Das Unternehmen Xiaomi hat seinen Finanzbericht für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht. Der Gesamtumsatz belief sich auf 16,2 Mrd. US-Dollar, was 7 % weniger als im Vorjahr entspricht. Der entscheidende strukturelle Wandel im Bericht ist der Rückgang des Anteils der Smartphones am Gesamtumsatz von etwa 82 % auf 77 %: Das Unternehmen diversifiziert sein Portfolio gezielt und verlagert den Schwerpunkt auf Elektroautos, Dienstleistungen und KI-basierte Lösungen.
Smartphones: weniger Einheiten, aber teurer
Die Smartphone-Lieferungen von Xiaomi sanken im Quartal um 26,3 % auf 31,2 Mio. Geräte. Gleichzeitig ging der Umsatz aus Smartphone-Verkäufen deutlich schwächer zurück – nur um 7,5 %. Die Lücke zwischen dem Rückgang der Stückzahlen und des Umsatzes deutet auf eine Steigerung des Durchschnittsverkaufspreises (ASP) hin: Das Unternehmen verkauft weniger Geräte, aber in einem höheren Preissegment. Angesichts dessen, dass die Verkäufe bei fast allen wichtigen Marktteilnehmern außer den Marktführern Samsung und Apple zurückgingen, behielt Xiaomi seinen dritten Platz in der weltweiten Spitzengruppe.
IoT schrumpft, Autos und KI wachsen
Der Umsatz aus Internet-of-Things-Geräten und der von der Firma als Lifestyle bezeichneten Kategorie ging stärker als im Durchschnitt zurück – um 19 %. Das Dienstleistungsgeschäft zeigte nur einen geringen Rückgang. Gleichzeitig stieg der Umsatz aus dem Verkauf von Elektroautos und damit verbundenen Lösungen sowie KI-basierten Produkten um 17 %. Genau dieses Segment wird zum wichtigsten Treiber des künftigen Wachstums und zur Haupterklärung für die strukturelle Verschiebung des Umsatzes.
Setzen auf F&E und den Automobilsektor
Xiaomi investiert weiterhin enorme Mittel in Forschung und Entwicklung: Im laufenden Jahr wurden bereits 3,7 Mrd. US-Dollar ausgegeben, und die Prognose für die Gesamtausgaben für F&E am Jahresende übersteigt 5,9 Mrd. US-Dollar. Fast die Hälfte der Belegschaft – 47,2 % der Mitarbeiter – ist genau in der F&E tätig. Ein interessanter visueller Marker der Strategie: Ein Großteil der Fotos, die im Finanzbericht selbst veröffentlicht wurden, widmet sich dem Automobilsektor, was die Priorität des EV-Bereichs für die Führung unterstreicht.
Widersprüchliche Daten
Hier gibt es eine Diskrepanz in den Zahlen zwischen dem ursprünglichen Bericht des Unternehmens und den Markteinschätzungen. Xiaomi selbst berichtet über einen Rückgang der Smartphone-Lieferungen um 26,3 % bei einem Umsatzrückgang aus Smartphones um 7,5 %. Gleichzeitig verweisen Branchenpublikationen auf eine Schätzung des Einbruchs der Verkäufe um 19,2 % – eine Zahl, die offenbar die Methodik externer Marktanalysten widerspiegelt (Einzelhandelsverkäufe, anderer Umfang und Zeitraum) und nicht die internen Lieferungsdaten des Herstellers. Die Differenz von 7+ Prozentpunkten erklärt sich genau durch den Unterschied in der Zählmethodik (Lieferungen vs. Einzelhandelsverkäufe, Auswahl der Anbieter). Beide Versionen sollten innerhalb ihrer jeweiligen Ansätze als korrekt betrachtet werden, nicht als sich gegenseitig ausschließend.
Kontext für den russischen Markt
Die Dynamik „weniger Geräte, aber teurer“ im globalen Bericht korrespondiert mit der Positionierung der neuen Flaggschiffe: In Russland wurden die Smartphone-Verkäufe von Xiaomi 17 und 17 Ultra gestartet, die genau das obere Preissegment bilden und das Wachstum des Durchschnittsverkaufspreises stützen. Somit stimmt die Strategie des Unternehmens auf den wichtigsten Märkten, einschließlich Russland, mit dem globalen Trend zur Premiumisierung der Produktlinie überein.
Fazit: Das zweite Quartal 2026 ist für Xiaomi ein Quartal des kontrollierten Rückgangs im ausgereiften Smartphone- und IoT-Geschäft bei überproportionalem Wachstum in Elektroautos und KI. Das Unternehmen verändert die Umsatzstruktur bewusst und verteilt die Ressourcen zugunsten der F&E neu, in der Erwartung, dass die Automobil- und Intelligenzsegmente mittelfristig den Rückgang bei den Gadgets kompensieren werden.