Am 8. September 2026 feierte die Ukrainische Orthodoxe Kirche (UOK) eines der großen zwölf Hauptfeste – die Geburt der allheiligen Gottesmutter. Laut einer Mitteilung der Pressestelle der UOK, die auf Facebook veröffentlicht und von RBC-Ukraine überprüft wurde, ist dieser Tag dem Gedenken an die Geburt der Jungfrau Maria aus den unfruchtbaren Eltern Joachim und Anna gewidmet. Dieses Fest trägt, so die kirchlichen Vertreter, eine Botschaft über die Kraft des Glaubens, der Hoffnung und die Unmöglichkeit, in Verzweiflung zu verfallen, selbst wenn die Umstände aussichtslos erscheinen.
Die Bedeutung des Festes: die Geburt trotz Verzweiflung
Die UOK betonte, dass die Geburt Marias „für jeden ein Zeugnis ist, dass man niemals in Verzweiflung und Niedergeschlagenheit verfallen sollte“. Die Eltern der Gottesmutter erlitten laut kirchlicher Überlieferung lange eine ungerechte Demütigung durch ihr Umfeld, die sie als Sünder ansahen, die von Gott mit Kinderlosigkeit in der Ehe bestraft wurden. Doch Joachim und Anna „verzweifelten nicht an der göttlichen Barmherzigkeit und ertrugen geduldig die ungerechte Demütigung in der Hoffnung, dass der Herr besser als sie weiß, wie er ihren Lebensweg lenken soll“. Gerade im Alter, als die Eheleute nach menschlichem Ermessen und natürlichem Gesetz keine Kinder mehr bekommen konnten, wurde ihnen die Tochter Maria geschenkt, die, wie die UOK es ausdrückt, „ein Segen für die gesamte Menschheit“ wurde.
Der Name, der „Erhabene“ bedeutet
Die neugeborene Tochter nannten Joachim und Anna Maria (oder Mariam). Laut Erklärung der UOK bedeutet dieser Name auf Alt-hebräisch „erhaben, majestätisch“. Der frommen Anna wurde verkündet, dass ihre Gebete erhört wurden und dass sie eine „Tochter, die über alle selig ist“, gebären werde, „durch die alle Völker der Erde Segen empfangen und der ganzen Welt das Heil geschenkt werden soll“. So ist das Fest der Geburt der allheiligen Gottesmutter, so die Vertreter der UOK, nicht nur ein Gedenken an ein konkretes Ereignis, sondern auch die Bestätigung, dass Maria von Gott berufen wurde, die Mutter des Sohnes Gottes, des Retters der Menschheit, zu werden, und dass sie „Mutter aller Gläubigen“ ist.
Online-Übertragung aus Kiew: So nehmen Sie an der Liturgie teil
Für Gläubige, die physisch nicht an der Göttlichen Liturgie in der Kirche teilnehmen können, organisierte die UOK eine Online-Übertragung des Gottesdienstes. Das Ereignis findet in der Heilig-Michael-Goldenport-Kathedrale auf dem Gelände des gleichnamigen Klosters in Kiew statt. Der gezeigte Gottesdienst vermittelt eine feierliche Atmosphäre: Ein Geistlicher in blauer Gewandung betet Gebete vor dem vergoldeten Ikonostas, die Gläubigen beten am Lesepult, während eine Filmcrew den Verlauf der Liturgie für ein breites Publikum festhält. Die UOK schloss ihre Glückwünsche mit den Worten eines Gebetes: „Allheilige Gottesmutter, hilf uns! Allheilige Gottesmutter, rette uns! Allheilige Gottesmutter, erleuchte uns mit dem Licht deines Sohnes und bedecke uns mit deinem ehrwürdigen Omophor vor allem Bösen“.
Kontext: Weitere Erklärungen der UOK für die Gläubigen
Zu erinnern ist daran, dass die UOK zuvor Erklärungen veröffentlichte, wie man Ikonen in Kirchen richtig verehrt und ob eine Online-Übertragung einen persönlichen Besuch in der Kirche ersetzen kann. Auch wurde den Gläubigen erklärt, ob es zulässig ist, an Tagen großer kirchlicher Feste neue Angelegenheiten zu beginnen. Die Geburt der allheiligen Gottesmutter gehört zu den wichtigsten Festen des September im Kalender der UOK und wird traditionell von speziellen Gebeten begleitet, deren Texte kirchliche Publikationen zum Komfort der Gläubigen veröffentlichen.