Im ukrainischen Parlament, der Werchowna Rada, fand erneut eine historische Abstimmung statt, die den Status quo im Land für die nächsten drei Quartale festlegte. Die Abgeordneten unterstützten die Initiative von Präsident Wolodymyr Selenskyj zur Verlängerung des Kriegsstands und des allgemeinen Mobilmachungsregimes. Diese außerordentlichen Maßnahmen werden nun mindestens bis zum 31. Oktober 2026 in Kraft bleiben.
Die zwanzigste Verlängerung des Regimes
Laut Berichten von RBC-Ukraine bestätigte die Übertragung der Sitzung, dass dies bereits die 20. Entscheidung des Parlaments zur Verlängerung dieser Regime seit Beginn der Invasion im großen Stil ist. Das Verfahren folgte dem erprobten Algorithmus: Der Präsident reichte die Gesetzesentwürfe Nr. 15401 und Nr. 15402 ein, und die Volksabgeordneten unterstützten jeden einzelnen davon mit mehr als 226 Stimmen – der notwendigen Quorum für die Annahme solcher Beschlüsse.
Wer wird eingezogen und wie ändern sich die Regeln
Die Verlängerung des Kriegsstands festigt die strengen Regeln für wehrpflichtige Bürger. Die Hauptgruppe für die obligatorische Einberufung bleiben Männer im Alter von 25 bis 60 Jahren, die als gesund eingestuft wurden und kein Recht auf eine Aussetzung haben. Wichtig ist zu beachten, dass alle mobilisierten Personen zunächst in Ausbildungszentren geschickt werden, um eine grundlegende militärische Ausbildung zu absolvieren.
Die Situation für junge Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren weist eigene Besonderheiten auf. Die Mobilmachung von Bürgern dieser Altersgruppe ist nur in Ausnahmefällen möglich: wenn sie Offiziere der Reserve sind oder bereits Erfahrung im Wehrdienst haben. In allen anderen Fällen können junge Männer nur auf freiwilliger Basis in die Armee eintreten, indem sie einen Vertrag unterschreiben.
Status von Frauen und die Frage der Aussetzungen
Für Frauen, die im Wehrdienst registriert sind, bleiben die Regeln unverändert: Der Dienst ist nur auf freiwilliger Basis möglich. Das Verteidigungsministerium hatte zuvor den Unterschied zwischen einer Aussetzung und einer Befreiung (Bronsierung) geklärt und betont, dass die meisten bestehenden Aussetzungen derzeit automatisch verlängert werden.
Trotzdem steht das juristische Feld nicht still. Die Anwältin Tatjana Lebedewa merkte in einem Kommentar gegenüber dem Verlag an, dass es bestimmte Bedingungen gibt, unter denen Aussetzungen und Befreiungen annulliert werden können. Dies unterstreicht die Notwendigkeit für Bürger, die Änderungen in der Gesetzgebung angesichts des sich in die Länge ziehenden Konflikts genau zu verfolgen.