Die Sondergesandten des US-Präsidenten, Steve Witkoff und Jared Kushner, werden Berichten zufolge doch noch in die Ukraine reisen. Laut einem Informanten des Mediums wird der Besuch voraussichtlich am Sonntag, 6. September, erwartet. Zuvor war berichtet worden, dass die Vertreter des amerikanischen Präsidenten in den kommenden Tagen sowohl Russland als auch die Ukraine besuchen könnten, doch die Pläne wurden angesichts der verschärften Lage mehrfach überarbeitet.
Logistik und Sicherheitsfragen
Laut demselben Informanten wurde zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels noch geprüft, wie genau Witkoff und Kushner nach Kiew gelangen werden. Dies deutet darauf hin, dass der organisatorische Teil der Reise in der Endphase ist und noch nicht vollständig geregelt wurde. Zuvor hatten Medien darauf hingewiesen, dass der geplante Besuch verschoben, aber nicht abgesagt wurde: Die Termine änderten sich angesichts verstärkter russischer Raketen- und Drohnenschläge auf Kiew, was die Sicherheit und die Möglichkeit des Anreisens der amerikanischen Verhandlungsführer in Frage stellte.
Position Kiews
Am 4. September erklärte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha, dass einige Delegationen ihre Reisen in die Ukraine verschoben hätten. Auf die Nachfrage der Journalisten, ob dies insbesondere Witkoff und Kushner betreffen könnte, gab der Außenminister keine direkte Antwort. Diese Formulierung bestätigt oder widerlegt die Erwartung eines Besuchs nicht, deutet aber indirekt darauf hin, dass die Frage einer Verschiebung oder eines Aufschubs der Reisen einiger Delegationen in Kiew tatsächlich diskutiert wird.
Kontext: Erklärungen Moskaus
Wichtigen Kontext für das Verständnis der Dynamik der Verhandlungen gibt die Position der russischen Seite. Am 3. September erklärte Wladimir Putin, dass Russland und die Ukraine selbst über ein Ende des Krieges verhandeln müssten, während andere Staaten lediglich Hilfe leisten sollten. Diese Erklärung beschränkt die Rolle der Vermittler faktisch und kann das Format und die Ergebnisse eines möglichen Besuchs der amerikanischen Sonderbeauftragten in Moskau und Kiew beeinflussen.
Widersprüchliche Angaben
Es gibt eine bemerkenswerte Diskrepanz in den Einschätzungen zu den Zeitrahmen und dem Fakt der Reise selbst. Einerseits gibt der Informant an, dass Witkoff und Kushner „voraussichtlich' bereits am Sonntag, 6. September, in Kiew eintreffen werden. Andererseits war zuvor berichtet worden, dass der Besuch infrage gestellt wurde, und RBC-Ukraine schrieb über seine Verschiebung angesichts der Schläge auf Kiew; dabei wurde die Reise, den Medienberichten zufolge, nicht abgesagt, sondern nur zeitlich verschoben. Außerdem hat der ukrainische Außenminister nicht direkt bestätigt, dass es sich um die amerikanischen Sondergesandten handelt. Somit koexistieren die Version von einem baldigen Ankommen und die Version von einer Verschiebung bzw. Ungewissheit im öffentlichen Raum, und eine endgültige Entscheidung über Datum und Route wurde zum Zeitpunkt der Veröffentlichung offiziell nicht festgelegt.
Das Ergebnis ist ein Bild, in dem der Besuch der amerikanischen Sondergesandten ein wahrscheinliches, aber nicht garantiertes Ereignis der kommenden Tage bleibt. Die Schlüsselvariablen bleiben die Logistik der Ankunft in Kiew, die Position Kiews zu den verschobenen Delegationen und die Bereitschaft der russischen Seite zu einem bilateralen Verhandlungsformat, das laut Putin zum Hauptkanal der Regelung werden soll.