Die Zentralwahlkommission der Ukraine hat Jelena Slobodjan als Volksabgeordnete registriert. Die Kommission traf die entsprechende Entscheidung nach Prüfung des Antrags der Kandidatin und der von ihr vorgelegten Dokumente. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf eine Veröffentlichung der Zentralwahlkommission. Die Registrierung ist das Ergebnis jüngter Personalwechsel in der Regierung: In deren Folge wird die Zusammensetzung der Werchowna Rada um zwei Abgeordnete der Partei „Diener des Volkes“ ergänzt, deren Wahl die Zentralwahlkommission bereits zuvor anerkannt hatte.

Wie das Mandat entstand

Das Mandat selbst erhielt Slobodjan im Ergebnis der außerordentlichen Parlamentswahlen am 21. Juli 2019. Sie wurde im landesweiten Mehrmandatswahlkreis für die Partei „Diener des Volkes“ gewählt und belegte auf der parteiinternen Wahlliste den 166. Platz. Tatsächlich wurde dieser Listenplatz erst Jahre später aktiviert – nachdem frei gewordene Mandate neu besetzt werden mussten und die Zentralwahlkommission sie im September 2026 als gewählt anerkannte und die Registrierung durchführte.

Biografie und Karriere

Jelena Slobodjan wurde am 15. Januar 1987 in Kiew geboren. 2010 schloss sie die Chmelnyzkyj-Universität für Management und Recht ab, an der sie anschließend ihre Kandidatendissertation zum patentrechtlichen Schutz von Erfindungen im Bereich der Biotechnologien verteidigte. Ihr wissenschaftlicher Betreuer war Ruslan Stefantschuk, der später ihr unmittelbarer Vorgesetzter wurde. Vor ihrer Tätigkeit im Parlament war Slobodjan in der juristischen und wissenschaftlichen Arbeit tätig, arbeitete an der Hochschule für Anwaltschaft und im Nationalen Büro für geistiges Eigentum. Seit 2021 leitet sie das Sekretariat des Vorsitzenden der Werchowna Rada.

Wann die Vollmachten beginnen

Trotz der Registrierung wird Jelena Slobodjan ihre Abgeordnetenvollmachten nicht sofort erhalten. Gemäß dem Beschluss der Kommission entstehen sie erst mit dem Moment der Ablegung des Eides einer Volksabgeordneten der Ukraine in der Werchowna Rada. Der nächste notwendige Schritt für den Beginn der Vollmachten ist somit die eigentliche Eidesleistung im Parlament.

Widersprüchliche Angaben

Rund um die Person Slobodjans entbrannte 2026 ein Skandal im Zusammenhang mit ihrer Kandidatendissertation. Laut Angaben von Aktivisten wurden in der Arbeit Plagiate ohne angemessene Quellenangaben auf 147 von 185 Seiten festgestellt, darunter aus Materialien russischer Dissertationen. Diese Vorwürfe sind jedoch einseitig und zum Zeitpunkt der Registrierung nicht durch ein offiziell bestätigtes Plagiatsurteil untermauert. Andererseits ist die Registrierung bei der Zentralwahlkommission ein eigenständiges prozedurales Handeln der Kommission, das auf dem Antrag der Kandidatin und den Dokumenten beruht, und es hebt die umstrittenen Aussagen der Aktivisten weder auf noch bestätigt es sie. Somit bleiben die Version der Seiten, die Plagiat vorwerfen, und das Fehlen eines öffentlich dokumentierten offiziellen Gutachtens zur Dissertation im Text als in ihrem Beweisgrad nicht übereinstimmende Positionen bestehen.