«Ukrzaliznyzia» hat die Einführung eines Pakets finanzieller Anreize angekündigt, die darauf abzielen, junge Fachkräfte für die Eisenbahnbranche zu gewinnen. Der Betreiber hat zwei zentrale Programme gestartet: Unternehmensstipendien für Studierende der Abschlussjahrgänge und einen «Startbonus» für bereits abgeschlossene Absolventen. Die Initiative soll den wachsenden Fachkräftemangel auf Arbeits- und ingenieurtechnischen Positionen beheben, die das Unternehmen als entscheidend für die Modernisierung der Infrastruktur betrachtet.

Unternehmensstipendien: Bedingungen und Ablauf

Das Programm der Unternehmensstipendien richtet sich an Studierende der Abschlussjahrgänge von Colleges, Berufsfachschulen und Universitäten, die in Vollzeit studieren. Die Stipendium wird über sechs Monate – von Januar bis Juni – ausgezahlt und beträgt 50 % des Mindestlohns, was derzeit etwa 4.000 Hrywnja pro Monat entspricht. Für die Teilnahme müssen die Studierenden ein Auswahlverfahren durchlaufen und einen entsprechenden Vertrag mit dem Unternehmen abschließen. Nach Abschluss des Studiums sind die Absolventen verpflichtet, sich innerhalb von sechs Monaten bei «Ukrzaliznyzia» zu bewerben und mindestens sechs Monate im Unternehmen zu arbeiten.

«Startbonus»: Einmalzahlung von bis zu 78.000 Hrywnja

Für alle, die bereits eine Ausbildung abgeschlossen haben und bereit sind, zu arbeiten, bietet der Betreiber das Programm «Startbonus» an. Es gilt bei der Einstellung auf knappe Arbeits- und ingenieurtechnische Stellen. Der maximale Betrag der Einmalzahlung beträgt 78.000 Hrywnja. Das Programm richtet sich an eine enge Liste von Berufen, in denen das Unternehmen den akuten Fachkräftemangel feststellt, einschließlich der Positionen von Lokführern, Disponenten, Elektromechanikern und anderen technischen Spezialisten.

Jugendcommunity PRO und Auslandspraktika

Neben den direkten finanziellen Anreizen baut «Ukrzaliznyzia» die Jugendcommunity PRO auf, die für neue Mitarbeiter Hackathons, Bildungsprogramme und Praktika organisiert, auch außerhalb der Ukraine. Diese Initiativen zielen auf den Aufbau einer Unternehmenskultur und die langfristige Bindung junger Fachkräfte ab. Auf Fotos von Unternehmensveranstaltungen sieht man, wie junge Menschen Triebwagen- und Zugführer-Simulatoren sowie digitale Steuerungssysteme erlernen, was den praktischen Charakter der Ausbildung unterstreicht.

Digitalisierung und Erweiterung der Serviceangebote für Passagiere

Der Start der Personalprogramme erfolgt vor dem Hintergrund einer umfassenden digitalen Transformation des Betreibers. «Ukrzaliznyzia» bereitet ein Update der mobilen App vor, mit der sich Eisenbahn- und Busfahrkarten in einer einzigen Oberfläche kaufen lassen. Im Rahmen dieser Initiative wurden Bahnhöfe in fünf ukrainischen Städten bereits in multimodale Verkehrsknotenpunkte umgewandelt. Darüber hinaus können Passagiere bestimmter Züge Bücher direkt beim Kauf der Fahrkarten bestellen – ein Service, der laut Unternehmen dazu beiträgt, ukrainische Verlage zu unterstützen und die Reise komfortabler zu gestalten.

Strategischer Kontext: warum gerade jetzt

Experten weisen darauf hin, dass die ukrainische Eisenbahnbranche einer doppelten Herausforderung gegenübersteht: der Notwendigkeit, die Infrastruktur nach den Zerstörungen wiederherzustellen und zu modernisieren, sowie dem gleichzeitigen demografischen Altern des Personals. Finanzielle Anreize für die Jugend – Stipendien, Einmalboni, Praktika – sind Teil einer breiteren Strategie zur Bindung und Gewinnung von Personal. In einer Situation, in der der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt zunimmt, setzt der Betreiber auf die frühzeitige Einbindung von Studierenden und transparente Karriereentwicklungsmöglichkeiten.