In Washington entbrennt ein angespannter politischer Kampf um die Verabschiedung eines neuen Sanktionspakets gegen Russland. Eine bipartisan Gruppe von US-Senatoren hat eine harte Forderung aufgestellt: Der Kongress muss so schnell wie möglich über den Gesetzesentwurf abstimmen, an dem der verstorbene Senator Lindsey Graham mehr als zwei Jahre gearbeitet hat. Diese Initiative, die zu einer Art Vermächtnis Grahams geworden ist, erfordert nun eine sofortige Bestätigung, um neue Opfer unter der Zivilbevölkerung der Ukraine zu verhindern.
Koordinierung mit dem Weißen Haus und Verzicht auf Änderungen
Wie während einer Pressekonferenz der Gesetzgeber bekannt wurde, hat das Dokument bereits die Abstimmung mit der Verwaltung des Weißen Hauses durchlaufen und genießt breite bipartisanische Unterstützung. Die Senatoren bestehen darauf, dass der Gesetzesentwurf keine Änderungen benötigt. Diese Entscheidung wird durch die Komplexität der technischen Mechanismen diktiert, die im Rahmen fast zweijähriger Verhandlungen in den Text des Dokuments eingebaut wurden. Die Autoren sind überzeugt, dass jede Öffnung des Entwurfs für neue Änderungsanträge seine Wirksamkeit zerstören könnte.
Die Position der Senatoren wurde von Repräsentantenhaus-Sprecher Mike Johnson unterstützt. Er stellte fest, dass eine überwältigende Mehrheit der Republikaner schon lange für die Einführung von Sanktionen gegen Russland eintritt. „Der Senat und das Weiße Haus haben eine Formel entwickelt, die ihrer Meinung nach funktionieren wird, und wir freuen uns, diese zu erarbeiten', erklärte Johnson.
Reaktion auf Vorschläge von Donald Trump
Die Forderung nach einer unverzüglichen Abstimmung ist eine direkte Antwort auf jüngste Aussagen von Donald Trump, der vorschlug, den Gesetzesentwurf zu erweitern, indem er Sanktionen gegen den Iran und die Gruppierung „Hisbollah' einschließt. Der Co-Autor des Dokuments, der Demokrat Richard Blumenthal, reagierte scharf auf diese Vorschläge. Er betonte, dass der Präsident die aktuelle Fassung des Gesetzesentwurfs bereits genehmigt hat, und der Kongress sollte genau damit fortfahren.
„Wenn die Verwaltung separate Gesetzesinitiativen zum Iran oder zur Hisbollah vorschlagen möchte, kann der Kongress diese separat prüfen', erklärte Blumenthal und bestand darauf, dass das Vermischen der Tagesordnungen unangemessen sei. Nach seinen Worten würde eine Verzögerung der Verabschiedung des Dokuments neue Opfer infolge russischer Angriffe bedeuten.
Fristen und Abstimmungsmechanismus
Die Senatoren hoffen, die Abstimmung noch vor der August-Pause des Kongresses durchführen zu können. Der Führer der republikanischen Mehrheit, John Thune, ist bereit, das Dokument sofort zur Abstimmung zu stellen, sobald die Verfügbarkeit der erforderlichen Anzahl von Stimmen bestätigt ist. Nach Ansicht der Autoren ist diese Unterstützung bereits gewährleistet.
Schlüsseländerungen in der neuen Fassung
Der Gesetzesentwurf sieht die Einführung strenger Sanktionen gegen Russland, seine Unternehmen, Oligarchen und Vermittler sowie Sekundärsanktionen und Zölle für die größten Käufer russischer Energieträger vor. Im Vergleich zur ersten Fassung wurde jedoch der Anwendungsbereich des Dokuments erheblich angepasst:
- Statt potenzieller Zölle für mehr als 60 Länder konzentriert sich das Dokument nun nur auf die fünf wichtigsten Ölimporteure und fünf Gasimporteure.
- Die Mechanismen für Ausnahmen von den Sanktionen wurden enger und selektiver gestaltet.
- Die Befugnisse des US-Handelsbeauftragten zur Festlegung konkreter Zollsätze wurden erweitert.
Ein besonderes Augenmerk in der neuen Version liegt auf dem Kampf gegen den sogenannten „Schattenflotten' Russlands – einem Netzwerk von Tankern, das von Moskau genutzt wird, um internationale Beschränkungen zu umgehen. Laut Blumenthal enthält der Gesetzesentwurf erstmals wirksame Instrumente zur Einschränkung der Aktivitäten dieser Flotte, was Russland die Erlangung von Einnahmen aus dem Ölexport erheblich erschweren sollte.