Am Abend des 4. September griffen russische Streitkräfte erneut mit Drohnen vom Typ „Schahed“ das Einkaufszentrum „Epizentr“ in Mykolaiv an. Dies teilte der Stadtbürgermeister Alexander Senkewitsch in seinem Telegram-Kanal mit, auf den die Redaktion RBC-Ukraine unter Verweis auf seine Aussage aufmerksam machte. Nach vorläufigen Angaben des Senders „Obshchestne“ war genau dieses Einkaufszentrum das Ziel des Angriffs, was ihn bereits zum zweiten gegen dieses Objekt innerhalb der letzten Wochen macht.
Verletzte und Art der Schäden
Bei dem Angriff wurde ein 17-jähriges Mädchen verletzt, dem am Unfallort die nötige medizinische Hilfe geleistet wurde. Laut Senkewitsch wurde der Jugendlichen ambulante Behandlung verordnet, eine Krankenhauseinweisung war nicht erforderlich. Der Bürgermeister von Mykolaiv betonte, dass erneut zivile Objekte unter Beschuss gerieten – Einkaufszentren, Supermärkte und Wohnhäuser, die täglich von gewöhnlichen Bürgern genutzt werden, nicht aber militärische oder industrielle Ziele.
Prüfung des Wohngebiets
Die Verwaltung des Rajons Mykolaiv hat das Wohngebiet in der Nähe der Einschlagstelle der Trümmerteile bereits untersucht. Vorläufig wurden Gebäudeschäden festgestellt, darunter auch zersplitterte Fenster in Wohnungen. Die Stadtverwaltung teilte mit, dass sie sich mit den Eigentümern der betroffenen Räume in Verbindung setzen wird, um bei der Wiederherstellung der Verglasung und der Beseitigung der Angriffsfolgen zu unterstützen.
Angriffsserie auf die Infrastruktur von „Epizentr“ und den ukrainischen Einzelhandel
Das Einkaufszentrum „Epizentr“ war in letzter Zeit wiederholt Ziel russischer Angriffe. Am 28. August wurde ein ähnlicher Angriff auf das Objekt „Epizentr“ in Saporischschja durchgeführt, bei dem ein starker Brand ausbrach und Menschen verletzt wurden. An demselben Tag wurden Angriffe auf die Einzelhandelsinfrastruktur in Sumy und in der Oblast Kiew registriert, wo Objekte der „Nowa Pohhta“ zerstört wurden. Laut „Obshchestne“ führte Russland in der Zeit vom 27. bis 28. August faktisch eine gezielte Kampagne gegen den ukrainischen Einzelhandel durch: Zu den Geschädigten zählten „Epizentr“, „Nowa Pohhta“, Roshen, Comfy, „Fola“, „Aurora“, „Kolo“ sowie Buchhandlungen und Verlage.
Widersprüchliche Angaben
In den vorliegenden Materialien ist eine chronologische Unstimmigkeit festzustellen. In einem Fragment heißt es, dass Russland am 28. August „Epizentr“ in Saporischschja angriff, unmittelbar darauf beschreibt die Formulierung „zwei Tage später, am 27. und 28. August“ eine Serie von Angriffen auf den Einzelhandel. Logisch würde „zwei Tage später“ ab dem 28. August auf den 30. August fallen, während im Text die Daten 27.–28. August genannt werden. Möglicherweise handelt es sich um zwei verschiedene Episoden, die durcheinander beschrieben wurden, oder im Ausgangsmaterial wurde ein redaktioneller Fehler bei der Datumszuordnung gemacht. Die genaue Abfolge der Ereignisse vom 27. bis 30. August wurde zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von keinem der beiden verfügbaren Quellen eindeutig bestätigt.
Kontext und Bewertung
Der wiederholte Charakter der Angriffe auf Objekte desselben Typs – Einkaufszentren der Kette „Epizentr“ in verschiedenen Städten – deutet darauf hin, dass die russischen Streitkräfte die zivile kommerzielle Infrastruktur als zulässiges Ziel betrachten. Für Mykolaiv wurde der Angriff vom 4. September zu einem weiteren Kapitel in der Serie nächtlicher und abendlicher Drohnenangriffe, die im Jahr 2026 zu einem regelmäßigen Element des Alltags in der Stadt wurden. Die lokalen Behörden setzen ihre Arbeit zur Untersuchung der Schäden und zur Information der Bevölkerung fort, doch die Frage der Sicherheit ziviler Objekte angesichts der anhaltenden Angriffe bleibt offen.