Der globale Smartphone-Markt tritt in eine der angespanntesten Phasen der letzten Jahre ein. Der wichtigste systemische Faktor ist der drastische Preisanstieg bei Speicherchips, der sich direkt auf die Herstellungskosten von Geräten auswirkt und Hersteller dazu zwingt, entweder die Endverbraucherpreise zu erhöhen oder ihr Sortiment zu verkleinern. Genau vor diesem Hintergrund tauchten in den Medien Berichte über eine mögliche Umstrukturierung eines der größten chinesischen Telekommunikationsakteure auf – ZTE. Laut Angaben des Mediums BigGo soll das Unternehmen über die Ausgliederung seines Massenkonsumgütergeschäfts an ein neues Joint Venture verhandelt haben, an dem ein großes Internetunternehmen und staatliches Kapital aus Shanghai beteiligt sein sollten.
Was über den Deal und seine Struktur berichtet wurde
Den gleichen Berichten zufolge belief sich der geschätzte Wert des zu übertragenden Geschäfts auf rund 40 Milliarden Yuan (etwa 5,6 Milliarden US-Dollar), wobei der Beitrag des Internetpartners auf 8 Milliarden Yuan geschätzt wurde. Gleichzeitig wurde behauptet, dass die endgültigen Bedingungen des Deals, die Anteilsverteilung und die Eigentümerstruktur noch nicht vereiniert worden waren. Gerüchten zufolge sollte die Umstrukturierung nicht alle Bereiche der Mobilfunksparte betreffen: RedMagic-Gaming-Smartphones sollten innerhalb der ZTE-Gruppe verbleiben, während die Produktion von Routern und Heimendgeräten an die Muttergesellschaft zurückgegeben werden sollte. Das Joint Venture selbst sollte sich auf Massenmarkt-Smartphones für den chinesischen und internationale Märkte konzentrieren. Bemerkenswert ist, dass ZTE bereits im April 2025 die Tochtergesellschaft Shanghai Shenqi Jiyuan Intelligent Terminal gegründet hatte, die Beobachter mit den Vorbereitungen auf mögliche organisatorische Veränderungen in Verbindung brachten.
Dementi des Unternehmens und rechtliche Warnungen
Am 3. November 2026 veröffentlichte ZTE jedoch eine offizielle Erklärung, in der es hieß, die Berichte über die Übertragung des Smartphone-Geschäfts „weichen gravierend von der Realität ab“. Darüber hinaus behielt sich das Unternehmen das Recht vor, die Autoren der Berichte sowie alle Personen, die falsche Informationen verbreiten, zur Rechenschaft zu ziehen. Somit erhielten die Informationen über das Joint Venture, dessen Wert und Teilnehmer keine offizielle Bestätigung, und die öffentliche Position von ZTE schloss das Thema des Deals auf Ebene der Unternehmenskommunikation faktisch ab.
Zahlen des Mobilfunkgeschäfts: Druck auf die Lieferungen
Das Interesse an einer möglichen Umstrukturierung steht in logischem Zusammenhang mit der schwierigen Lage im Mobilfunksegment von ZTE. Im dritten Quartal 2026 belegte das Unternehmen auf dem chinesischen Smartphone-Markt lediglich den zehnten Platz, wobei die Auslieferungen seiner Geräte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 52 % zurückgingen. Gleichzeitig stellt sich die finanzielle Gesamtlage der Gruppe stabiler dar: Der Gesamtumsatz von ZTE in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 stieg um 16,23 % und erreichte 116,838 Milliarden Yuan, wobei die Rechenzentrumsinfrastruktur 38 % dieser Summe ausmachte. Genau dieses Ungleichgewicht – ein schwächelndes Verbrauchermobilsegment bei gleichzeitigem Wachstum der B2B-Bereiche – erklärt, warum der Markt jedes Signal zur Verlagerung von Vermögenswerten so genau beobachtet.
Die Wende zur künstlichen Intelligenz
Parallel zum Marktdruck baut ZTE sein Geschäft mit starkem Fokus auf künstliche Intelligenz um und verfolgt dabei die Strategien „All in AI“ und „AI for All“. Insbesondere arbeitet das Unternehmen mit ByteDance bei KI-Smartphones und der Integration des Doubao Phone Assistant zusammen. Zusammengenommen deuten diese Schritte darauf hin, dass sich – selbst bei Verbleib des Smartphone-Geschäfts innerhalb der Gruppe – dessen Architektur und Produktlogik bereits verändern: Der Schwerpunkt verlagert sich vom reinen Hardware-Wettbewerb auf intelligente Gerätefunktionen, was angesichts teurer gewordener Speicher zu einem entscheidenden Faktor im Kampf um Marktanteile werden könnte.