung von Ausgleichszahlungen durch mehrere lokale Verwaltungen für die Beförderung begünstigter Fahrgastkategorien sowie der anhaltende Anstieg der Kosten für Strom, Kraftstoff und anderer Ressourcen genannt, die für den Betrieb der Züge erforderlich sind. Im Wesentlichen verzeichnet das Unternehmen eine Lücke zwischen den gestiegenen Betriebskosten und dem bisherigen Ertragsniveau im Vorortsegment.

Was das für Fahrgäste und Netz bedeutet

Das Unternehmen erwartet, dass das neue Tarifmodell dazu beitragen wird, die Verluste teilweise zu verringern, ohne die Fahrpreise für die meisten Fahrgäste wesentlich zu erhöhen. Mit den frei werdenden Mitteln plant die „Ukrzaliznytsja“, die bestehenden Vorortstrecken und Haltestellen zu erhalten, die unter den Bedingungen chronischer Verluste möglicherweise hätten eingestellt werden müssen, sowie zusätzliche Ressourcen für die Reparatur und Modernisierung des Rollmaterials einzusetzen. Für die Fahrgäste bedeutet dies den Erhalt des gewohnten Haltestellennetzes und potenziell besserer und modernerer Züge.

Digitalisierung: Tickets und Validierung in der App

Der Übergang zu den neuen Tarifen erfolgt vor dem Hintergrund einer fortgesetzten Digitalisierung des Vorortsegments. Zur Erinnerung: Bereits im Mai dieses Jahres hatte die „Ukrzaliznytsja“ die Möglichkeit eingeführt, Tickets für Vorortzüge über die mobile App auf dem gesamten Gebiet der Ukraine zu kaufen. Fahrgäste des Kyiv City Express können in der App gekaufte Tickets über die orangefarbenen Validatoren vor dem Betreten des Bahnsteigs validieren: Es genügt, die App zu aktualisieren und das elektronische Ticket vor der Fahrt an das Gerät zu halten. Das Zusammenspiel dieser Maßnahmen – von der Zonentarifkation bis zum mobilen Ticket – bildet eine neue Infrastruktur für den Vorortverkehr in der Ukraine.