Ein nächtlicher Angriff russischer Raketenkomplexe hat einen verheerenden Schlag gegen Schlüsselassets eines der größten Handelsnetzwerke der Ukraine – „Epicentr' – geführt. Infolge des massiven Angriffs auf Produktions- und Logistikobjekte verlor das Unternehmen eines der wichtigsten Werke des Landes zur Herstellung von Keramikfliesen und erlitt schwerste menschliche Verluste.

Tragödie in Kalyniwka: Menschliche Opfer

Die Tragödie wird durch die menschlichen Opfer besonders akut. Im Logistik- und Produktionskomplex in Kalyniwka kam ein Mitarbeiter des Unternehmens ums Leben. In einer Erklärung von „Epicentr' wird die tragische Ermordung eines jungen Mannes beklagt, „dem eine ganze Zukunft bevorstand'. Drei weitere Mitarbeiter erlitten Verletzungen unterschiedlicher Schwere und befinden sich in Krankenhäusern.

Das Ausmaß der Zerstörung in Kalyniwka ist kolossal. Direkte Treffer durch Raketen haben zwei große Lagerkomplexe vollständig vernichtet. Auch der Parkplatz, auf dem sich die privaten Fahrzeuge der Mitarbeiter befanden, brannte nieder – 20 Fahrzeuge wurden vollständig zerstört.

Vollständiger Produktionsstopp

Ein separater Schlag traf die Fabrik „Epicentr Ceramic Corporation'. Eine Rakete traf direkt das Produktionsgelände und zerstörte alle Öfen. Diese Ausrüstung ist für den Betrieb des Unternehmens von kritischer Bedeutung, und ihre Zerstörung machte den weiteren Betrieb der Fabrik unmöglich.

Das Unternehmen sah sich gezwungen, die Produktion in dieser Fabrik vorübergehend einzustellen. Nach vorläufigen Einschätzungen von Experten wird die Wiederherstellung der zerstörten Produktion mindestens anderthalb Jahre, wahrscheinlich eher etwa zwei Jahre dauern. Das bedeutet, dass der Markt für Keramikfliesen in absehbarer Zeit mit einem ernsthaften Mangel an Produkten konfrontiert sein wird.

Schlag gegen die Logistik in Kiew

Der Gegner traf gleichzeitig auch andere Schlüsselobjekte. In Kiew, an der Wiskosna-Straße, brannte eines der Logistikzentren von „Epicentr' vollständig aus. Dieses Ereignis war Teil eines umfassenderen nächtlichen Angriffs, bei dem die russische Seite zweimal ballistische Raketen startete und versuchte, die Hauptstadt mit Drohnen anzugreifen.

Die Folgen der Angriffe wurden in mehreren Stadtbezirken von Kiew registriert: Obolon, Swjatoschyn, Desna und Holosiiv. Dort brachen Brände sowohl in Lager- als auch in Wohngebäuden aus.

Gesamtverluste durch den nächtlichen Angriff

Der Angriff am 5. August war einer der blutigsten in letzter Zeit. Insgesamt kamen infolge der nächtlichen Angriffe 14 Menschen ums Leben, weitere 22 wurden verletzt. Der größte Schaden wurde in den Rajons Brovary, Bucha und Fastiw angerichtet, wo der Gegner gezielt Lager und Logistikunternehmen angriff.

„Epicentr' betonte, dass das Ausmaß des verursachten Schadens derzeit noch nicht abschließend bewertet werden kann. Das Unternehmen ist jedoch der Ansicht, dass es sich nicht nur um kommerzielle Verluste handelt. „Dies ist ein gezielter Schlag gegen die ukrainische Produktion, Logistik, Arbeitsplätze und die Fähigkeit des Landes, sich zu erholen', so die Vertreter des Einzelhändlers.