Am 21. Juli unterzeichnete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj das Gesetz Nr. 12301 „Über die Gewährleistung der Rechte und Freiheiten von Binnenvertriebenen“. Das Dokument führt grundlegend neue Unterstützungsmechanismen für Menschen ein, die aufgrund des Krieges ihre Häuser verlassen mussten, und verankert ihre Rechte auf gesetzlicher Ebene.
Neue Definitionen und Hilfsphasen
Wie von RBC-Ukraine unter Berufung auf die Gesetzeskarte auf der Website der Werchowna Rada veröffentlicht, definiert das Dokument erstmals den Begriff „Binnenvertriebene Person“ (BIP) klar. Darüber hinaus schreibt das Gesetz detaillierte staatliche Unterstützungsmaßnahmen für jede Phase des Lebens eines Umsiedlers fest: von der Ankunft in einer neuen Region bis zur endgültigen Integration in die lokale Gemeinde.
Ein Schlüsselelement der Neuerung ist der Ansatz zur Hilfeleistung. Staatliche Unterstützung wird künftig nicht mehr nach dem Prinzip der Restbeteiligung gewährt, sondern auf der Grundlage einer individuellen Bedarfsanalyse jedes BIP. Auch der Integrationsgrad der Person in die neue Gemeinschaft wird zu einem wichtigen Faktor.
Fristen für das Inkrafttreten
Trotz der Dringlichkeit der Angelegenheit tritt das Gesetz nicht sofort in Kraft. Laut Text des Dokuments werden die Bestimmungen drei Monate nach ihrer offiziellen Veröffentlichung wirksam – voraussichtlich ab Oktober 2026. Dies gibt den Behörden und lokalen Selbstverwaltungen Zeit, sich auf die Umsetzung der neuen Standards vorzubereiten.
Kontext und frühere Entscheidungen
Die Annahme des Gesetzes war das Ergebnis einer langwierigen Arbeit des Parlaments. Am 1. Juli verabschiedete die Werchowna Rada den Gesetzentwurf Nr. 12301 in zweiter Lesung und in der Gesamtabstimmung. 307 Volksabgeordnete stimmten für das Dokument.
Parallel zur Arbeit am Gesetz aktualisierte das Kabinett der Minister im Juli die Funktionsweise von Unterkünften für BIP. In die neuen Regeln wurden Änderungen bezüglich der Unterbringungsbedingungen, der Verfahren zur Überwachung der Wohnungen und der Gründe für die Räumung aufgenommen.
Wichtige Nuancen für Leistungsempfänger
Experten und Gesetzgeber weisen auf einen der kritischen Aspekte der Umsetzung der neuen Regeln hin. Familien, die bereits 2014 den Status als BIP erhalten haben, sich aber nach Beginn der umfassenden Invasion nicht erneut verlagert haben, könnten mit Ablehnungen bei der Gewährung von Kinderleistungen konfrontiert werden. Dies hängt mit einer Überprüfung der Bedürftigkeitskriterien und der Aktualität des Status unter den Bedingungen des aktuellen Krieges zusammen.