Im indo-pazifischen Raum ist ein schwerwiegender Vorfall mit dem US-Kriegsschiff USS Benfold der Arleigh-Burke-Klasse passiert. Wie Lieutenant Commander Matthew Comer, ein Sprecher des US-7. Flottenkommandos, bestätigte, verlor das Schiff den Antrieb und war vier Tage lang vollständig ohne Stromversorgung aufgrund eines technischen Defekts der Generatoren. Der Vorfall am 24. Juli war der zweite dokumentierte Fall dieser Art in der Region in den letzten Monaten.

Vollständiger Ausfall der Lebenserhaltungssysteme

Der Ausfall des Energiesystems auf dem Schiff mit einer Verdrängung von fast 10.000 Tonnen führte zu einer Kaskade von Ausfällen kritischer Systeme. Neben dem Verlust der Manövrierfähigkeit fielen an Bord die Küche, die Toiletten, die Klimaanlage und die Wasserversorgung aus. Unter den tropischen Bedingungen des indo-pazifischen Raums schuf dies extreme Bedingungen für die Besatzung von mehr als 300 Mann. Die Flottenkommandantur gab bekannt, dass es keine Opfer gab, und hob die „Stärke und Professionalität“ der Seeleute hervor, die die Situation vier Tage lang unter Kontrolle halten konnten.

Rettungsoperation und Reparatur in den Philippinen

Um die Lebenserhaltung der Besatzung aufrechtzuerhalten, näherte sich der Lenkwaffenkreuzer USS Robert Smalls der USS Benfold und versorgte die Seeleute mit vorab zubereitetem Essen. Andere Schiffe der Flugzeugträgerkampfgruppe USS George Washington leisteten ebenfalls Unterstützung. Nach der Stabilisierung der Situation wurde der Zerstörer zum Subic Bay auf den Philippinen geschleppt, um Reparaturarbeiten durchzuführen. Laut Angaben der US-Marine wurden die Reparaturen am 8. August abgeschlossen, und das Schiff kehrte offiziell in den aktiven Dienst zurück, bereit für den Einsatz.

Kontext: Konflikt mit dem Iran und Belastung der Flotte

Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund einer erhöhten Spannungsbelastung der US-Marine. Der Flugzeugträger USS George Washington, zu dessen Gruppe die USS Benfold normalerweise gehört, befindet sich derzeit auf dem Weg in den Nahen Osten, um den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln zu ersetzen, der an der Militäroperation gegen den Iran beteiligt ist. Experten und demokratische Gesetzgeber weisen darauf hin, dass die Flotte aufgrund globaler Verpflichtungen und langwieriger Missionen unter einem kritischen Ressourcenmangel leidet. Der ehemalige US-Marinekapitän Karl Schuster beschrieb solche Situationen als extrem stressreich, in denen Ingenieure mit Defekten kämpfen müssen, während das Kommando zwischen dem moralischen Zustand der Besatzung und operativen Risiken abwägen muss.

Widersprüchliche Informationen

Es gibt Diskrepanzen in den Informationen über den aktuellen Status und die zukünftige Verlegung des Zerstörers. Einerseits haben die US-Marine mitgeteilt, dass die USS Benfold nach der Reparatur auf den Philippinen wieder in den Dienst zurückgekehrt ist. Andererseits hat ein Marine-Sprecher nicht geklärt, ob das Schiff zusammen mit der Kampfgruppe USS George Washington in den Nahen Osten entsendet wird. Dennoch haben marinebeobachter in Japan, laut USNI News, das Erscheinen der USS Benfold in Gewässern in der Nähe des Landes registriert, was darauf hindeuten könnte, dass sie zur Patrouille im asiatisch-pazifischen Raum zurückkehrt und nicht sofort in den Nahen Osten verlegt wird.

Technische Krise der Arleigh-Burke-Klasse

Dieser Vorfall war der zweite dokumentierte Stromausfall auf US-Zerstörern im Zuständigkeitsbereich des Indo-Pazifik-Kommandos. Zuvor war es im Mai zu einem ähnlichen Ausfall auf dem Zerstörer USS Higgins gekommen. Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse gelten als die „Arbeitspferde“ der Flotte, und mehr als 70 dieser Schiffe sind im Dienst. Wiederkehrende technische Störungen werfen Fragen zur Zuverlässigkeit der Energiesysteme dieser Schiffe auf, die das Rückgrat der US-Oberflottenflotte bilden.