Am 5. September 2026 trat in der Region des Atomkraftwerks Saporosch (ZNPP) ein weiteres lokales Waffenruhe-Abkommen in Kraft. Dies erklärte IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi in einem Beitrag im sozialen Netzwerk X, auf den sich RBC-Ukraine bezieht. Nach seinen Worten sollen während der Dauer der vereinbarten „Stillezeit“ ukrainische Fachtechniker mit der Wiederherstellung der beschädigten Stromleitung beginnen, die das Kraftwerk zuvor mit externer Stromversorgung versorgte.
Das siebte Waffenstillstandsabkommen seit Beginn des Krieges
Das aktuelle lokale Waffenstillstandsabkommen ist bereits das siebte, das dem IAEA-Generaldirektor im Rahmen der Anstrengungen der Agentur zur Verhinderung einer nuklearen Katastrophe vor dem Hintergrund der Kampfhandlungen gelungen ist. Grossi betonte, dass beide Konfliktparteien konstruktiv mit der internationalen Agentur zusammengearbeitet hätten, um die nukleare und Strahlensicherheit sowie den Schutz des Kraftwerks zu gewährleisten. Das IAEA-Team werde, wie er sagte, den Verlauf der Reparaturarbeiten während der gesamten Dauer der Waffenruhe-Vereinbarungen unmittelbar überwachen.
Entschärfung und Wiederherstellung der Leitung
Bevor mit der eigentlichen Reparatur der beschädigten Stromleitung begonnen werden kann, muss das Gebiet entschärft werden. Erst dann können die Fachleute mit der Erneuerung der Trasse beginnen. Genau diese Leitung – die 330-kV-Leitung – war bis zu ihrer Beschädigung die letzte verfügbare externe Verbindung des Kraftwerks zum Stromnetz.
Kraftwerk auf Notdieselgeneratoren
Die kritische Wende bei der Stromversorgung des ZNPP erfolgte am 20. August, als das Kraftwerk infolge der Kampfhandlungen am nördlichen Dnepfer-Ufer die Verbindung zur letzten verfügbaren Stromleitung verlor. Seitdem arbeitet die Anlage gezwungenermaßen mit Notdieselgeneratoren, die die Systeme mit Strom versorgen, die für die Kühlung der sechs Reaktoren und der Becken mit abgebranntem Kernbrennstoff erforderlich sind. In der Nacht zum 20. August wurde am Kraftwerk bereits der 27. Stromausfall registriert; seit Beginn des Jahres 2026 ist dies der 15. ähnliche Vorfall.
Widersprüchliche Angaben
In den vorliegenden Quellen sind Abweichungen in der Bezeichnung der beschädigten Leitung zu beobachten. In der Hauptzusammenfassung und in einer Reihe von Veröffentlichungen wird sie als 330-kV-Leitung „Ferropławna-1“ genannt, während im Material von Interfax (source_id 3) die Schreibweise „Ferospławna-1“ verwendet wird. Der Unterschied in einer Silbe des Wortstamms kann sowohl ein Tippfehler in der Ursprungsquelle als auch das Ergebnis einer ungenauen Übertragung des Namens des Umspannwerks/der Leitung sein. Die Umstände an sich – der Verlust der letzten externen Leitung am 20. August und der Wechsel zu Dieselgeneratoren – werden von allen Quellen einheitlich bestätigt; der genaue offizielle Name der Trasse erfordert jedoch eine Abgleichung mit den technischen Dokumenten des Kraftwerks.
Mangel an Dieselkraftstoff
Die Lage bleibt aufgrund der schrumpfenden Vorräte an Dieselkraftstoff kritisch. In der vergangenen Woche hatte Grossi davor gewarnt, dass der Dieselvorrat am ZNPP für etwa 10 Tage Betrieb reichte. Wenn die externe Stromversorgung im Rahmen des aktuellen Waffenstillstandsabkommens nicht wiederhergestellt oder keine zusätzlichen Kraftstoffreserven an das Kraftwerk geliefert werden, könnte in den kommenden Tagen die Gefahr eines vollständigen Stromausfalls entstehen, was nach Einschätzung von Experten ein Risiko für die Kühlsysteme der Reaktoren und der Lagerbecken darstellt.