Am Vorabend des Wochenendes begeben sich die Gesandten von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, nach Moskau, wo sie laut amerikanischen und ukrainischen Quellen die Verhandlungen über das Ende des Krieges Russlands gegen die Ukraine wieder aufnehmen sollen. Laut Informationen, die „RBC-Ukraine“ unter Berufung auf Bloomberg weitergab, ist die Reise für den 5. September 2026 geplant. In Kiew wurde die Route bestätigt: Am Abend des 4. September erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass die US-Vertreter nach Moskau am Sonntag, also am 6. September, die Ukraine besuchen wollen, wobei das Ziel Kiews sei, diesen Besuch „maximal konstruktiv und inhaltlich wertvoll“ zu gestalten.
Reiseroute: zuerst Moskau, dann Kiew
Laut einem Bericht von Axios, auf den sich „Interfax“ beruft, werden Witkoff und Kushner an diesem Wochenende sowohl Moskau als auch Kiew besuchen. Damit umfasst die diplomatische Tour beide Hauptstädte innerhalb weniger Tage. In Washington wird diese Reise als Versuch positioniert, konkrete Vorschläge auf den Tisch zu legen: Trump hatte öffentlich erklärt, dass seine Gesandten mit einem Plan für die Ukraine nach Moskau kommen würden. In Kiew wird hingegen der pragmatische Zweck betont: „Wir müssen reale Optionen suchen, um diesen Krieg seinem Ende näherzubringen“, erklärte Selenskyj.
Der Kreml glaubt nicht an einen Durchbruch
Trotz der optimistischen Formulierungen in Washington und Kiew sind die Erwartungen in Moskau, so Menschen aus dem Umfeld des Kremls, „außerordentlich niedrig“. Anonyme Quellen weisen darauf hin, dass frühere Reisen Witkoffs und Kushners nach Russland nicht zu spürbaren Fortschritten geführt haben, und es gebe derzeit keine Grundlage dafür zu glauben, dass die Trump-Vertreter diesmal für Moskau akzeptable Vorschläge mitbringen werden. Im Umfeld Putins, wie Bloomberg berichtet, wird offen Pessimismus über die Aussichten auf einen Kriegsende-Vertrag geäußert.
Position Russlands und Verschärfung der Forderungen
Laut denselben anonymen Angaben ist Wladimir Putin nur bereit, den Krieg auf seinen eigenen Bedingungen zu beenden. Mehr noch: Die Forderungen Russlands werden, so die Einschätzung der Quellen, derzeit verschärft: In Moskau geht man davon aus, einen militärischen Vorteil zu besitzen, und nutzt diesen, um die Verhandlungsposition nach oben zu schrauben. Das bedeutet, dass selbst wenn die amerikanische Seite einen bestimmten Text vorlegt, seine Annahme durch Moskau nicht garantiert ist und das Format „Verhandlungen um der Verhandlungen willen“ fortbestehen könnte.
Die Ukraine bereitet den Boden vor: Moratorium auf Angriffe
Kiew unternimmt Schritte, um angesichts des Besuchs einen Teil der Spannung abzubauen. Selenskyj erklärte, dass die Ukraine während des Aufenthalts der US-Gesandten im Land keine Luftangriffe durchführen werde, und erwarte Gegenseitigkeit von Russland. Gleichzeitig bestehe, wie berichtet wird, die USA darauf, dass die Ukraine während des Aufenthalts von Kushner und Witkoff in Russland vorübergehend Drohnenangriffe auf Moskau und Energieanlagen des Landes einstelle. Zuvor hatte „RBC-Ukraine“ berichtet, dass der Besuch in Kiew ursprünglich auf den Unabhängigkeitstag der Ukraine (24. August) geplant war, jedoch wegen russischer Angriffe nicht stattfand.
Widersprüchliche Angaben
In den Aussagen der Parteien gibt es eine deutliche Lücke in der Darstellung. Einerseits hatte Trump öffentlich erklärt, dass Witkoff und Kushner einen Friedensplan / einen konkreten Vorschlag für die Ukraine nach Moskau bringen würden (Meldungen von Rambler und Snob). Andererseits behaupten Quellen aus dem Umfeld des Kremls, dass es auf amerikanischer Seite keine akzeptablen Vorschläge gebe und frühere Besuche keinen Fortschritt gebracht hätten (Bloomberg über „RBC-Ukraine“). Zudem weichen auch die zeitlichen Details voneinander ab: Der ursprünglich für den 24. August geplante Besuch in Kiew wurde wegen der Angriffe abgesagt, und das aktuelle Datum des Besuchs in der Ukraine wurde auf Sonntag, den 6. September, verschoben. Bis zum Abschluss der Reise und den offiziellen Erklärungen der Parteien bleiben diese Widersprüche offen.