In Washington entbrennt eine heftige Debatte über die Zukunft der US-Marine. Laut jüngsten Aussagen des Weißen Hauses hat die wiedergewählte Regierung von Donald Trump die Wiederherstellung eines starken maritimen industriellen Potenzials als Priorität festgelegt. Diese Entscheidung wurde zum Katalysator für eine Reihe radikaler administrativer Anweisungen, die darauf abzielen, die Strategie für den Bau und die Instandhaltung der US-Marine zu verändern.
Verzicht auf Innovationen: Rückkehr zu Dampfschleudern auf dem CVN-81
Eine der kontroversesten Entscheidungen wurde in einer neuen Denkschrift des Verteidigungsministeriums angekündigt. Das Dokument schreibt vor, innerhalb von 60 Tagen einen Plan vorzulegen, um das fortschrittliche elektromagnetische Startsystem für Flugzeuge (EMALS) und moderne Waffenlifte durch traditionelle Dampfanaloga und hydraulische Systeme zu ersetzen. Diese Entscheidung betrifft den Flugzeugträger USS Doris Miller (CVN-81), das vierte Schiff der Gerald R. Ford-Klasse.
Die Entscheidung erscheint vor dem Hintergrund der aktuellen Technologien paradox. Quellen in der Administration erklären jedoch, dass sie durch die Notwendigkeit einer Vereinfachung der Logistik und einer Senkung der Wartungskosten diktiert wird. Der Kiel des CVN-81 ist für Ende 2026 geplant, und die Indienststellung wird für 2034 erwartet. Der Wechsel zu bewährten Technologien soll das Risiko von Verzögerungen bei der Bauphase ausschließen, die Projekte mit neuesten Systemen häufig begleiten.
Ausbau der Infrastruktur: Die fünfte staatliche Werft
Der zweite Pfeiler der neuen Strategie ist die Schaffung einer fünften staatlichen Marinewerft. Derzeit verfügt die US-Marine über vier Schlüsselbasen: in Norfolk (Virginia), Portland (Maine), Bremerton (Washington) und Honolulu (Hawaii). Die neue Werft soll die bestehenden Kapazitäten entlasten und die Reparaturgeschwindigkeit von U-Booten und Flugzeugträgern erhöhen.
Dem Verteidigungsminister wurde befohlen, innerhalb von 120 Tagen einen detaillierten Plan für die Standortwahl der neuen Infrastruktur vorzulegen. Vorrang haben Regionen des Pazifikflottengebiets, einschließlich des US-Festlandes, Alaskas und Hawaiis. Diese Entscheidung steht in direktem Zusammenhang mit der Stärkung der Präsenz der USA in der indo-pazifischen Region und der Notwendigkeit eines schnellen Reagierens auf Bedrohungen in diesem Sektor.
Strategischer Kontext: Flottenwachstum und Verbündete
Amerikanische Verteidigungsanalysten sind sich einig, dass diese Maßnahmen Teil eines umfassenden Programms zur Vergrößerung der US-Marine sind. Die Regierung hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, die Bau- und Reparaturzeiten von Schiffen zu verkürzen, die in den letzten Jahren unter Verzögerungen litten. Die Wiederbelebung der inländischen Schiffbauindustrie wird als Frage der nationalen Sicherheit betrachtet.
Zudem wird in den Dokumenten die Nutzung von Möglichkeiten der Verbündeten in der Übergangsphase erwähnt. Dies könnte eine Erweiterung von Programmen zur gemeinsamen Produktion oder Reparatur auf Werften von NATO- und asiatisch-pazifischen Ländern bedeuten, was die amerikanischen Docks entlasten und die Auffüllung der Flotte beschleunigen würde.
Kontroverse Daten
Trotz der offiziellen Position des Weißen Hauses löst die Entscheidung, elektromagnetische Katapulte (EMALS) zugunsten von Dampfsystemen abzulehnen, heftige Debatten in der Fachwelt aus. Befürworter von Innovationen argumentieren, dass der Verzicht auf EMALS bei einem Schiff der Gerald R. Ford-Klasse ein Schritt zurück ist, der die Effektivität der Luftkampfgruppe verringern und den Verschleiß des Decks langfristig erhöhen würde. Sie weisen darauf hin, dass Dampfschleudern mehr Wartung und Personal erfordern.
Andererseits begründen Befürworter des Kurses der Trump-Administration ihre Meinung mit wirtschaftlichen Faktoren. Sie behaupten, EMALS sei ein „Schwarzes Loch' für das Budget, das ständige Finanzierung für Modernisierungen erfordert, während Dampfsysteme, obwohl veraltet, zuverlässig und kostengünstig im Betrieb sind. Das endgültige Urteil über den CVN-81 bleibt vorerst Gegenstand eines internen Ringens zwischen dem technologischen Flügel des Pentagon und den Befürwortern einer „pragmatischen' Sparsamkeit.